Franz Kunz (* 22. September 1883 in Forst (Lausitz); † 22. Dezember 1939 in Bottrop) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben Nach der Mittleren Reife am Gymnasium in Forst erlernte Franz Kunz den Beruf des Schlossers und fuhr anschließend zur See, wo er als Maschinenassistent tätig war. 1911 machte er das Staatsexamen für Maschinenbautechniker an der Höheren Maschinenbauschule Breslau, das er als Ingenieur abschloss. Er fand Beschäftigung bei der Arenbergschen AG für Bergbau und Hüttenbetrieb mit der Zeche Prosper, die 1922 mit den Rheinischen Stahlwerken fusionierte. Er engagierte sich politisch und kam 1919 zur Völkischen Freiheitsbewegung, die eine völkische Diktatur propagierte. Ab 1922 hatte er enge Beziehungen zur NSDAP, die im Juli 1923 verboten und im Februar 1925 neu gegründet wurde. Zum 1. September 1925 trat er in Bottrop in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 28.564),Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/24190879Gesellschaft für Ordenskunde Digitalisat wo er 1926 Ortsgruppenleiter wurde. In dieser Eigenschaft hielt er eine Gedenkrede, die von den NS-Machthabern in jährlichen Abständen durchgeführt wurde. Am 1. Oktober 1932 wurde er durch den Gauleiter Alfred Meyer zum Kreisleiter der NSDAP für den Kreis Recklinghausen ernannt. Dieses Amt hatte er bis zum 5. März 1938 inne. Am 3. Mai 1933 übernahm er das Amt eines unbesoldeten Beigeordneten in der Bottroper Stadtverwaltung und wurde im September zum hauptamtlichen technischen Beigeordneten mit der Bezeichnung Stadtbaurat für die Dauer von 12 Jahren gewählt. 1938 stand er in der „Liste des Führers zur Wahl des Großdeutschen Reichstages am 10.4.1938“ auf Platz 1.241. Von 1938 bis zum seinem Tode im Jahre 1939 hatte er einen Sitz im Preußischen Provinzialrat.

Nach dem Krieg wurde er im Entnazifizierungsverfahren posthum von der Spruchkammer Bottrop als „aktiver Nationalsozialist und Nutznießer der Partei“ (Belasteter) eingestuft und seiner Witwe wurde kein Ruhegehalt zugesprochen. Dagegen legte sie Berufung ein, die am 19. November 1948 zurückgewiesen wurde.

Auszeichnungen und Ehrungen Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP. Am 26. Januar 1940 wurde die Kirchstraße in Bottrop in Franz-Kunz-Straße umbenannt und dies am 11. Mai 1945 rückgängig gemachtDie Straßenbennungspraxis in Westfalen und Lippe während des NationalsozialismusDigitalisat.

Literatur Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 161 (Digitalisat)

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Deutschvölkischen Partei Kategorie:Ortsgruppenleiter (NSDAP) Kategorie:Kreisleiter (NSDAP) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages von Westfalen Kategorie:Beigeordneter Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann