Ludwig Rauch (* 5. Oktober 1960 in Leipzig) ist ein deutscher Fotograf und Künstler. Rauchs Bilder werden in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt.

Leben Rauch legte 1979 sein Abitur in Berlin (Ost) ab und studierte von 1980 bis 1985 Bildjournalistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig (DDR). 1985 erhielt er in der DDR ein Publikationsverbot für alle journalistischen Medien der DDR. Ab 1986 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Arno Fischer.

Im Januar 1989 übersiedelte er nach Berlin-West. 1991 gründete er gemeinsam mit Matthias Flügge und Michael Freitag die Kunstzeitschrift neue bildende kunst, die bis 1999 erschien.

Seine frühen fotografischen Werke bewegen sich zwischen dokumentarischer und inszenierter Fotografie. Ab 1992 wandte sich Rauch zunehmend der bildenden Kunst zu. Er entwickelte eine eigene Bildsprache, mithilfe derer er fotografische Strukturen und Fragmente durch Überlagerung und Abstraktion zu malerisch anmutenden Werken komponiert.

Zwischen 1992 und 2004 arbeitete er auch mit dem Künstler Ulrich Kubiak zusammen; unter dem Namen Kubiak & Rauch entstand ein Œuvre gemeinsamer Arbeiten.

Seit 2009 lehrt Rauch an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin.

2019 initiierte er eine eigene Meisterklasse für künstlerische Fotografie, deren Abschluss-Ausstellungen u. a. im Kunstraum Potsdam (Der sechste Sinn – Meisterklasse Ludwig Rauch) und zuletzt in Hildesheim in der „Galerie im Stammelbachspeicher“ (Never be sure – Meisterklasse Ludwig Rauch) präsentiert wurden und große Aufmerksamkeit erregten.

Rauch ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh). Er lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Werk Als Fotograf wurde Rauch zunächst bekannt durch seine Porträts von Künstlern und Prominenten, durch seine Städteporträts und Reportagefotografie für deutsche und internationale Magazine wie stern, SPIEGEL, Time Magazine, Beaux Arts Magazine.

Bekannte Werkgruppen aus der DDR-Zeit sind seine Serien Nach der Arbeit über Rentner im Prenzlauer Berg der DDR, Café Nord über Jugendkultur, Brigade Karl Marx über die Arbeitswelt der DDR, die ihm das Veröffentlichungsverbot eintrug, und die Werkgruppe Kleine Welt.

Ab circa 1995 verbinden Rauchs Arbeiten fotografische Studien mit abstrakten, malerischen Bildgestaltungen. Immer wieder untersucht er Themen wie Erinnerung und Identität, gesellschaftliche Transformation und Wandel, Natur als Lebens- und Resonanzraum menschlichen Wirkens und menschlicher Abgründe.

In der Eröffnungsrede der Leipziger Museumsausstellung Portrait and Abstraction sagte die Schauspielerin Sandra Hüller, die die Eröffnungsrede hielt, Rauchs Bilder seien „Paralleluniversen, mal schwer, mal schwerelos, mehrdimensional und sinnlich. Die Wahrheit dieser Gemälde liegt nicht in klaren Formen oder festen Körpern. Ihre Wahrheit sind die Gefühle, die Visionen, ja die Ängste eines Augenblicks, die Freuden einer Sekunde, das Glück und das Unglück, sie verarbeiten unsere Zeit, all die vielen Bildfragmente, Informationen, Gefühle einer Wirklichkeit, die nur vorgibt, logisch, stringent und berechenbar zu sein“.

Rauchs Werke werden international ausgestellt und sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten. Er erhielt internationale Auszeichnungen und Arbeitsstipendien, unter anderem vom Kunstfonds Bonn, European Kodak Award, der Fotografia Academica, CSFR, der Stiftung Kulturfond, Berlin und von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Ausstellungen (Auswahl)

1990: The other Germany – beyond the wall, Grande Halle de la Villette, Paris 1991: Polaroide and other stories, Studio bildende Kunst, Berlin 1996: Hunger & Thirst, TBA Exhibition Space, Chicago, USA 1999: Images and Borderline Cases, art collection Cottbus, Lütze-Museum Sindelfingen 2002: After Nature, Berlinische Galerie, Berlin 2003: LWOP (life without parole), California State Prison-Los Angeles County-Lancaster, USA 2006: Paradise, Altes Museum Mönchengladbach, Solo Exhibition 2010 EAST – Zu Protokoll, Museum der bildenden Künste, Leipzig 2014: Noch ein Leben, Museum Dieselkraftwerk Cottbus und Lyonel-Feininger-Galerie, Quedlinburg 2016: Nothing true at all, Kunstraum Potsdam 2019: Protest! Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Packhof Frankfurt (Oder) 2021: Die Aura der Schmelzer, Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, BLMK Frankfurt/Oder 2023: Porträt und Abstraktion, Museum der bildenden Künste Leipzig 2024: Ludwig Rauch, Kubiak & Rauch – Von wundersamen Wesen und Landschaften, Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst, BLMK Cottbus

Eine vollständige Ausstellungsübersicht findet sich auf der Website des Künstlers.

Sammlungen Rauchs Arbeiten sind vertreten in u. a.: Museum der bildenden Künste Leipzig Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Cottbus Berlinische Galerie Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main Lyonel-Feininger-Galerie, Quedlinburg

Weblinks Offizielle Website von Ludwig Rauch unter ludwig-rauch.com Zeitgeschichte Online, Ein Interview mit dem Fotografen Ludwig Rauch: „Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir in Deutschland mit diesem Thema durch wären...“ Deutschlandfunk Kultur: Fotograf, Künstler und Promis vor der Linse Berliner Zeitung: Fotografierte Fiktionen von Ludwig Rauch Suche nach „Ludwig Rauch“ im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Einzelnachweise

Kategorie:Fotograf (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Mann