mini|hochkant|Léopold Flameng, 1877 Léopold Flameng (* 22. November 1831 in Brüssel; † 4. September 1911 in Courgent) war ein französischer Illustrator, Kupferstecher, Maler, Radierer und Zeichner.
Leben Flameng war ein Sohn französischer Eltern und kam im Alter von zehn Jahren an die École royale de gravure in die Klasse für den Holzschnitt zu Henry Brown und Hendrik Van der Haert. Dort bemerkte Luigi Calamatta sein Talent und nahm ihn in seine Stecherklasse auf. Flameng wurde Mitarbeiter bei dessen Publikationen Galeries de Florence und Musée de Versailles. Er begann in dieser Zeit mit ersten Versuchen auf dem Gebiet der Radierung und stellte Reproduktionen nach zeitgenössischen Meistern her und spezialisierte sich später auf diese Technik.
Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, kam er 1853 nach Paris und konzentrierte sich vor allem auf die Originalradierung und die Reproduktionsgrafik. 1859 wurde er von Charles Blanc in die Redaktion der neu gegründeten Gazette des Beaux-Arts berufen, wo er etwa 100 Blätter lieferte, zu denen auch eine Reproduktion des Porträt Miss Graham von Thomas Gainsborough oder Roger befreit Angelika nach Jean-Auguste-Dominique Ingres gehörten. Zugleich arbeitete er auch für die Zeitschrift L’Artiste und schuf Illustrationen für mehrere Bücher wie Aimé Girons Le Sabot de Noel (1863) oder Christophe Colomb et la découverte du Nouveau monde des Marquis Auguste de Belloy (1864).
Seine Technik wurde dem malerischen Charakter der Originale gerecht. Er war in der Lage, diverse Meister der Kunst nachzuahmen, indem er seine Technik entsprechend anpasste. Flamengs malerische Arbeiten beschränkten sich hauptsächlich auf Skizzen für seine graphischen Reproduktionen. 1887 stellte er ein Genrebild im Salon aus und erhielt für seine Graphik zahlreiche Medaillen. Zudem arbeitete er auch als Karikaturzeichner und war Mitarbeiter an dem Karikaturenheft „Jean-Diable“, das 1862 erschien. Er besaß eine große Porträtgalerie, die Werke von Persönlichkeiten wie J. P. Laurens und Alfred de Musset umfasst. Insgesamt schuf er mehr als 800 Blätter, viele davon sind in der Bibliothèque nationale de France in Paris und in Marseille zu finden. Obgleich sein Gesamtwerk bislang nicht vollständig katalogisiert ist, wird es von Beraldi als sehr umfangreich beschrieben.
Familie Flameng heiratete am 27. März 1862 seine Stiefschwester Cornélie Françoise (geborene Lagneau; * um 1837), eine Tochter aus der ersten Ehe der zweiten Frau seines Vaters. Er hatte mit ihr mindestens einen, zunächst unehelichen Sohn: François Léopold Flameng (6. Dezember 1856 – 28. Februar 1923), der Genre-, Historien- und Porträtmaler, Kupferstecher, Illustrator und Radierer wurde.
Seine Schwester Elisa oder Élise Flameng, die er auch unterrichtete, war Holzschneiderin und Radiererin. Sie beschickte in den Jahren 1868 und 1869 den Pariser Salon mit Holzschnitten nach Zeichnungen ihres Bruders. 1869 heiratete sie Paul Bueso und 1887 Aglaüs Bouvenne.Sculpsit et delineavit : Léopold Flameng (1831-1911) ou le métier de « graveur-illustrateur » dans la seconde moitié du XIXe siècle. (französisch, theses.hal.science PDF, S. 11 und 34).
Flameng starb 1911 auf seinem Landsitz in Courgent, nahe Mantes.
Auszeichnungen (Auswahl) 1869: Goldmedaille Brüssel 1870: Ritter der Ehrenlegion 1886: Ehrenmedaille für die Radierung Mort de Sainte-Genevieve 1894: Offizier der Ehrenlegion 1898: Mitglied des Instituts der Académie des Beaux-Arts.
Werke (Auswahl) In den 1870er Jahren schuf er zahlreiche Blätter darunter zu Rembrandt van Rijns Gemälden Die Anatomie des Dr. Tulp und Die Nachtwache oder Radierungen nach Werken von Peter Paul Rubens. Triomphe de Silène (nach Rubens) Sauvee! und La Source (nach Jean-Auguste-Dominique Ingres) La Halte (nach Ernest Meissonier) La Vierge au donateur (nach Jan van Eyck) Anbetung der Hirten (nach Van der Goes)
Illustrationen L’Oeuvre complet de Rembrandt Théâtre complet de Molière
Literatur
Weblinks
Léopold Flameng (französisch, 1831–1911) artnet.de
Einzelnachweise
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