mini|Luise Morgenthal, 1977 Luise Morgenthal (* 8. Dezember 1948 in Meißen; † 7. März 2007 in Bremen) war eine deutsche Juristin und Gefängnisleiterin.
Leben Luise Morgenthal kam im Meißener Stadtteil Dobritz als Tochter von Liselotte Morgenthal, geb. Fromberg, verw. Görne und dem Diplomgärtner Julius Morgenthal zur Welt. 1953 verließ die Familie mit Luise und ihrer Halbschwester die DDR. Sie wohnte zunächst in Kitzingen am Main, zog 1956 nach Ratingen und dann nach Wunstorf bei Hannover. An der Sophienschule Hannover legte Luise Morgenthal 1968 ihr Abitur ab. Im Wintersemester 1968/69 immatrikulierte sie sich an der Universität Göttingen mit dem Berufsziel Lehramt für ein Studium der Germanistik und Romanistik. Im Sommersemester 1970 zog sie nach West-Berlin und setzte an der Freie Universität Berlin ihr Studium fort. 1973 wechselte sie das Studienfach und begann ein Studium der Rechtswissenschaft.Luise Morgenthal: Lebenslauf vom 25.05.1970 in Universitätsarchiv FU Imma Nr. 733661.
Während ihres Studiums engagierte sie sich in der Roten Hilfe und publizierte in der Zeitschrift Langer Marsch. In der Zeitschrift Kritische Justiz polemisierte sie 1983 unter dem Titel „August Geil und Frieda Lüstlein - Der Autor und sein Tätertyp“ gegen frauenfeindliche Stereotype in juristischen Lehrbüchern. Nach ihrem Studium zog Luise Morgenthal nach Bremen und war als juristische Assistentin an der Aufarbeitung des Geiseldramas von Gladbeck beteiligt. Später arbeitete sie als Parlamentsreferentin für die SPD. 1996 heiratete sie den Bremer SPD-Politiker Jens Böhrnsen. Sie arbeitete in den folgenden Jahren im Strafvollzug für weibliche Gefangene. 2004 übernahm sie die Leitung des Frauenvollzugs im Bremer Gefängnis Oslebshausen. Ihr besonderer Einsatz galt der psychologischen Betreuung der inhaftierten Frauen und ihrer Resozialisierung. Sie unterstützte außerdem die Notaufnahme des Bremer Mädchenhauses, als dessen Schirmfrau sie sich 2006 engagierte. Luise Morgenthal starb am 7. März 2007 im Alter von 58 Jahren an einer Hirnblutung. Nach ihr wurde im Bremer Stadtteil Gambke das Begegnungszentrum „Luise Morgenthal“ benannt.
Einzelnachweise
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