mini|Karl Viktor Prinz zu Wied Karl Viktor Wilhelm Friedrich Ernst Günther zu Wied, Erbprinz von Albanien, (* 19. Mai 1913 in Potsdam; † 8. Dezember 1973 in München)Findagrave.com; Karl Viktor zu Wied war ein deutscher Jurist, und für kurze Zeit Thronfolger des Fürstentums Albanien. Er trug den Titel „Erbprinz von Albanien“. Zu Ehren des Nationalhelden Skanderbeg wurde er auch „Skënder“ genannt.

Erbprinz von Albanien Am 7. März 1914 wurde sein Vater Wilhelm Prinz zu Wied von den Großmächten Europas zum Fürsten von Albanien ernannt. Nach dessen Ernennung trug Karl Viktor den Titel „Erbprinz von Albanien“.

Da Albanien seit Juli 1914 im Bürgerkrieg stand, Griechenland den Süden des Landes besetzt hielt und die Großmächte sich im Krieg befanden, brach das Regime zusammen, sodass seine gesamte Familie am 3. September 1914 das Land verließ und zunächst nach Venedig ging.Springer, Elisabeth; Leopold Kammerhofer (1993): Archiv und Forschung. Oldenbourg Wissenschaftsverlag. S. 346., ISBN 3-486-55989-3, engl. Trotz seines Weggangs aus Albanien bestand sein Vater darauf, dass er Staatsoberhaupt blieb.Paulin Kola: The Search for Greaer Albania. C. Hurst & Co. Publishers, 2003, S. 16, ISBN 1-85065-596-0, engl. Im Frühjahr 1924 debattierte das albanische Parlament über die Regierungsform, und Milto Tutulani, ein Senator, ernannte Prinz Wilhelm oder seinen Sohn Karl Viktor zum Monarchen.Milto Tutulani: , Tiranë 1924‚ in: Michael Schmidt-Neke: Entstehung und Ausbau der Königsdiktatur in Albanien: 1912–1939, S. 140.

Leben Karl Viktor war das zweite Kind und der Sohn von Wilhelm Friedrich Heinrich Prinz zu Wied und Fürst von Albanien sowie dessen Frau Sophie Helene Cecilie Prinzessin von Schönburg-Waldenburg (1885–1936), Tochter von Victor Erbprinz von Schönburg-Waldenburg und seiner Frau, Lucia Prinzessin von Sayn-Wittgenstein. Über seine Großmutter väterlicherseits war er mit dem niederländischen Königshaus verwandt. Zu seinen Urgroßeltern gehörtenWilhelm I. König der Niederlande und Friedrich Wilhelm III. König von Preußen. Über seine Mutter hatte er entfernte albanische Vorfahren, da er ein Nachkomme von Ruxandra Ghica (Familie), Tochter von Grigore I. Ghica, Fürst der Walachei, (1628–1675) war.http://www.ghika.net/Histoire/Question_Orient.pdf The Ghica family was a Griechisch-Orthodoxe Kirche Phanarioten dynasty of Albanian origin Karl Viktors Schwester war Marie Eleonore Elisabeth Cecilie Mathilde Lucie Prinzessin zu Wied und Albanien, genannt Manina (* 19. Februar 1909 in Potsdam; † 29. September 1965 in Miercurea Ciuc, Rumänien).

Ausbildung Karl Viktor besuchte zunächst das Wilhelmsgymnasium in München und studierte anschließend Rechtswissenschaften an den Universitäten Tübingen, München, Königsberg und Würzburg. Er war seit 1932 Mitglied des Corps Suevia Tübingen.Kösener Corpslisten 1960, 129, 949. Seine Doktorarbeit über Strafverfahren wurde 1936 in Stuttgart veröffentlicht.Die alternative Feststellung im Strafrecht (= Würzburger Abhandlungen zum deutschen und ausländischen Prozessrecht, Heft 30). Kohlhammer Verlag, 1936 Er war ein begeisterter Fechter und liebte das Skifahren. 1937 beschrieb J. Swire ihn als einen jungen Mann mit großem Talent, der die Güte und die Fähigkeiten seines Vaters geerbt hatte.Zog's Albania, J. Swire, 1937, S. 202 ()

Zweiter Weltkrieg Während des Zweiten Weltkrieges diente Karl Viktor als Offizier der deutschen Armee in Rumänien. Im Herbst 1941 gab es Spekulationen, dass die Deutschen, die das Königreich Serbien einschließlich des mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovo besetzt hatten, ihn einsetzen würden, um die Albaner für die deutsche Sache zu gewinnen. Dies beunruhigte Mussolinis Außenminister Gian Galeazzo Ciano Graf von Cortellazzo und Buccari so sehr, dass er im November 1941 die Deutschen beschuldigte, einen neuen albanischen Staat unter der Führung von Prinz Karl Viktor errichten zu wollen, der antiitalienisch sein und dessen Miliz direkt Hitler den Treueeid leisten würde. Cianos Befürchtungen schienen wenig begründet zu sein, und die Deutschen versicherten ihm, dass sie keine solchen Ambitionen für den Prinzen hegten.Fischer: Albania at War, 1939–1945, S. 86 Zur Zeit der 2. und 3. Schlacht bei Cassino gehörte er zur 44. Infanteriedivision.Manfred Schick: Monte Cassino: Ein Rückblick nach 60 Jahren

