Brazão Mazula (* 1944) ist ein mosambikanischer Intellektueller und Publizist, der als erster Präsident der Nationalen Wahlkommission die ersten Mehrparteienwahlen des Landes im Jahr 1994 begleitete. Er war zudem Rektor der Universität Eduardo Mondlane in Maputo. Für seine Beiträge zur Stärkung von Demokratie und Wissenschaft wurde er mehrfach öffentlich geehrt, unter anderem 2021 in Maputo und 2023 mit einer Ehrendoktorwürde der Universidade Zambeze. Er erhielt 1995 den Deutschen Afrika-Preis.

Leben Mazula promovierte an der Universität São Paulo in Geschichte und Philosophie der Bildung. An der Universität Eduardo Mondlane wirkte er als Professor und leitete die Hochschule später als Rektor. Die Zentralbibliothek dieser Universität trägt seinen Namen (Biblioteca Central Brazão Mazula). Am 27. Mai 2021 würdigten das Instituto para a Democracia Multipartidária, die Universität und das Justizministerium in Maputo seinen Einsatz für eine demokratische Kultur. Am 19. Oktober 2023 verlieh ihm die Universidade Zambeze die Ehrendoktorwürde im Bereich „Demokratie und gesellschaftliche Harmonie“.

Wirken Als dessen erster Vorsitzender hob Mazula rückblickend die Unabhängigkeit der Wahlkommission von den Parteien und die Vermeidung einer Rückkehr zum Krieg als zentrale Leitlinien der Wahlorganisation 1994 hervor. Er spricht sich seit Jahren für eine demokratische Kultur und eine Stärkung ethischer Standards in Staat und Gesellschaft aus. Im Oktober 2023 schlug er zur Verringerung von Misstrauen und Konflikten rund um Wahlen öffentlich die Einführung der elektronischen Stimmabgabe vor. Im November 2024 kritisierte er die Veröffentlichung von Wahlergebnissen ohne Korrektur festgestellter Unregelmäßigkeiten und forderte, die Wahlkommission mit Richtern und Anwälten statt mit Parteipolitikern zu besetzen. Anfang Dezember 2024 argumentierte er, die anhaltende Krise nach den Wahlen offenbare einen Mangel an Ethik und Moral und rief Hochschulen zur systematischen Lehre von Ethik auf. Bereits 2020 warnte er vor einer Verrohung der öffentlichen Debatte in sozialen Medien und verglich „Intriganten und Klatschmacher“ mit „Todeskommandos“, die Andersdenkende zum Schweigen brächten. Schon 2013 mahnte er, es müsse alles zur Sicherstellung der Teilnahme der Renamo an den Wahlen unternommen werden, und verwies auf das Konsensprinzip der Wahlen von 1994.

Einzelnachweise

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