hochkant=0.9|mini|Der Wettbergstein Der auch Junkerstein genannte Wettbergstein ist ein Kreuzstein bei Nettelrede, einem Stadtteil von Bad Münder am Deister im Landkreis Hameln-Pyrmont. Er ist der größte Kreuzstein im südlichen Niedersachsen.

Geschichte Der Familie von Wettberg gehörte ab dem 15. Jahrhundert der Burgmannshof in Münder, dem späteren Bad Münder am Deister. Der 1575 gebaute Wettbergsche Adelshof wird heute als Heimatmuseum von Bad Münder genutzt.

Zu den Besitzungen des reich begüterten und hoch geachteten Junkers Christoffer von Wettberg gehörte der bewaldete Taubenberg, ein nördlich von Münder beim Dorf Nettelrede gelegener Ausläufer des Deisters. Christoffer von Wettberg kam hier am 16. Januar 1583 durch einen umstürzenden Baum ums Leben. Seine Witwe ließ an der Unglücksstelle einen Kreuzstein für den Verunglückten, der kein Sterbesakrament mehr hatte erhalten können, aufstellen.

Das Haus Wettberg starb im Jahr 1644 gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges aus. Der Wettbergstein ist der älteste erhaltene Kreuzstein in der Gegend des Deisters. Er steht nordöstlich von Nettelrede im Genossenschaftsforst Nettelrede unweit eines Holzabfuhrweges.

Beschreibung mini|hochkant=1.3|Detail: „De vnglückliche bohm“ Der Wettbergstein ist ein 87 cm breiter und 18 cm starker Sandsteinquader. Der oben giebelförmig gestaltete Kreuzstein ist mit 220 cm ungewöhnlich hoch.

Der Stein zeigt auf seiner Vorderseite im Relief ein auf einem Halbkreisbogen stehendes 2 cm tief herausgearbeitetes längsorientiertes Balkenkreuz. Auf den vier das einen Meter hohe Kreuz umgebenden Flächen ist eine Inschrift in Fraktur eingraviert. Der Giebel des Steins zeigt einen Wappenschild mit Ochsenkopf, dem Wappenbild der Familie Wettberg.

Auf der Rückseite des Steins ist oben ein 80 cm hohes, auf einem Halbkreisbogen stehendes und im Giebeldreieck endendes längsorientiertes Balkenkreuz im Relief herausgearbeitet. Darunter ist der Schriftzug „De vnglückliche bohm“ eingraviert. Etwa in der Mitte der Rückseite ist die Darstellung eines nach rechts umgestürzten Baumes im Relief herausgearbeitet.

Inschriften

Die mittelniederdeutschen Inschriften sollen sich etwa 400 Jahre lang gut erhalten haben. Erst in den letzten Jahren habe die Lesbarkeit gelitten.

Kulturdenkmal Der Junker- oder Wettbergstein ist als obertägig erhaltenes archäologisches Denkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG) eingetragen.

Literatur Günther Klapproth: Gedenksteine im Deister. Cadmos-Verlag, Hannover 2003, ISBN 3-7842-0664-6. Werner Müller und Günther E. H. Baumann, „Flurdenkmale im südlichen Niedersachsen Katalog der Wanderausstellung; Alfeld 5.2.-2.3.79, Bockenem 9.3.-1.4.79, Zell a. d. Pram (Österreich) 14.-17.6.79“. Elze, 1979, S. 20.

Weblinks

Scheibenkreuz im Denkmalatlas Niedersachsen

Anmerkungen

Einzelnachweise Nettelrede, Junker-Stein in:

Nettelrede in:

Kategorie:Kreuzstein in Deutschland Kategorie:Bauwerk in Bad Münder am Deister Kategorie:Erbaut in den 1580er Jahren Kategorie:Kultur (Bad Münder am Deister) Kategorie:Bodendenkmal im Landkreis Hameln-Pyrmont