mini|Pavel Leonov (1999) Pawel Petrowitsch Leonow (; * 1920 in Wolotowskoje; † 2011 in Sawino, Oblast Iwanowo) war einer der führenden russischen naiven Künstler der Sowjetzeit.
Leben Geboren 1920 im Dorf Wolotowskoje in der Region Orjol, spiegelte Leonows Leben viele der Erschütterungen der kommunistischen Ära wider. Er floh vor einem tyrannischen Vater, den Leonow als „Berufstrinker“ bezeichnete, und verließ sein Dorf im Alter von achtzehn Jahren mit fünf Rubel in der Tasche und einem Zugticket nach Orjol.
Pawel Leonow übte unterschiedlichste Berufe aus: Dorfbibliothekar, Fuhrmann, Bergarbeiter, Spengler, Stuckateur, Fabrikarbeiter, Schildermaler. 1938 wurde er zum ersten Mal verhaftet.
Schon als Junge brachte sich Leonow das Zeichnen mithilfe eines Handbuchs selbst bei. Anfang der 1960er Jahre besuchte er die Volksuniversität in Moskau (ZNUI). Dort erhielt er Ermutigung vom Künstler Mikhail Roginsky.
Bis 1970 hatte Leonows Werk kritische Beachtung gefunden, und in den 1980er Jahren wurde er in die World Encyclopaedia of Naïve Art aufgenommen. Doch gerade zu dieser Zeit verschwand er. Erst 1990 – nach fast zwanzig Jahren – wurde er wiederentdeckt, als er in Armut mit seiner Frau und seinem jugendlichen Sohn in Mekhovitzi, einem Dorf in der Region Iwanowo, lebte. Da er seine Gemälde nicht verkaufen konnte, klebte er sie an die Wände, um zusätzlichen Schutz gegen die harten Winter zu haben.
Mit der Unterstützung von unter anderem den Moskauer Kunsthistorikerinnen Olga Diakonitsina und Ksenia Bogemskaia änderte sich Leonows Schicksal. Russische Institutionen wie das Puschkin-Museum, das Moskauer Museum für Außenseiterkunst und das Moskauer Museum für naive Kunst erkannten Leonow als einzigartigen visionären Künstler an. Sein Werk wurde international gefeiert und erhielt 1997 den Grand Prix bei INSITA.
Trotzdem blieben seine Lebensumstände einfach. Leonow kümmerte sich wenig um seine pekuniären Verhältnisse. Seine Gemälde nannte er „seine Erfindungen“. In seinem abgelegenen Dorf waren Materialien schwer zu bekommen: Seine Leinwände bestanden manchmal aus Sackleinen, Tischdecken oder alten Vorhängen; seine Farben waren oft billige Hausfarben; wenn seine Pinsel unbrauchbar wurden, griff er zu Stöcken und Borsten.
Als die Arthritis seine Hände ergriff, begannen seine Werke monumentale Dimensionen anzunehmen, inspiriert von den sowjetischen Wandgemälden, die er auf Reisen gesehen hatte.
Seine Werke sind heute in bedeutenden Kunstsammlungen vertreten; unter anderem in der Kroatischen Nationalgalerie, der Sammlung Zander in Köln, De Stadshof Collection, Den Haag, der Slowakischen Nationalgalerie und dem Moskauer Museum für Naive Kunst.
Einzelnachweise
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