mini|hochkant|Mildred Dresselhaus (2012)
Mildred S. Dresselhaus (* 11. November 1930 in New York City als Mildred Spiewak; † 20. Februar 2017 in Cambridge, Massachusetts)Institute Professor Emerita Mildred Dresselhaus, a pioneer in the electronic properties of materials, dies at 86. Massachusetts Institute of Technology, 21. Februar 2017, abgerufen am 21. Februar 2017 (englisch). war eine US-amerikanische Physikerin. Sie war Professorin für Physik und Elektrotechnik am Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Leben Dresselhaus wurde in Brooklyn geboren und wuchs in der Bronx in New York auf. Dort begann sie zunächst am Hunter College zu studieren und ging dann 1951 an die Universität Cambridge in England. Ein Jahr später wechselte sie an die Harvard-Universität und bekam dort 1953 ihren Master am Radcliffe College. 1958 wurde sie an der University of Chicago promoviert und heiratete den Physiker Gene Dresselhaus, mit dem sie eine Tochter und drei Söhne hatte. Anschließend verbrachte sie zwei Jahre an der Cornell-Universität.
Ihre Karriere am Massachusetts Institute of Technology (MIT) begann sie zusammen mit ihrem Mann 1960 im Lincoln Laboratory in Lexington. In dieser Zeit wandte sie sich von Forschungen zu Supraleitern ab und widmete sich der Magnetooptik. Erst durch ihre Experimente entwickelte sich ein Verständnis für die elektrische Struktur von Halbmetallen.
1967 wechselte sie als Gastprofessorin an die Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, seit 1968 war sie Professorin für Physik und Elektrotechnik. Gleichzeitig war sie seit 1973 Professorin an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik und seit 1983 an der Physikfakultät. Sie hatte seit 1985 den Titel „Institute Professor“ inne, der am MIT nur verdienten Professoren zuteilwird. Sie war die erste Frau, die eine volle Professur mit tenure am MIT erhielt.Institute Professor Emerita Mildred Dresselhaus, a pioneer in the electronic properties of materials, dies at 86, MIT News, 21. Februar 2017
Bedeutende Forschungsergebnisse erzielte sie bei der Erforschung von Kohlenstoffnanoröhren. Sie galt wegen ihrer vielfältigen Beschäftigung mit Kohlenstoffverbindungen als Queen of Carbon Science.
1984 war sie Präsidentin der American Physical Society. Von August 2000 bis Januar 2001 war sie Direktorin des wissenschaftlichen Büros des US-Energieministeriums. Seit 2004 war sie Vorsitzende des leitenden Gremiums des „American Institute of Physics“.
Neben ihren Studien setzte sich Dresselhaus auch stark für die Förderung von Frauen in Disziplinen wie der Physik ein, in denen diese unterrepräsentiert sind.
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl) 1972: Fellow der American Physical Society 1974: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 1985: Mitgliedschaft in der National Academy of Sciences 1990: National Medal of Science 1995: Mitglied der American Philosophical Society 2005: Heinz Award 2007: L’Oréal-UNESCO-Preis for Women in Science 2008: Oersted MedalOersted Medal. Liste der Preisträger auf der Website der American Association of Physics Teachers, abgerufen am 21. Februar 2017 (englisch). 2008: Oliver E. Buckley Condensed Matter Prize 2012: Enrico Fermi Award 2012: Kavli-Preis für Nanowissenschaften 2013: Von Hippel Award 2014: Presidential Medal of Freedom 2015: IEEE Medal of Honor 2017: Benjamin Franklin Medal des Franklin Institute 30 Ehrendoktorate
Literatur Deborah D. L. Chung: Mildred S. Dresselhaus (1930–2017). In: Nature. Band 543, Nr. 7645, 2017, S. 316, doi:10.1038/543316a G. Dresselhaus, F. A. Stahl: Mildred Spiewak Dresselhaus (1930–). In: Nina Byers, Gary Williams: Out of the Shadows: Contributions of Twentieth-Century Women to Physics. Cambridge University Press, 2006, S. 353–361, ISBN 0-521-82197-5.
Schriften mit Gene Dresselhaus, Ko Sugihara, Ian L. Spain, Harris A. Goldberg: Graphite Fibers and Filaments, Springer Series in Material Science 5, Springer 1988 mit Gene Dresselhaus, Stephen Cronin, Antonio Gomes Souza Filho: Solid State Properties: From Bulk to Nano, Springer 2018 mit Gene Dresselhaus, Ado Jorio: Group theory: application to the physics of condensed matter, Springer 2008 mit Gene Dresselhaus, Phaeton Avouris (Hrsg.): Carbon Nanotubes: Synthesis, Structure, Properties, and Applications, Springer 2001 mit Gene Dresselhaus, Ado Jorio, Riichiro Saito: Raman Spectroscopy in Graphen Related Systems, Wiley-VCH 2011 Herausgeberin mit Hideo Aoki: Physics of Graphene, Springer 2014
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Massachusetts Institute of Technology) Kategorie:Präsident der American Association for the Advancement of Science Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Fellow der American Physical Society Kategorie:Mitglied der American Philosophical Society Kategorie:Mitglied der Norwegischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Träger der Presidential Medal of Freedom Kategorie:Träger der National Medal of Science Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2017 Kategorie:Frau