Loretta Verna (* 14. Januar 1943 in Locarno) ist eine Schweizer Filmemacherin, Autorin und bildende Künstlerin. Sie zählt zu den Pionierinnen des Schweizer Films der 1970er Jahre und war langjährig als Dozentin an der Kunsthochschule in Genf tätig. Sie lebt in Carouge.Chemins de traverse de Loretta Verna. In: Le Temps, 14. Juni 2008.
Leben Verna kam im Alter von 15 Jahren aus dem Tessin nach Genf, um Bildhauerei zu studieren. Neben ihrer Tätigkeit als bildende Künstlerin und Schriftstellerin unterrichtete sie über zwanzig Jahre an der École supérieure des Beaux-arts de Genève (später HEAD), insbesondere im Bereich Film und an der Ecole supérieur d'art visuel (ESAV), wo sie von 1981 bis 2001 unterrichtete.Archivangaben und https://ar-ad.ch/app/uploads/2018/02/1987-Artistes-et-professeurs-invites.pdf Ihr Hauptschwerpunkt lag auf experimentellen Video- und Animationsarbeiten sowie auf der Förderung weiblicher Filmschaffender in der Schweiz. Loretta Verna erhielt 2009 ein Literaturstipendium von Pro Helvetia, für ihre schriftstellerische Tätigkeit.spectable.ch
Werk Loretta Verna ist besonders für ihre subtilen Animationsfilme und dokumentarischen Kurzfilme bekannt. Ihre Arbeiten wurden mehrfach in Spezialprogrammen zu den «Pionierinnen des Schweizer Films» vorgestellt. Besonders erwähnt wird ihr Einsatz für die Sichtbarkeit von Frauen im schweizerischen Filmschaffen.
Filmografie (Auswahl) Coup de foudre, 16 mm, 1:07 min, ESAV, 1973 (gezeigt 1974 auf dem Festival de Soleure und beim Festival de Nyon)
Temps de Cochon (Animation), 16 mm, 2:23 min, ESAV, 1974 (gezeigt 1975 beim Animationsfestival Annecy, auf den Solothurner Filmtagen und beim Festival de Nyon sowie 2025 beim HEAD Cinéma Festival) Ecoutez-voir : Evidemment la vie s'écoule, 31min, 1977
Anne-Marie Miéville, Alain Tanner, Loretta Verna und Francis Reusser produzierten jeweils mit Super-8-mm-Filmen und Schmalbandvideo ein persönliches Werk für die Sendung Ecoutez voir. Im Rahmen des Workshops Kino/Video entstand dieses Gemeinschaftsprojekt, als Loretta Verna gerade die ESAV abschloss. Es ging darum, mit einfachen Mitteln vier Filme zu produzieren, die auf U-Matic übertragen und in dieser Form im Westschweizer Fernsehen gesendet werden sollten. Das war eine bahnbrechende Aktion, denn nichts entsprach den damals geltenden Fernsehstandards. U-Matic, ein Format, das als semiprofessionell galt, war im Fernsehen nicht zugelassen. Der Film von Loretta Verna wird am 2. Dezember 1977 unter dem Titel Evidemment la vie s'écoule (Das Leben vergeht natürlich) ausgestrahlt. Es ist der dritte Teil der Serie. Die Filmemacherin «möchte über das sprechen, was sie (mich) quält: die Macht des Alters über den Körper der Frau».
Rezeption Ihre Filme und künstlerischen Arbeiten wurden im Kontext feministischer Filmgeschichte sowie bei den thematischen Retrospektiven zu Schweizer Regisseurinnen bei den Solothurner Filmtagen rezipiert. François Albera schreibt in Mes années «Sonimage» – Entretien avec François Bovier auf Seite. 201-223 wie die frontalen und festen Einstellungen von Verna in Évidemment la vie s’écoule, wie die, in der Anne-Marie Miéville mit dem Mädchen von Papa comme maman im Gras sitzt, eine eigenartige Zeitlichkeit schaffen. Bereits 1978 widmete Action République vom 10. bis 16. Mai eine «exklusive Videowoche» unter dem Titel «Une bande de femmes présente des bandes de femmes» (Eine Gruppe von Frauen präsentiert Filme von Frauen), wo Papa comme maman und Évidemment la vie s’écoule (ausgewählt von Carole Roussopolus und Delphine Seyrig)monoskop.org zu sehen sind.bibliotheques-specialisees.paris.fr 2025 wurde sie sowohl auf dem Clermont-Ferrand International Short Film Festival im Programm From Loretta Verna to Elene Naveriani gezeigt, als auch beim HEAD Cinema Festival in Genf.
Publikationen Mille traverses. Editions des Sauvages, 2008, ISBN 978-2-9700583-1-1. Marbrerie générale. Editions des Sauvages, 2023, ISBN 978-2-940514-16-8. Titania et la tectonique. Editions des Sauvages, 2022, ISBN 978-2-940514-03-8. Le Fourbi. Éditions de l’Aire, 2016, EAN 2013699001294. Carmen Perrin: L'écran, le seuil, la trouée. (Der Bildschirm, die Schwelle, die Lücke). Von Loretta Verna, Autorin; Hervé Laurent, Interviewer
Weblinks Loretta Verna, Biografie und Werke bei LitCast Portrait Le Temps 2008 La Liberté 2008 Loretta Verna, Autorenprofil bei Culturactif
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Autor Kategorie:Bildender Künstler (Schweiz) Kategorie:Hochschullehrer (Haute École d'art et de design Genève) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Frau