mini|Jelena Changa (2010) Jelena Abdulajewna Changa (; * 1962 in Moskau) ist eine russische Journalistin, Fernsehmoderatorin und Autorin. Sie wurde in den Jahren 1997 bis 2000 als Gastgeberin des NTW-Talkformats Pro eto (Про это, „Darüber“) bekannt. Ab 2001 moderierte sie zudem die werktägliche Gesprächssendung Prinzip domino (Принцип домино) auf NTW.

Leben Changa wurde 1962 in Moskau geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Schulbesuch schloss sie 1984 ein Journalistikstudium an der Lomonossow-Universität Moskau ab. Von 1984 bis 1990 arbeitete sie als Korrespondentin der englischsprachigen Zeitung The Moscow News (Московские новости). Im Jahr 1987 kam sie im Rahmen eines dreimonatigen Austauschprogramms der Moscow News mit dem US-Blatt The Christian Science Monitor erstmals in die Vereinigten Staaten. Zeitgleich trat sie als Kommentatorin in der sowjetischen Fernsehsendung Wsgljad (Взгляд, „Der Blick“) in Erscheinung. Ihre Familiengeschichte veröffentlichte sie gemeinsam mit der Journalistin Susan Jacoby im Memoir Soul to Soul (Hardcover 1992; Taschenbuch 1994) bei W. W. Norton. Das Buch zeichnet unter anderem die Biografien ihrer Großeltern Oliver Golden (einem Afroamerikaner aus Mississippi) und Bertha Bialek (einer polnisch-jüdischen New Yorkerin) nach, die 1931 in die Sowjetunion übersiedelten, und verknüpft diese mit Changas eigener Lebensgeschichte. Ihre Mutter war die Historikerin Lili (Lily) Golden, ihr Vater der Politiker Abdulla Kassim Hanga, der 1964 Premierminister Sansibars war.

Wirken In den späten 1990er-Jahren prägte Changa als Fernsehmoderatorin die postsowjetische Fernsehöffentlichkeit in Russland maßgeblich. Ihr Talkformat Pro eto auf NTW lief von 1997 bis 2000 und war in Anlage und Dramaturgie an US-Talkshows wie jene von Phil Donahue und Oprah Winfrey orientiert. Die Sendung griff Tabuthemen wie Sexualität, Homosexualität oder Prostitution auf und band ein Studiopublikum in die Debatten ein. Ab 2001 moderierte Changa die werktägliche Publikums-Talkshow Prinzip domino (Принцип домино) auf NTW, die Alltagskonflikte und soziale Fragen aufgriff. Rückblickend bezeichnete sie die 1990er-Jahre als Renaissance des russischen Fernsehens und kritisierte eine zunehmende Format-Gleichförmigkeit der Gegenwart. Über ihre Bücher und öffentlichen Auftritte hinaus diskutiert Changa regelmäßig Themen wie Rassismus, Geschlechterrollen und die russisch-amerikanischen Beziehungen, die bereits in Soul to Soul ein Kernthema sind.

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