Osieki (deutsch Wusseken) ist ein Dorf in der Gemeinde Borzytuchom im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, etwa sieben Kilometer nordwestlich der Stadt Bytów (Bütow) und 1,5 Kilometer nordwestlich des Dorfs Niedarzyno.

Es befindet sich auf einer Anhöhe am See Osiecko. Aus dem See fließt der Bach Leśnica, der weiter nördlich in die Bytowa mündet.

Geschichte Das Dorf Wusseken, eine Gründung des Deutschen Ordens, erhielt seine Handfeste 1355 auf dem Schloss Bütow aus der Hand des Bütower Hauskomturs Niclas von der Frantz auf Geheiß des Hochmeisters Winrich von Kniprode und des Großkomturs Heinrich von Bovenden. Der Orden verlieh darin seinem getreuen Diener Wenikow vierzig Hufen erbliches Siedlungsland zu kulmischem Recht mit der Auflage, ihm dafür mit einem Pferd zu dienen.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 194–195 (Google Books). Nach der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Bütaw am 18. Juni 1658 wurde die Starostei, zu der Wusseken zwischenzeitlich gehört hatte, in das Domänenamt Bütow umgewandelt. Vorwerk und Dorf Wusseken waren durch Kriegseinwirkung in Mitleidenschaft gezogen worden: Im Gutsbezirk, in dem es zuvor 60 Stück Rindvieh und eine Schäferei mit 1500 Schafen gegeben hatte, war kein Vieh mehr vorhanden, und im Dorf waren von den neun Bauernhöfen acht zerstört worden.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 25, Nr. 3 (Google Books), und Anhang S. 29, Nr. 15 (Google Books).

Um 1782 hatte Wusseken an landwirtschaftlichen Betrieben unter anderem ein Vorwerk, einen Freischulzenhof und sechs Bauernhöfe; auf dem Vorwerk, das 1145 Morgen und 30 Ruten Land umfasste, waren sechs Bauern und zwei Kossäten aus Wusseken, zehn Bauern aus Kroßnow und vier Bauern aus Morgenstern dienstpflichtig. Das Gut Adelig Wusseken kauften Wusseker Bauern durch einen Vertrag vom 20. Dezember 1819 für 17.526 Reichstaler vom Fiskus und verkauften es laut Vertrag vom 6. Februar 1821 für 15.875 Reichstaler an Ludwig Kratz, von dem es laut Vertrag vom 16. August 1853 für 37.000 Reichstaler ohne Inventar Ernst Friedrich Schimmelpfennig käuflich erwarb.Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 121 (Google Books)- Letzterer ist im Verzeichnis der Pommerschen Ritterschaft vom 1. Januar 1862 als Besitzer des Guts Wusseken genannt.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 570, Ziffer 60 (Google Books). Im Besitz der Familie Schimmelpfennig befand sich das Gut auch noch 1884P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 20–21 (Google Books). und 1892. Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 94–95 (Google Books).

Im Jahr 1886 verkaufte der königliche Domänenfiskus den 30,695 Hektar umfassenden Großen See bei Wusseken an den Besitzer Carl Biastock in Königlich Wusseken.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, Stück 9, Cöslin, 4. März 1886, S. 45 (Google Books).

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 764,0 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Königlich Wusseken 29 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 29 Pferde, 138 Stück Rindvieh, 13 Schafe und 204 Stück Borstenvieh hielten, und in dem 463,4 Hektar umfassenden Gutsbezirk Adlig Wusseken 14 viehhaltende Haushaltungen, die zusammen 35 Pferde, 119 Stück Rindvieh, ein Schaf und 49 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 138–139, Ziffer 43 und Ziffer 59 (Google Books).

Am 30. September 1928 wurden der Gutsbezirks Adlig Wusseken in die Landgemeinde Königlich Wusseken eingegliedert und die Landgemeinde Königlich Wusseken in Wusseken umbenannt.Amtsbezirk Meddersin (Territorial.de) Am 1. Januar 1929 wurde der Forstgutsbezirk Taubenberg aus dem Amtsbezirk Borntuchen teilweise in die Landgemeinde Wusseken eingegliedert.

