Der Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gamander (Teucrium) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der niedrige Halbstrauch ist in Nordspanien und Südwestfrankreich verbreitet und wird selten als Zierpflanze verwendet.
Beschreibung mini|Gekerbte, auffällig geaderte Laubblätter mini|Weiße Blüten mit purpurner Oberlippe mini|Illustration in The Botanic Garden, London 1825 mini|Fruchtstand mit schwarzen Klausenfrüchten
Vegetative Merkmale Der Pyrenäen-Gamander ist ein an der Basis verholzter Halbstrauch, der dichte Matten aus haarigen, niederliegenden bis aufsteigenden, 15 bis 30 Zentimeter langen Stängeln bildet. Die gestielten Laubblätter sind am Grund keilförmig, 9 bis 13 (selten bis 25) Millimeter lang, rundlich, auffällig geadert, am Rande gekerbt und ober- und unterseits spärlich langhaarig.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die bis 2 Zentimeter langen Blüten erscheinen in einem endständigen Köpfchen und sind von laubblattähnlichen Hochblättern umgeben. Der rötliche oder grüne, 9 bis 12 Millimeter lange, kahle oder langhaarige Blütenkelch besitzt 3 bis 4 Millimeter lange Kelchzähne. Die Blütenkrone hat eine weiße bis cremefarbene, dreilappige Unterlippe mit großem Mittel- und schmalen Seitenlappen sowie eine kleine, nach oben stehende, violette oder grünliche Oberlippe.
Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13; es tritt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 26 auf.
Vorkommen Das natürliche Verbreitungsgebiet des Pyrenäen-Gamanders erstreckt sich von Nordspanien (nördliches Katalonien, Aragonien und Navarra) über die Pyrenäen bis Südwestfrankreich. Er besiedelt dort trockene Kalkhänge und Bergwiesen bis in Höhenlagen von 2000 Metern.
Taxonomie und Systematik Die Erstveröffentlichung von Teucrium pyrenaicum erfolgte im Jahr 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 566. Das Artepitheton pyrenaicum bedeutet „aus den Pyrenäen“. Ein Synonym für Teucrium pyrenaicum ist Polium pyrenaicum Es sind zwei Unterarten bekannt: Teucrium pyrenaicum subsp. pyrenaicum: Diese Unterart kommt vom nordöstlichen Spanien bis ins südwestliche Frankreich vor. Sie wird 10 bis 15 Zentimeter groß, besitzt relativ große Laubblätter, kurze Blattstiele und Blüten mit violetter Oberlippe. Teucrium pyrenaicum subsp. guarensis : Diese Unterart kommt von den südlichen Pyrenäen bis ins nordöstliche Spanien vor. Sie wird nur 5 bis 10 Zentimeter groß und besitzt kleinere Laubblätter, längere Blattstiele und Blüten mit grünlicher Oberlippe.
Phylogenetische Analysen zeigen, dass der Pyrenäen-Gamander eng mit dem Polei-Gamander, dem Berg-Gamander und dem Kopfigen Gamander (Teucrium capitatum) verwandt ist.
Verwendung Der Pyrenäen-Gamander wird selten als trockenheitsverträgliche Zierpflanze für sonnige Steingärten und Trockenmauern genutzt. Er eignet sich auch gut für eine bodendeckende Bepflanzung von Gräbern und für die extensive Dachbegrünung. Der Pyrenäen-Gamander gilt als winterhart bis etwa −23 °C (Zone 6).
Da der Pyrenäen-Gamander toxische, leberschädigende Neo-Clerodan-Diterpenoide enthält, ist wie bei anderen Gamanderarten von einer medizinischen Verwendung abzuraten.
Literatur Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. Band 2: I bis Z. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 889.
Weblinks
Datenblatt Teucrium pyrenaicum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora Teucrium pyrenaicum / Pyrenäen-Gamander bei galasearch.de Datenblatt Teucrium pyrenaicum bei Tela botanica Fotos von Teucrium pyrenaicum bei iNaturalist Australia Fotos von Teucrium pyrenaicum subsp. pyrenaicum bei Günther Blaich Fotos von Teucrium pyrenaicum subsp. guarensis bei Günther Blaich
Einzelnachweise Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 566, . Datenblatt Teucrium pyrenaicum bei Missouri Botanical Garden. Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt Teucrium pyrenaicum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora. Thomas Meyer, Michael Hassler: Unterarten von Teucrium pyrenaicum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
Datenblatt Teucrium pyrenaicum L. bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
Kategorie:Gamander Kategorie:Zierpflanze