mini|hochkant=0.85|Sabelle Diatta mit ihrer perso­na­li­sierten Kalebasse und im Rad­sport­jersey (2025)

Sabelle Diatta (* 1971 in Dakar) ist eine ehemalige senegalesische Radsportlerin. Sie wurde acht Mal nationale Meisterin. Seit 2000 lebt sie in Belgien, engagiert sich dort als Kommunalpolitikerin und in ihrem Geburtsland in einem Sozialprojekt.

Werdegang Sabelle Diatta wurde in Dakar geboren. Da ihre Mutter erst 17 Jahre alt war und nicht für sie sorgen konnte, wuchs sie bei ihrer Großmutter in Sindone in der Region Casamance im Süden des Senegal auf. Nachdem Diatta die Grundschule abgeschlossen hatte, zog sie zu einer Großtante, um das Collège Amilcar Cabral in Ziguinchor zu besuchen, wo sie Spanisch, Französisch und Englisch erlernte.

Als Belohnung für gute Leistungen in der Schule erhielt Diatta von ihrem Vater ein Fahrrad geschenkt, so dass sie ihren täglichen Schulweg von insgesamt 28 Kilometern nicht mehr zu Fuß, sondern mit dem Rad bewältigen konnte. Sie schloss sich dem Verein „Primavera Ciclistica“ an, der vom Verein der französischen Partnergemeinde Saint-Maur-des-Fossés mit Material und Ausrüstung unterstützt wurde, und startete ihre Radsportlaufbahn; auf Anhieb gewann sie das erste Rennen, bei dem sie startete und an dem auch die damalige senegalesische Meisterin Tako Diallo teilnahm. In der Folge wurde sie acht Mal nationale Radsportmeisterin, erstmals im Jahr 1992. Insgesamt gewann sie 70 Radrennen.

Durch ihre Radsporterfolge erhielt Diatta einen Job als Handelsvertreterin für Zahnpasta und Seife. Im Alter von 28 Jahren lernte sie einen Belgier kennen, dem sie in sein Heimatland folgte. Sie wurde Mutter einer Tochter.

Seit 2000 lebt Diatta in Koksijde in Westflandern, wo sie 2012 ihren jetzigen Mann kennenlernte. Im Jahr 2019 erwarb sie ihr Diplom als Krankenschwester und nahm eine Tätigkeit am Koningin Elisabeth Instituut (KEI) in Oostduinkerke auf. 2021 wurde sie in den Gemeinderat von Koksijde gewählt und engagierte sich unter anderem für den Bau einer BMX-Piste. Bei den Kommunalwahlen in Belgien im Jahr 2024 trat sie ebenfalls an. Sie betreibt als Mitglied von Coxy Cycling weiterhin Radsport. Sie ist die Urenkelin des letzten geistlichen Königs des Königreichs Enampore und erhielt mehrere königliche Insignien: eine königliche schwarze Pagne und eine personalisierte Kalebasse.

Soziales Engagement 1992 organisierte Diatta die allererste „Caravane pour la Paix“, eine Radtour zwischen Ziguinchor und Dakar, gegen den Bürgerkrieg und im Zeichen der Versöhnung zwischen Nord- und Südsudan, die fünf Mal stattfand. Die Friedenskarawane bestand aus vier Etappen mit einer Gesamtlänge von 650 Kilometern und wurde unter anderem von Sabena gesponsert; der Direktor von Sabena begleitete die Tour selbst mit dem Fahrrad. Sie ist auch die Initiatorin des 2014 gegründeten Sozialprojekts SOS Casamance, mit dem vorrangig Frauen, Jugendliche, ältere und bedürftige Menschen unterstützt werden. Um Spenden zu generieren, organisiert sie das Fest Djiri Kassoumaye mit senegalesischen Speisen. 2022 initiierte sie die Radsportveranstaltung „De grenzen van Vlaanderen“ („Die Grenzen Flanderns“) zugunsten der Initiative Think Pink gegen Brustkrebs.

Wissenswertes Am 5. April 2024 wurde Sabelle Diatta in der belgischen Fernsehshow De Droomfabrik („Die Traumfabrik“) mit einer Ausstellung über ihre Person im Koers. Museum van de Wielersport in Roeselare unter dem Titel „Sabelle Diatta. Renster, pionier, activiste“ („Sabelle Diatta. Rennfahrerin, Pionierin, Aktivistin“) überrascht. Für diese Sendung stellte sie im Vlaams Wielercentrum Eddy Merckx im Windschatten von Jolien D’hoore mit 1.43,919 Minuten den ersten nationalen Rekord über die neue 1000-Meter-Distanz für Frauen im Zeitfahren bei stehendem Start auf.

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Einzelnachweise

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