Die Klenzestraße ist eine Innerortsstraße im Stadtbezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (Nr. 2) von München. Sie verläuft dort in den Stadtteilen Gärtnerplatzviertel und Glockenbachviertel der Isarvorstadt.
Verlauf Die Straße beginnt in Fortsetzung der kurzen, von der Westenriederstraße über die Frauenstraße und den Zug der Zweiten Stadtmauer führenden Zwingerstraße an der Rumfordstraße und verläuft von dort schnurgerade zum Rondell des Gärtnerplatzes. Sie führt weiter schnurgerade am Staatstheater am Gärtnerplatz entlang über die Fraunhoferstraße und die Ickstattstraße zur Westermühlstraße. An dieser ändert sie an einer platzartigen Erweiterung ihre Richtung mehr nach Süden und führt wiederum schnurgerade zur Baumstraße. Hier wendet sie sich nach Südosten und führt über die Auenstraße zu der einen Teil des Isarkais bildenden Wittelsbacherstraße, an der sie endet.
Öffentlicher Verkehr Die Straße wird durch die U-Bahn-Station Fraunhoferstraße und die durch die Rumfordstraße führende Straßenbahn erschlossen. Außerdem bedient eine Stadtbuslinie die Klenzestraße.
Geschichte Die Straße wurde mit der Bebauung des auf Initiative des Bankiers Karl von Eichthal geschaffenen, unter Ensembleschutz stehenden Gärtnerplatzviertels (Ensemble E-1-62-000-17) angelegt. Die Anlage und Bebauung der Straße, die ihren Namen bereits im Stadterweiterungsplan von 1830 erhielt, erfolgte erst 1862.Karl von Rambaldi, Münchner Straßennamen und ihre Erklärung, Pilothy & Loehle, München, 1894, Nr. 340 Südlich der Klenzeschule befanden sich seit etwa 1800 die sogenannten Ouvrierwerkstätten, in denen die Handwerkertruppen zusammengefasst waren, die den Bedarf an Festungsmaterial herstellten.Karl Spengler: Münchner Straßenbummel, Verlag F. Bruckmann, München 1960, S. 273, ohne ISBN In der Klenzestraße 4 befand sich bis in die Zeit des Nationalsozialismus ein jüdisches Altersheim mit einer rituellen Speiseanstalt,Quelle: Stadtgeschichte München, Artikel Klenzestraße in der Klenzestraße 34 der Verein „Schomre Schabbos“.Benedikt Weyerer: München 1919–1933. Stadtrundgänge zur politischen Geschichte. Hrsg. Landeshauptstadt München. Buchendorfer Verlag, München 1993, ISBN 3-927984-21-3, S. 35 Den ersten Baulinienplan legte 1830 Simon von Eichthal vor. Ein neuer Bebauungsplan folgte 1860; in diesem übernahm Simon von Eichthal die Kosten für die Überbrückungen der Bäche und die Bachregulierungen. In diesem Zusammenhang erfolgte die Überbrückung des Pesenbachs im Zug der Klenzestraße.Christine Rädlinger: Geschichte der Münchner Brücken, hrsg. Landeshauptstadt München - Baureferat -, Verlag Franz Schiermeier, München 2008, ISBN 978-3-9811425-2-5, S. 105 f.
Namensgeber Die Straße ist nach dem Architekten Leo von Klenze (1784–1864) benannt. Die Benennung ist schon zu Lebzeiten des Namensgebers erfolgt.
Gebäude unter Denkmalschutz Nr. 16: Mietshaus, spätklassizistisch, 1872, mit Putzgliederung von 1914 (Denkmalliste D-1-62-000-3469) Nr. 23: Mietshaus, Eckbau in spätklassizistischer Tradition, um 1875 (Denkmalliste D-1-62-000-3470) Nr. 24: Mietshaus, 1862 von Franz Kil (Denkmalliste D-1-62-000-5693) Nr. 25: Mietshaus, in spätklassizistischer Tradition, mit sparsamem Stuck (Denkmalliste D-1-62-000-3472) Nr. 32: Mietshaus, in spätklassizistischer Tradition, erbaut 1864 (Denkmalliste D-1-62-000-3473) Nr. 38: Mietshaus, in spätklassizistischer Tradition, mit reicher Gliederung, 1864 von Franz Kil; Gruppe mit dem gleichartigen Doppelmietshaus Nr. 40/42 (Denkmalliste D-1-62-000-3474) Nr. 40/42: Doppelmietshaus, in spätklassizistischer Tradition, mit reicher Gliederung, 1864, wohl von Ludwig Deiglmayr; Gruppe mit dem gleichartigen Haus Nr. 38 (Denkmalliste D-1-62-000-3475) Nr. 46: Mietshaus, spätklassizistisch, 1863 von Reinhold Hirschberg (Denkmalliste D-1-62-000-3476) Nr. 47: Mietshaus, in spätklassizistischer Tradition, 1864 von M. Leithe (Denkmalliste D-1-62-000-3477) Nr. 48: Volksschule, Eckbau, 1910 von Robert Rehlen (Denkmalliste D-1-62-000-3478) Nr. 49: Mietshaus, in spätklassizistischer Tradition, mit Blendengliederung, 1862 von Joseph Hönig; Einheit mit Eckhaus Fraunhoferstraße 19 (Denkmalliste D-1-62-000-3479) Nr. 50: Mietshaus, klassizisierender Eckbau, reich gegliedert, 1897 (Denkmalliste D-1-62-000-3480) Nr. 52: Mietshaus, in spätklassizistischer Tradition, mit Stuckdekor, 1879 von Michael Reifenstuel d. J. (Denkmalliste D-1-62-000-3481) Nr. 58: Mietshaus, Neurenaissance, mit Erkerturm an der abgeschrägten Ecke, 1882; bildet eine symmetrische Gruppe mit Jahnstraße 25 (Denkmalliste D-1-62-000-3482) Nr. 60/62: Mietshäuser, zu palastartiger Neurenaissancefront mit Seitenrisaliten vereinigt, Rohbackstein mit Hausteingliederungen, 1883 von Franz Rattenhuber (Denkmalliste D-1-62-000-3483) Nr. 64: Mietshaus, Neurenaissance, 1884 von Michael Mayer (Denkmalliste D-1-62-000-3484) Nr. 68: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert, 1884 (Denkmalliste D-1-62-000-3485) Nr. 79: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert und dekoriert, 1884 von Heinrich Hilgert (Denkmalliste D-1-62-000-3486) Nr. 89: Mietshaus, Neurenaissance, 1885 von Georg Sailer (Denkmalliste D-1-62-000-3487) Nr. 105: Mietshaus, Neurenaissance-Eckbau, mit Erkern, Balkongittern und plastischem Dekor, Rohbackstein mit Putzgliederungen, bezeichnet 1896 (Denkmalliste D-1-62-000-3488)
Abgegangene Gebäude Kreisoberrealschule III (Kriegsverlust), jetzt Klenze-Gymnasium München, in Sendling wieder errichtet.
Schulen Grundschule am Gärtnerplatz, Klenzestraße 27 Staatliche Grundschule Klenzestraße 48 (Klenzeschule)
Gebäude in der Nähe mini|Gärtnerplatztheater, rechts die Klenzestraße Staatstheater am Gärtnerplatz
Literatur Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 172.
Einzelnachweise
Weblinks
Klenzestraße im München Wiki Die Klenzestraße auf der Website von Stadtgeschichte München Website der Schule Klenzestraße 27 Website der Schule Klenzestraße 48
Kategorie:Innerortsstraße in München Kategorie:Bauwerk in der Isarvorstadt Kategorie:Leo von Klenze als Namensgeber Kategorie:Straße in Europa