miniatur|hochkant|Vorbereitung für die Sprengung einer Ankerkette mit C4 während eines Trainings bei der US Navy miniatur|hochkant|C4-Sprengstoff in Stangenform zur Vorbereitung der Sprengung von zu vernichtender Munition
C4 (englisch: Composition C4) ist ein sehr effektiver und häufig militärisch verwendeter Plastiksprengstoff. Ein sehr ähnlicher britischer Sprengstoff wird dort PE4 (englisch: Plastic Explosive 4) genannt. Besitz und Herstellung solcher Sprengstoffe ist in Deutschland und international nur mit besonderen Genehmigungen erlaubt.
Eigenschaften C4 gehört zu den formbaren (d. h. plastischen) Sprengstoffen. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung ist er nur schwer von herkömmlichen Sprengstoffsuchgeräten aufzuspüren.
Die Lagerung von C4 ist relativ ungefährlich, da es handhabungssicher ist. Weder Feuer, Elektrizität, noch Stöße (sogar mit einem Hammer) rufen eine Explosion hervor. Zündet man ihn an, verbrennt er, ohne zu explodieren. Nur hinreichend starke Druckeinwirkung kombiniert mit Erhitzung kann zur Explosion führen; selbst Brandmunition genügte in Tests nicht.
Beim Abbrand gibt C4 viel Hitze, aber auch Hexogen-Dämpfe ab. Auch wenn es in der Handhabung als ungiftig gilt, kann es aber oral oder durch Inhalation aufgenommen zu schweren Vergiftungen führen. Von Vergiftungen wurde daher beispielsweise im Zusammenhang mit der Erwärmung von Feldrationen berichtet. Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krampfanfälle mit anschließendem Koma, Lethargie und Herzrhythmusstörungen.Whitesides JD, Turner MN, Watts S, Watkins SA: Peer Pressure = Explosive Consequences: A Case Report of Toxic Ingestion of Cyclonite (C-4) Explosive on a Dare. Clin Pract Cases Emerg Med. 2021;5(1):43-46. .
Zusammensetzung C4 besteht aus 91 % Hexogen (RDX), 5,3 % Bis(2-ethylhexyl)sebacat (DOS), 2,1 % Polyisobutylen und 1,6 % Mineralöl. Um den Missbrauch von C4 zu erschweren, werden dem Sprengstoff seit einiger Zeit bei der Herstellung stark riechende Stoffe beigefügt, mit deren Hilfe er leichter von Spürhunden entdeckt werden kann. Zur besseren Sichtbarkeit in Röntgengeräten, oder um ihn mit Metalldetektoren zu finden, wird Metallstaub eingearbeitet.
In abweichenden Mischungsverhältnissen ist auch von C1 (88,3 % Hexogen: 11 % Polyisobutylen), C2 (78,7 %: 21,3 %) und C3 (77 %: 23 %) die Rede.Thomas Enke: Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, 2., aktualisierte Auflage. Walhalla Fachverlag, Regensburg 2021, doi:10.5771/9783802947780, S. 105.
Literatur
Oscar Guttmann: Handbuch der Sprengarbeit. Survival Press, Radolfzell 1899, Nachdruck 2001, ISBN 3-8311-3095-7.
Weblinks
Arbeitshilfe für die Untersuchung von Sprengplätzen (abgerufen am 14. Mai 2020) Zur Toxikologie militärspezifischer Explosivstoffe und deren Zersetzungsprodukten (abgerufen am 14. Mai 2020) Grundlagen zur TNT–Detektion mittels magnetischer Resonanz (abgerufen am 14. Mai 2020) Sprengstoffe (abgerufen am 14. Mai 2020) Die Sprengstoffe (wayback machine)
Einzelnachweise
Kategorie:Stoffgemisch Kategorie:Sprengstoff