Der Friedensimplementierungsrat (Peace Implementation Council, PIC) ist ein internationales Gremium, das mit der Umsetzung des Dayton-Friedensabkommens für Bosnien und Herzegowina beauftragt ist.

Geschichte Der Rat wurde auf einer Umsetzungskonferenz am 8. und 9. Dezember 1995 in London, Vereinigtes Königreich, gegründet,London Conference conclusions nachdem die Verhandlungen über das Abkommen im Vormonat abgeschlossen worden waren.For details see United Security Council, document symbol: S/1995/1029 Der Rat ist praktisch die Verwirklichung der internationalen Verwaltung von Bosnien und Herzegowina nach der Unterzeichnung des Dayton-Abkommens durch den von ihm ernannten Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina. Die internationale Kontrolle über Bosnien und Herzegowina soll so lange andauern, bis das Land als politisch und demokratisch stabil und selbsttragend gilt.

Der Friedensimplementierungsrat umfasst 55 Länder und Organisationen, die den Friedensprozess auf vielfältige Weise unterstützen, indem sie ihn finanziell fördern, Truppen für die EUFOR Althea bereitstellen oder direkt Operationen in Bosnien und Herzegowina durchführen. Hinzu kommt eine schwankende Anzahl von Beobachtern.

Seit der Londoner Konferenz ist der Friedensimplementierungsrat sechs weitere Male auf Ministerebene zusammengekommen, um die Fortschritte zu überprüfen und die Ziele für die Umsetzung des Friedens für den kommenden Zeitraum festzulegen: im Juni 1996 in Florenz, Italien; im Dezember 1996 zum zweiten Mal in London, im Dezember 1997 in Bonn, Deutschland, im Dezember 1998 in Madrid, Spanien, im Mai 2000 und im Februar 2007 in Brüssel, Belgien.

Der Friedensimplementierungsrat präzisiert die Zuständigkeiten des Hohen Vertreters als wichtigstes Durchführungsorgan des zivilen Teils des Dayton-Abkommens, wie in Anhang 10 des Dayton-Abkommens dargelegt. So wurde beispielsweise auf der Bonner Tagung 1997 dem Amt des Hohen Vertreters die sogenannte „Bonner Befugnis“ übertragen, gewählte und nicht gewählte Amtsträger, die die Umsetzung des Dayton-Abkommens behindern, ihres Amtes zu entheben. Der Hohe Vertreter von 2006 bis 2007, Christian Schwarz-Schilling, nutzte diese Befugnis zurückhaltend, um das Vertrauen in die gewählte Regierung des Landes zu stärken. Diese Strategie wurde von seinem Nachfolger Miroslav Lajčák umgekehrt, der bereits an seinem ersten Tag im Amt mehrere Entscheidungen durchsetzte.

Mitglieder

Länder Albanien, Österreich, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kanada, China (im Mai 2000 ausgetreten), Kroatien, Tschechische Republik, Dänemark, Ägypten, Bundesrepublik Jugoslawien (nachgefolgt von Serbien), Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Japan, Jordanien, Luxemburg, Nordmazedonien, Malaysia, Marokko, Niederlande, Norwegen, Oman, Pakistan, Polen, Rumänien, Russische Föderation, Saudi-Arabien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Ukraine, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten von Amerika;

Internationale Organisationen Amt des Hohen Vertreters, Schiedsgericht von Brčko (1999 nach Erlass des endgültigen Schiedsspruchs aufgelöst), Europarat, Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Europäische Kommission, Internationales Komitee vom Roten Kreuz, Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, Internationaler Währungsfonds, Nordatlantikpakt-Organisation, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Vereinte Nationen, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen für Ostslawonien (im Januar 1998 aufgelöst) und Weltbank.

Beobachter Australien, Zentralbank von Bosnien und Herzegowina, Europäische Investitionsbank, Estland, Heiliger Stuhl, Menschenrechtsbeauftragter in Bosnien und Herzegowina, Island, Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, Internationaler Vermittler für Bosnien und Herzegowina, Internationale Organisation für Migration, Lettland, Litauen, Neuseeland, Liechtenstein, Südafrika und Stabilitätspakt für Südosteuropa.

Siehe auch

Internationale Lenkungsgruppe für den Kosovo

Einzelnachweise

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