mini|Dominguinhos, 2003 José Domingos de Morais (* 12. Februar 1941 in Garanhuns; † 23. Juli 2013), besser bekannt als Dominguinhos, war ein brasilianischer Komponist, Akkordeonist und Sänger. Seine wichtigsten musikalischen Einflüsse waren die Musik von Luiz Gonzaga, Forró und allgemein die Musik des Sertão im Nordosten Brasiliens. Er entwickelte diesen typisch brasilianischen Musikstil, weiter und schuf einen einzigartigen Stil der brasilianischen Populärmusik.
Zu Lebzeiten erhielt Dominguinhos verschiedene Preise und Auszeichnungen, darunter 2002 den Latin Grammy für sein Album „Chegando de mansinho“.
Biografie José Domingos de Morais wurde am 12. Februar 1941 in der Stadt Garanhuns in Pernambuco geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, sein Vater Mestre Chicão war ein bekannter Akkordeonist und Akkordeonstimmer. Dominguinhos interessierte sich schon früh für Musik und begann im Alter von sechs Jahren Akkordeon zu spielen, als er ein kleines Akkordeon mit acht Bässen geschenkt bekam. Zusammen mit seinen beiden Brüdern spielte er auf Jahrmärkten und vor Hotels, um etwas Geld zu verdienen, und gründete das Trio „Os Três Pinguins“ (Die drei Pinguine). Er übte stundenlang Akkordeon und wurde bald zu einem Virtuosen auf den 48-, 80- und 120-Bass-Akkordeons und begann bereits als Teenager, professionell zu spielen.
Im Jahr 1950, im Alter von neun Jahren, hörte ihn Luiz Gonzaga, als er vor dessen Hotel spielte. Gonzaga war von seinem Talent beeindruckt und lud den jungen Dominguinhos ein, mit ihm nach Rio de Janeiro zu kommen. Dominguinhos zog erst 1954, im Alter von dreizehn Jahren, zusammen mit seinem Vater und seinen beiden Brüdern nach Nilópolis, einer Stadt in der Nähe von Rio de Janeiro. Luiz Gonzaga schenkte ihm eine Akkordeon, und er spielte mit Luiz Gonzaga bei Shows in ganz Brasilien und nahm an Studioaufnahmen teil. So erlangte er einen Ruf als Akkordeonist und Sänger und knüpfte enge Kontakte zu Musikern der Bossa-Nova-Bewegung. Er arbeitete mit anderen bekannten brasilianischen Musikern wie Gilberto Gil, Maria Bethânia, Elba Ramalho, Caetano Veloso, Gal Costa (mit dem er auf der Midem tourte), Zé Ramalho, Toquinho, Elba Ramalho, Yamandu Costa, und Maria Bethânia zusammen und festigte schließlich seine eigene musikalische Karriere, indem er die Musikstile des Nordostens Brasiliens weiterentwickelte und Einflüsse aus Bossa Nova, Jazz und Pop einfließen ließ. Einige seiner Hits wurden von Chico Buarque, Elba Ramalho, und Fagner aufgenommen. 1997 schrieb Dominguinhos die Filmmusik für den Film O Cangaceiro und arbeitete an der brasilianischen Dokumentation „O Milagre de Santa Luzia“ über brasilianische Akkordeonmusik mit.
1967 lernte er während einer Tournee die Forró-Sängerin Anastácia (Künstlername von Lucinete Ferreira) kennen, die er heiratete und mit der er eine elfjährige künstlerische Partnerschaft einging. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dominguinhos bereits zwei Kinder aus seiner ersten Ehe. 1976 lernt Dominguinhos die Sängerin Guadalupe Mendonça kennen, seine dritte Ehefrau, mit der er eine Tochter namens Liv Moraes hat. Die beiden trennten sich schließlich, blieben aber bis Dominguinhos' Tod befreundet.
Im Dezember 2012 wurde Dominguinhos mit Herzrhythmusstörungen und einer Atemwegsinfektion in ein Krankenhaus in Recife eingeliefert. Später wurde er in das Syrisch-Libanesische Krankenhaus in São Paulo verlegt, wo sein Koma als dauerhaft eingestuft wurde und die Ärzte sagten, es gebe keine Hoffnung, dass er wieder zu sich kommen würde. Dominguinhos starb am 23. Juli 2013. Sein Enkel, Netinho, ist Profifußballer in Brasilien.
Diskografie 1964: Fim de Festa 1965: Cheinho de Molho 1966: 13 de Dezembro 1973: Lamento de Caboclo 1973: Tudo Azul 1973: Festa no Sertão 1974: Dominguinhos e Seu Accordeon 1975: Forró de Dominguinhos (Velas Records) 1976: Domingo, Menino Dominguinhos 1977: Oi, Lá Vou Eu 1978: Oxente Dominguinhos 1979: Após Tá Certo 1980: Quem me Levará Sou Eu 1981: Querubim 1982: A Maravilhosa Música Brasileira 1982: Simplicidade 1982: Dominguinhos e Sua Sanfona 1983: Festejo e Alegria 1985: Isso Aqui Tá Bom Demais 1986: Gostoso Demais 1987: Seu Domingos 1988: É Isso Aí! Simples Como a Vida 1989: Veredas Nordestinas 1990: Aqui Tá Ficando Bom 1991: Dominguinhos é Brasil 1992: Garanhuns 1993: O Trinado do Trovão 1994: Choro Chorado (Continental Records) 1994: Nas Quebradas do Sertão 1995: Dominguinhos é Tradição (Continental Records) 1996: Pé de Poeira 1997: Dominguinhos & Convidados Cantam Luiz Gonzaga (Velas Records) 1998: Nas Costas do Brasil (Velas Records) 1999: Você Vai Ver o Que é Bom (Universal Music) 2001: Dominguinhos ao vivo (Caravelas Records) 2001: Lembrando de Você (Sony Music) 2002: Chegando de Mansinho (Caravelas Records) 2004: Cada um Belisca um Pouco (mit Sivuca und Oswaldinho do Acordeom, Biscoito Fino) 2005: Elba Ramalho & Dominguinhos 2006: Conterrâneos (Eldorado Records) 2008: Yamandu + Dominguinhos
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Brasilien) Kategorie:Person (Garanhuns) Kategorie:Brasilianer Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann