Die denkmalgeschützte Kirche St. Kosmas und Damian in Maikammer ist das Kirchengebäude der gleichnamigen römisch-katholischen Kirchengemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße (Rheinland-Pfalz). Sie ist die Pfarrkirche der Maikammerner Großpfarrei Maria, Mutter der Kirche im Bistum Speyer und trägt das Patrozinium der heiligen Zwillinge Kosmas und Damian.

Lage Die St.-Kosmas-und-Damian-Kirche liegt am Rande des Pfälzerwaldes im Zentrum von Maikammer an der Weinstraße Nord. Sie befindet sich unweit der protestantischen Johanniskirche. Neben dem Kirchengebäude steht das Pfarrheim mit einem Kriegerdenkmal, das als Bronzeplastik die Apokalyptischen Reiter zeigt.

Beschreibung und Geschichte Bei dem Kirchengebäude handelt es sich um eine weiträumige Saalkirche im Stil des Spätbarock. Der Kirchturm im Westen umfasst das Eingangsportal; auf dem Turmhelm thront ein Kreuz. Der dreiseitig geschlossene Chor wird durch Pilaster mit Bögen in zwei Abschnitte gegliedert.

Das Kirchengebäude wurde von 1756 bis 1757 auf den Fundamenten des romanischen Vorgängerbaus errichtet und in den Jahren 1935 und 1936 erweitert. Im Jahr 1955 wurden die Decke neu bemalt und die alten Fassungen der Altäre wiederhergestellt. Bei einer Renovierung in den Jahren 1976 und 1977 erfolgte Umgestaltung des Altarraumes durch den Bildhauer Gernot Rumpf.

Ausstattung Die Innenausstattung der Kirche ist überwiegend barock oder entstammt dem Rokoko aus etwa den 1770er und 1780er Jahren. Im Dehio-Handbuch werden die Rokoko-Kanzel sowie die beiden Beichtstühle als „am reichsten“ bezeichnet. Erstere wurde zwischen 1766 und 1769 von dem Hofbildhauer Joachim Günther geschaffen. Der Hochaltar ist eine um 1749 entstandene Arbeit des ortsansässigen Kunstschreiners Martin Wilhelm. Joseph Ignaz Saler schuf von 1741 bis 1743 eine Augsburger Monstranz für die Kirche, die neben weiteren Augsburger Ziborien aus dem Jahr 1725, noch vorhanden ist. Ein spätgotisches Flügelretabel, das ursprünglich in dieser Kirche vorhanden war, befindet sich heute in der Alsterweiler-Kapelle.

Über dem Turmportal befindet sich in einer Nische eine Figur, welche die Erscheinung der Gottesmutter vor dem heiligen Dominikus darstellt. Sie ist mit dem Jahr 1756 bezeichnet und kann dem Speyerer Bildhauer Vinzenz Möhring zugeschrieben werden. An der Südseite ist eine Sonnenuhr angebracht.

Im südlichen Außenbereich der Kirche befindet sich eine Grabsteingruppe aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert. Im Zentrum steht das Doppelgrabmal des Grafen Hans Friedrich von Oberstein († 1570) und seiner Ehefrau Margarete von Franckenstein († um 1614). Daneben befinden sich jeweils die Grabsteine der Eltern. Über dem Grabmal befindet sich ein Allianzwappen mit Muschelbekrönung. Auch befinden sich im Kirchhof weitere Grabsteine aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert sowie ein ehemaliges Friedhofskruzifix auf einem Tischsockel, das mit dem Jahr 1727 bezeichnet ist.

Orgel mini|Späth-Orgel

Die Gebrüder Stumm (Sulzbach) bauten 1825 eine Orgel für die Kirche. Sie wurde 1884 von A. Zipperlin (Neustadt a.d.W.) auf 20 Register erweitert. Das Instrument wurde 1937 von Gebr. Späth Orgelbau (Ennetach) durch ihr opus 500 ersetzt. Die neue Orgel mit Freipfeifenprospekt über die gesamte Emporenbreite wurde am 15. Januar 1938 eingeweiht. Ursprünglich verfügte sie über 35 Register auf drei Manualen und Pedal. Hugo Wehr (Haßloch) nahm 1970 im Zuge einer Restaurierung eine Erweiterung um die beiden Register Feldflöte 2′ und Hintersatz IV im Pedal vor. Die Erbauerfirma restaurierte 1977 die als Taschenladen ausgeführten Windladen. Im Jahr 2004 wurde die Orgel von Gerhard Kuhn (Esthal) restauriert, 2020 wurde sie von Heissler Orgelbau (Bad Mergentheim-Markelsheim) überholt. Spiel- und Registertraktur sind elektropneumatisch. Das Instrument verfügt heute über 33 klingende Register. Die Disposition lautet: I Hauptwerk C–g3 1. Quintatön 16′ 2. Principal 8′ 3. Flöte Major 8′ 4. Salicional 8′ 5. Octave 4′ 6. Rohrflöte 4′ 7. Octave 2′ 8. Mixtur III–V 9. Trompete 8′ II Schwellwerk C–g3 10. Geigenprincipal 8′ 11. Gemshorn 8′ 12. Schwebung 8′ 13. Dolkan 4′ 14. Nachthorn 4′ 15. Blockflöte 2′ 16. Terzian III 17. Scharff IV 18. Oboe 8′ Tremulant III Brustwerk C–g3 19. Spitzflöte 8′ 20. Rohrgedeckt 8′ 21. Principal 4′ 22. Flageolet 2′ 23. Cymbel III 24. Cornett III 25. Bombarde 16′ 26. Trompete 8′ 27. Rohrschalmey 4′ Pedal C–f1 28. Principalbaß 16′ 29. Subbaß 16′ Zartbaß (Windabschwächung) 16′ Octavbaß (Ext. aus 28) 8′ Gedecktbaß (Ext. aus 29) 8′ Choralbaß (Ext. aus 28) 4′ Baßflöte (Ext. aus 29) 4′ 30. Feldflöte 2′ 31. Hintersatz IV 32. Posaune 16′ 33. Trompete 8′

Koppeln: Normalkoppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P Superoktavkoppeln: I/I, II/I, III/I

Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, Tutti, Crescendowalze

Glocken Die St.-Kosmas-und-Damian-Kirche verfügt über folgende fünf Glocken, die 1949 von der Fa. Hamm aus Frankenthal gegossen wurden: Nr. Name Masse(kg, ca.) Schlagton 1 Maria 2.600 h0 2 Josef 1.500 d1 3 Cosmas und Damian 800 fis1 4 Rochus 450 a1 5 Anna 330 h1

Pfarrei Die Pfarrei Maria, Mutter der Kirche Maikammer ist Teil des Dekanats Landau. Ihr gehören folgende fünf Teilgemeinden an:

Maikammer (St. Kosmas und Damian, Alsterweiler-Kapelle, Maria-Schutz-Kapelle) Böbingen mit Altdorf, Freimersheim, Freisbach und Gommersheim (St. Sebastian, St. Fronleichnam) Großfischlingen mit Kleinfischlingen (St. Gallus, St. Simon und Judas) Kirrweiler (Kreuzerhöhungskirche, Mater Dolorosa, Dreifaltigkeitskapelle) Venningen (St. Georg)

Literatur

Weblinks

Beschreibung der Kirche im Webauftritt der Pfarrei Maikammer

Einzelnachweise

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