Die Stadtbefestigung Bad Wurzach ist ein Kulturdenkmal des Landes Baden-Württemberg in Bad Wurzach im Landkreis Ravensburg. Lage Die mittelalterliche Stadtbefestigung von Bad Wurzach verlief in der Innenstadt und ist heute noch anhand der Straßenführung nachvollziehbar. Die ehemalige Stadtmauer wurde im Osten von der heutigen Gartenstraße begrenzt, die auch einen Teil der südlichen Begrenzung bildete. Im Westen verlief sie entlang der Parkstraße und der Wurzacher Ach. Im Norden lag die Stadtmauer nur wenige Meter nördlich der heutigen Marktstraße.

Die Stadtpfarrkirche St. Verena und das Franziskanerkloster Maria Rosengarten liegen westlich außerhalb der damaligen Stadtmauern.

Beschreibung Die Anfänge der Stadtbefestigung von Bad Waldsee reichen vermutlich bis in das ausgehende 13. Jahrhundert zurück, da die Stadt bereits 1273 als oppidum bezeichnet wird. Mit der Verleihung des Memminger Stadtrechts im Jahr 1333 wurde vermutlich der Bau einer Stadtmauer mit vorgelagertem Graben begonnen. Die Stadtmauer hatte eine elliptische Form und wurde durch drei Haupttore erschlossen.

Im Westen befand sich das Obere oder Liebfrauentor, das 1403 erstmals genannt wird und um 1780 beim Bau der Herrenstraße abgebrochen wurde. Am östlichen Ende der Marktstraße lag das Untere Tor oder Achtor, das erst 1940 abgerissen wurde. Im Süden befand sich das Mühltor beim ehemaligen Amtshaus, das 1869 abgerissen wurde. Zusätzlich gab es zwei kleine Durchlässe, das Gerbertörle (1626) sowie das Krembsertörle (1641).

Die Befestigungsanlage verfiel im Laufe der Jahrhunderte, bereits um 1521/22 wurde berichtet, dass die Stadtmauern ab und zugrundt gingen, und im Dreißigjährigen Krieg verfiel die Mauer zum größten Teil. Im 17. Jahrhundert gab es zwar wiederholte Ausbesserungen, aber ab 1780 wurde mit dem systematischen Abbruch großer Teile der Mauer sowie des Oberen Tores begonnen. Der Stadtgraben wurde schrittweise aufgefüllt: der südliche Teil ab 1780, der nordwestliche Abschnitt um 1850 und der nördliche erst im Jahr 1970.

Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtbefestigung ist auf der Urkarte von 1824 noch erkennbar, die langgestreckten Gartenparzellen im Osten, Südosten und Westen zeichnen den damals bereits teilweise verfüllten Stadtgraben nach. Die Errichtung des Neuen Schlosses Nebengebäuden und Park zwischen 1723 und 1728 verunklärt die ursprüngliche Situation im Norden der Stadt. Es wird angenommen, dass der Nordflügel des Schlosses im alten Stadtgraben errichtet wurde.

Heute sind nur noch kleine Reste der Befestigung sichtbar, ein kleiner Mauerabschnitt ist im Bereich der Brunnengasse und des Espenwegs erhalten, und in der Bachgasse an der Ach sind kleinere Teile als Hauswände integriert wurden.

Einzelnachweise

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