Sikhulile Moyo ist ein simbabwischer Virologe und Laborleiter der Botswana–Harvard AIDS Institute Partnership (BHP). Er ist Research Associate an der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Weltweit Bekanntheit erlangte er, als seine Gruppe im November 2021 die SARS-CoV-2-Variante Omikron identifizierte. Für seine Beiträge zur Genomüberwachung wurde er 2022 in die Liste Time 100 aufgenommen und gemeinsam mit Tulio de Oliveira mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet.

Leben Moyo wuchs in der Region Matabeleland in Simbabwe auf; seine Schuljahre waren von Erfahrungen mit Gewalt in Kriegs- und Nachkriegszeiten geprägt. Während seines Studiums in Simbabwe erfuhr er von einem neuen Masterstudiengang in angewandter Mikrobiologie und erhielt einen Studienplatz an der University of Botswana. Im Jahr 2006 erwarb er an der Universität Limpopo den Master in öffentlicher Gesundheit; seine Abschlussarbeit trug den Titel Modelling the HIV / AIDS in Botswana: the representativeness of the ANC based estimates of HIV prevalence in Botswana and implications for monitoring the epidemic. 2016 promovierte er an der Universität Stellenbosch in medizinischer Virologie mit der Dissertation HIV-1C Dynamics and Evolutionary Trends in Botswana (Betreuung: Susan Engelbrecht und Tulio de Oliveira). Von 2017 bis 2018 war er Fogarty Fellow im Global Health Program for Fellows and Scholars der U.S. National Institutes of Health. Zur BHP stieß Moyo 2003 als Laborassistent und übernahm später Koordinations- und Leitungsfunktionen, bis er die Laborleitung innehatte.

Wirken Als Leiter des Botswana Harvard HIV Reference Laboratory baute Moyo mit seiner Gruppe die Genomüberwachung in Botswana aus und sequenzierte seit 2021 fortlaufend SARS-CoV-2-Proben. Im November 2021 erkannte die Gruppe anhand von vier Proben ein stark mutiertes Muster; Moyo meldete den Befund an das Gesundheitsministerium Botswanas und stellte die Sequenzen in GISAID ein. Am 22. November 2021 informierten die Forschenden die Behörden, und die WHO stufte die neue Variante kurz darauf als Variant of Concern ein. Moyo betonte mehrfach die Zusammenarbeit bei der Entdeckung und kritisierte pauschale Reisebeschränkungen gegen Länder des südlichen Afrikas als kontraproduktiv. Seine Gruppe dokumentierte die frühe Ausbreitung von Omikron in einer Nature-Veröffentlichung. Das BHP-Labor wurde 2023 von der WHO als Collaborating Centre of Excellence for HIV Drug Resistance Testing benannt. Für seine Leistungen in der Genomik erhielt Moyo 2022 internationale Anerkennung, darunter die Aufnahme in die Liste Time 100 und den Deutschen Afrika-Preis.

Einzelnachweise

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