Späteres Leben Nach dem Tod seines Vaters am 18. April 1945 in Predeal bei Sinaia/Rumänien trat er dessen Nachfolge als Oberhaupt des Fürstenhauses von Albanien (Wied) und souveräner Großmeister des Ordens vom Schwarzen Adler an, obwohl er keinen öffentlichen Anspruch auf den Thron Albaniens erhob. Nach dem Tod seines Vaters starben innerhalb eines Jahres auch seine beiden Onkel Friedrich, 6. Fürst zu Wied (1872–1945) und Viktor zu Wied (1877–1946), ehemaliger deutscher Botschafter in Schweden (1933 bis 1943). Ebenfalls 1945 wurde sein Onkel Günther, 5. Fürst von Schönburg-Waldenburg, Sophies Bruder, ohne Entschädigung enteignet und auf der Insel Rügen interniert. Seine Schwester, die Politikwissenschaftlerin Marie Eleonore Prinzessin von Albanien, starb am 29. September 1956 in einem kommunistischen Internierungslager in Miercurea Ciuc, Rumänien, ohne Nachkommen zu hinterlassen.

1952 verfasste Karl Viktor eine bibliografische Übersicht über seinen Vorfahren, den deutschen Forscher, Ethnologen und Naturforscher Maximilian Prinz von Wied-Neuwied.„Proceedings of the 30th International Congress of Americanists“, abgehalten in Cambridge, S. 193–194 Später schrieb er „Maximilian Prinz zu Wied, sein Leben und seine Reisen“ und „Maximilian Prinz zu Wied, unveröffentlichte Bilder und Handschriften zur Völkerkunde Brasiliens“, Josef Röder und Hermann Trimborn (Hrsg.), Bonn, Ferdinand Dümmler, 1954, S. 13–25.

1960 verließ Karl Viktor den Münchner Verein „Freunde des Balletts“, deren Präsident er seit dessen Gründung im Jahr 1956 gewesen war. Die bürgerliche Mehrheit des Vereins war gegen die als selbstherrlich empfundene Art der prinzlichen Geschäftsführung Sturm gelaufen.Der Spiegel 19/1960 Im folgenden Jahr veröffentlichte er das Buch „Königinnen des Balletts: Zweihundert Jahre europäisches Ballett“.„Königinnen des Balletts“, Karl Viktor Prinz zu Wied, München, 1961

Familie Karl Viktor heiratete am 8. September 1966 in New York die Witwe Eileen de Coppet (* 2. September 1922 Chester/England; † 1. September 1985 in New York/USA), deren erster Ehemann André de Coppet (* 10. November 1891 in New York; † 1. August 1953 in Lausanne/Schweiz) mit Auszeichnung im Ersten Weltkrieg diente und danach die elterliche Stockbroking-Firma übernahm.Genealogics.org, Leo van de Pas: André de Coppet Sie hatten zwei Kinder:New York Times, „George Simpson Weds Diane de Coppet Here“ Diane de Coppet (* Februar 1944) Laura de Coppet (* März 1946)

Karl Viktor und Eileen lebten später in Cheyne Walk, Chelsea, London. Karl Viktor starb sieben Jahre später ohne Nachkommen in München.Hugh Montgomery-Massingberd, editor, Burke's Royal Families of the World, Volume 1: Europe & Latin America (London, U.K.: Burke's Peerage Ltd, 1977), S. 6. Hereinafter cited as Burke's Royal Families of the World, Volume 1 Er wurde in Neuwied beigesetzt. Seine Witwe starb am 1. September 1985 in New York und wurde neben ihrem ersten Ehemann auf dem Woodlawn Cemetery in New York beigesetzt.Genealogics.org, Leo van de Pas: Eileen Johnston Das Fürstenhaus von Albanien starb mit seinem Tod aus, da er keine Kinder hatte und keine Vorkehrungen für einen Nachfolger getroffen worden waren.

Literatur Biografie Genealogisches Handbuch des Adels, Fürstliche Häuser, Reference: 1991 2

Bibliografie Maximilian Prinz zu Wied, sein Leben und seine Reisen, mit unveröffentlichten Bilder und Handschriften zur Völkerkunde BrasiliensUnveröffentlichten Bilder und Handschriften zur Völkerkunde Brasiliens, IFK-Katalog 1953–1981 () Carl Bodmer malt die indianische Grenze: eine Wanderausstellung von Aquarellen und Zeichnungen, die von der Smithsonian Institution verteilt wurde, 1954–1955 von Karl Viktor Wied Gemälde-Sammlung aus dem Besitz der fürstlichen Familie zu Wied von Karl Viktor Wied Prinz Karl Viktor zu Wied Sammlung von Zeichnungen und Aquarellen von Karl Bodmer Carl Bodmer malt die indische Grenze: eine Wanderausstellung von Aquarellen und Zeichnungen, herausgegeben von der Smithonian Institution 1954–1955 von Karl Bodmer Königinnen des Balletts – Zweihundert Jahre Europäisches Ballett, 1961Königinnen des Balletts, IFK-Katalog 1953-1981 ()

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Einzelnachweise

Karl Viktor Karl Viktor #Wied Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Rumänien) Kategorie:Thronfolger Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1913 Kategorie:Gestorben 1973 Kategorie:Mann