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Wusseken eine Flächengröße von 18,8 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 43 bewohnte Wohnhäuser an zwei verschiedenen Wohnplätzen: Forsthaus Wusseken Wusseken Um 1935 hatte Wusseken unter anderem einen Gasthof, einen Gemischtwarenladen und eine Zimmerei-Werkstatt.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1183 (Google Books). Das Gut Adelig Wusseken befand sich im Jahr 1944 im Besitz der Familie Becker, aus der 1925 und 1938 Walter Becker als Gutsbesitzer genannt worden war.Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Wusseken (buetow-pommern.info)

Bis 1945 bildete Wusseken eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Wusseken war dem Amtsbezirk Meddersin zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Meddersin.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Infolge des Krieges wurde der Ort Teil Polens und in Osieki umbenannt.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – Dorf, mit einem Vorwerk, einem Freischulzen-Hof, sechs Bauernhöfen, einem Kossäten, einem lutherischen Schulmeister, zwei Vorwerkskaten, einem Freischulzenkaten, 19 Feuerstellen (Haushaltungen), eingepfarrt zu BütowLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1060, Ziffer (36) (Google Books), und S. 1061, Ziffer (5) (Google Books). 1818 221 davon 214 im königlichen Dorf und Vorwerk und sieben in der königlichen Försterei, zum Kirchspiel Bütow gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 199, Ziffer 4204–4205 (Google Books).Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 287, Ziffer 32 (Google Books). 1852 311 Dorf, mit der Kolonie KamenzinTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 696 (Google Books). 1855 349 am Jahresende, davon 252 (244 Evangelische, acht Katholiken) in Königlich Wusseken und 97 (sämtlich Evangelische) in Adelig WussekenHermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 54–55 (Google Books)1864 393 am 3. Dezember, davon 319 in Königlich Wusseken und 74 in Adelig WussekenKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 10–17, Ziffer 60–61 (Google Books). 1867 388 am 3. Dezember, davon 290 in Königlich Wusseken und 98 in Adelig Wusseken 1871 364 am 1. Dezember, davon 256 (255 Evangelische, ein Katholik) in Königlich Wusseken und 108 (sämtlich Evangelische) in Adelig WussekenKönigl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 39 (Google Books), und S. 176–177, Ziffer 62 (Google Books). 1885 375 am 1. Dezember, davon 259 (sämtlich Evangelische) in Königlich Wusseken und 116 (sämtlich Evangelische) in Adelig WussekenKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 192–193, Ziffer 43 (Google Books), und S. 192–193, Ziffer 61 (Google Books). 1895 346 am 2. Dezember, davon 239 (236 Evangelische, drei Katholiken) in Königlich Wusseken und 107 (sämtlich Evangelische) in Adelig WussekenKönigliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 198–199, Ziffer 43 (Google Books), und S. 198–199, Ziffer 61 (Google Books). 1910 334 am 1. Dezember, davon 208 im Dorf und 126 im GutsbezirkWusseken, Dorf (Königlich) und Rittergut (Adlig), Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org). 1925 377 Landgemeinde, in 77 Haushaltungen, darunter 335 Evangelische und 41 KatholikenDie Gemeinde Wusseken im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 347 1939 283 2011 286 GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017

Kirche In Wusseken stellten evangelische Christen die Bevölkerungsmehrheit. Diese waren nach Bütow eingepfarrt. Das katholische Kirchspiel war in Bütow.

Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an. Das polnische katholische Kirchspiel ist in Bütow. Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Literatur Wusseken, Dorf (Königlich) und Rittergut (Adlig), Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org). Wusseken, Forsthaus, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Wusseken (meyersgaz.org). Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1060, Ziffer (36) (Google Books), und S. 1061, Ziffer (5) (Google Books). P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 20–21 (Google Books). Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 94–95 (Google Books).

Weblinks Die Gemeinde Wusseken im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Wusseken (buetow-pommern.info)

Fußnoten

Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Borzytuchom