Der Kordillerensittich, auch Perusittich genannt, (Psittacara frontatus), Syn. Conurus frontatus, ist eine Papageienart aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) aus der Gattung Psittacara.Kordillerensittich Psittacara frontatus (Cabanis, JL 1846) in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank (avibase.bsc-eoc.org). Abgerufen am 8. September 2025.P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann, F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen. 3. ergänzte Auflage, 2022 (pure.mpg.de PDF).
Der Vogel kommt im Südwesten Ecuadors und in Peru vor östlich der Interandean Valleys.
Die Art wurde früher in die Gattung Aratinga gestellt, aufgrund molekulargenetischer Studien ab dem Jahre 2013 der Gattung Psittacara zugeordnet.
Ferner wurde der Vogel als konspezifisch mit dem Kolumbiensittich (Psittacara wagleri) angesehen und als Psittacara wagleri frontatus bezeichnet.J. L. Peters: Check-list of Birds of the World. Band 3: Columbiformes, Psittaciformes. In: Museum of Comparative Zoology, S. 187, Cambridge 1937.J. V. Remsen, J. I. Areta, E. Bonaccorso, S. Claramunt, G. Del-Rio, A. Jaramillo, D. F. Lane, M. B. Robbins, F. G. Stiles, and K. J. Zimmer. Version 28 September 2023. A classification of the bird species of South America. In: American Ornithological Society. (museum.lsu.edu), abgerufen am 20. Oktober 2023.
Im Jahre 2016 wurde die Art als selbständig anerkannt aufgrund von Unterschieden in Größe, Gefieder und Habitat.T. Donegan, J. Verhelst, T. Ellery, O. Cortes, P. Salaman: Revision of the status of bird species occurring or reported in Colombia 2016 and assessment of BirdLife International's new parrot taxonomy. In: Revista Conservación Colombiana. Band 24, 2016, S. 12–36.
Der Lebensraum umfasst spärlich baumbestandenen Bergwald, Waldränder, tropischen Laub-, Sekundär-, Galeriewald, auch Felder und Obstgärten, sofern Felswände zum Brüten und Ruhen vorhanden sind bis mindestens 3000 m Höhe.
Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, 1991, S. 165, ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Die Art ist 34–40 cm groß und wiegt zwischen 162 und 217 g, sie ist hauptsächlich grün mit langem Schwanz. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Stirn und Kopfkappe sind rot, an Kehle finden sich einzelne rote Flecken. Die großen Unterflügeldecken, die Unterseiten der Flugfedern und der Schwanz sind olivgelb. Die Iris ist blassgrau, der Augenringweiß, der Schnabel ist blass hornfarben, die Beine sind bräunlich. Jungvögel haben weniger Rot am Kopf, sehen ansonsten wie Altvögel aus.
Insbesondere die Jungvögel sind dem Guayaquilsittich (Psittacara erythrogenys) ähnlich, der aber mehr Rot am Kopf und an den Wangen sowie an der Flügelunterseite aufweist.
Im gleichen Verbreitungsgebiet kommt auch der Rotmaskensittich (Psittacara mitratus) vor, der sich durch bräunlich bis rote Federn, rote Wangen, wenig oder kein Rot am Flügelbug und durch andere Lautäußerungen unterscheidet.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:BirdLife International Version 9.1 (IOC 15.1 Parrots, cockatoosdatazone.birdlife.org), abgerufen am 8. September 2025.J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, T. A. Fredericks, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith, C. L. Wood: The eBird/Clements checklist of Birds of the World: v2024. 2024 (birds.cornell.edu), abgerufen am 8. September 2025.AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist. v2025, doi:10.2173/avilist.v2025. P. f. frontatus (, 1846), Nominatform – Westhänge der Anden in Südwestecuador (Provinz Loja) und Westperu (südlich bis Region Arequipa) P. f. minor (, 1933) – zentrales und südliches Peru (Provinz Marañón südlich bis Region Ayacucho), etwas kleiner und grüner mit blasseren roten Federn, manche Individuen auch mit Gelb am Flügelbug.
Stimme Die Lautäußerungen werden als quäkiges „kreee“ beschrieben, leicht nasal und mitunter leicht bellend. Die Art ist sehr ruffreudig, besonders beim Fliegen.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht vermutlich aus Früchten, Pflanzensamen und Nüssen, die meist in den Baumkronen verzehrt werden, aber auch in großen Schwärmen in Maisfelder einfallen und Ernteausfälle erzeugen können.
Das Brutverhalten dürfte dem des Kolumbiensittichs (Psittacara wagleri) entsprechen mit Nestern in Felsspalten.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als potentiell gefährdet (Near Threatened) durch Habitatverlust.
Literatur J. L. Cabanis: Conurus frontatus. In: Untersuchungen über die Fauna Peruana. 1846, S. 44 (Biodiversity Library)
Weblinks
Oiseaux.net Datazone.Birdlife Macaulay Library Multimedia
Kordillerensittich auf Briefmarken
Einzelnachweise
Kategorie:Neuweltpapageien