Wengler & Söhne ist ein Spielfilm von Rainer Simon aus dem Jahr 1987. Gelegentlich wird auch der Untertitel Eine Legende genannt.

Handlung Der junge Gustav Wengler kehrt 1871 aus dem Deutsch-Französischen Krieg in sein thüringisches Heimatdorf zurück. Mit seiner jungen Frau und dem kleinen Sohn Friedrich zieht er in die nahegelegene Stadt und beginnt in der feinoptisch-mechanischen Fabrik zu arbeiten. Durch seine Fähigkeiten gewinnt er bald die Anerkennung des Direktors Dr. Conrad Abel und wird mit besonders anspruchsvollen Aufgaben betraut.

Gustav Wengler möchte, dass auch sein Sohn Friedrich in die Firma eintritt, was dieser aber verweigert. Erst der Enkel Paul Wengler ist bereit, ebenfalls dort zu arbeiten, und schafft es schließlich, bis zum Direktor aufzusteigen. Nach 1933 kooperiert das inzwischen weltbekannte Unternehmen mit den nationalsozialistischen Machthabern. Paul Wengler erkennt 1945 vor den Trümmern der zerbombten Werke, dass dies ein Fehler war.

Hintergründe Rainer Simons drittletzter Film Jadup und Boel (1980) war verboten worden, für den letzten Die Frau und der Fremde (1985) hatte er auf der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen.

Wengler & Söhne sollte ein großes Epos über eine thüringische Familie von 1871 bis 1945 werden, die bei den optischen Werken von Carl Zeiss in Jena aufstieg. Dabei sollte auch die deutsche Geschichte in dieser Zeit dargestellt werden. Der Firmenname und die handelnden Personen wurden verändert, sodass aus dem Direktor Ernst Abbe Dr. Conrad Abel wurde.

Der DDR-Kombinatsdirektor Wolfgang Biermann verweigerte nach der Lektüre des Drehbuchs jede Unterstützung. Weder konnte auf dem Firmengelände in Jena gedreht werden, noch durften optische Geräte des Unternehmens verwendet werden.Grisko, 2020, S. 217. nach den Erinnerungen von Rainer Simon Die Fabrikaufnahmen erfolgten deshalb in Berlin-Friedrichshain, Berlin-Prenzlauer Berg (Verwaltungsgebäude an der Fröbelstraße) und Potsdam. Weitere Drehorte waren 1986 Jena, Magdala, Pößneck, Heidelberg und Rom (Vatikan).Grisko, 2020, S. 218.

Die Uraufführung fand am 14. Mai 1987 im Berliner Kino International statt. Der Film erhielt in der DDR mehrere Preise. 2006 wurde er wieder im Filmmuseum Potsdam aufgeführt.Wengler Söhne Filmmuseum Potsdam, zum 6. Februar 2006, die Inhaltsbeschreibung ist fast identisch mit der vom Filmdienst

Auszeichnungen 1987 Konrad-Wolf-Preis für Rainer Simon, für sein bisheriges Gesamtwerk 1988 Nationales Spielfilmfestival der DDR Preis für Kamera Roland Dressel Preis für Szenografie Alfred Hirschmeier Preis für Kostüm Werner Bergemann 1988 Kritikerpreis »Die große Klappe« der Sektion Theorie und Kritik des Verbands der Film- und Fernsehschaffenden der DDR; Beste männliche Darstellerleistung in Film- und Fernsehproduktionen 1987 Christoph EngelWengler & Söhne DEFA-Stiftung, mit diesen Auszeichnungen

Rezeption Der Filmdienst befand:

Literatur Michael Grisko: DDR-Geschichte in Filmen. Baden-Baden 2020. S. 213–225. Wengler & Söhne. Eine Legende. Drehbuch nach dem Szenarium von Helmut Bez und Rainer Simon. Henschel, Berlin 1988.

Weblinks Wengler & Söhne in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1987 Kategorie:DDR-Film Kategorie:Zeiss Kategorie:Geschichte (Jena)