mini|hochkant|Osvalde Lewat (2019) Osvalde Lewat ist eine kamerunische Dokumentarfilmregisseurin, Fotografin und Schriftstellerin. Sie wurde durch sozial-politische Dokumentarfilme bekannt, darunter Une affaire de nègres über die Verbrechen des 2000 eingerichteten Commandement opérationnel in Kamerun. Ihr Film Land Rush (mit Hugo Berkeley) entstand 2012 in der BBC-Reihe Why Poverty? und behandelt großflächige Landkäufe in Mali. Die Reihe Why Poverty? wurde im selben Jahr mit einem Peabody Award ausgezeichnet, wobei Lewat als eine der Regisseurinnen genannt wird. Seit den 2010er-Jahren arbeitet sie verstärkt fotografisch; ihre Serie Couleur Nuit war 2015 in Paris zu sehen.
Leben Lewat studierte Journalismus an der École supérieure des sciences et techniques de l’information et de la communication (ESSTIC) in Yaoundé sowie am Sciences Po in Paris. Nach ersten Berufsjahren als Journalistin – unter anderem bei der Tageszeitung Cameroon Tribune – absolvierte sie Weiterbildungen an der Fémis in Paris und am INIS in Montréal im Bereich Bild und Regie. Sie begann ihre Laufbahn als Dokumentarfilmerin mit Le calumet de l’espoir (2000), das in Toronto mit Angehörigen nordamerikanischer First Nations entstand. Frühere Arbeiten wie Au-delà de la peine (2003) und Un amour pendant la guerre (2005) prägten ihr sozial engagiertes Profil.
Wirken In Une affaire de nègres (2006; französische Kinofassung 2009) beleuchtet Lewat das Wirken des Commandement opérationnel in Douala und dokumentiert Verschwindenlassen und außergerichtliche Tötungen um die Jahre 2000/2001. Le Monde hob den Film als „terrifiant“ hervor und betonte das zentrale Täterzeugnis. In Sderot, Last Exit (2011) porträtiert sie die Filmschule der südisraelischen Stadt Sderot nahe der Grenze zum Gazastreifen; der 80-minütige Film lief 2012 beim New York African Film Festival. Land Rush (2012) widmet sich der Frage nach Ernährungssouveränität und den Folgen großflächiger Landabkommen in Mali, die in den frühen 2010er-Jahren internationale Debatten auslösten. Für die globale Dokumentarfilmreihe Why Poverty? – zu der Land Rush gehört – wurde 2012 ein Peabody Award verliehen, welcher die Regisseurinnen und Regisseure der Reihe einschließt, darunter Osvalde Lewat. Zugleich entwickelte Lewat eine fotografische Praxis; die Serie Couleur Nuit zeigte nächtliche Stadtlandschaften, etwa in Pariser Ausstellungen im Jahr 2015 (Galerie Marie-Laure de l’Ecotais und Librairie-Galerie Le 29). Literarisch legte sie mit dem Roman Les Aquatiques ein beachtetes Debüt vor, das 2022 den Grand Prix panafricain de littérature erhielt. Ebenfalls 2022 zeichnete die Académie française Les Aquatiques mit dem Prix du Rayonnement de la langue et de la littérature françaises (Médaille de vermeil) aus. Für Les aquatiques erhielt sie 2022 überdies den Prix Ahmadou-Kourouma.
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Einzelnachweise
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