mini|Luftaufnahme des Friedhofs, Blickrichtung Norden/Stadtmitte Der Alte Friedhof in Służew (polnisch: Stary cmentarz na Służewie) ist ein römisch-katholischer Begräbnisplatz im Warschauer Stadtbezirk Ursynów. Der 1,5 Hektar große Friedhof wird von der Pfarrgemeinde St. Katharina verwaltet.

Lage mini|Kolumbarium Der Friedhof liegt oberhalb der Warschauer Weichselböschung im Wohngebiet (MSI) Stary Służew. 100 Meter in nördlicher Richtung entfernt liegt die Katharinenkirche an der Ulica Fosa und unterhalb der Böschung befinden sich die Reste der im 19. Jahrhundert bestehenden Parkanlage Gucin Gaj. Durch den Friedhof verläuft – als Gehweg – die Ulica Renety. Auf der Südseite verläuft die Ulica Anyżkowa. Am südlichen Zugang befindet sich ein 2017 errichtetes Kolumbarium.

Geschichte Die Geschichte des Friedhofes ist unklar. In seiner heutigen Form wurde der Friedhof an dieser Stelle wahrscheinlich im frühen 19. Jahrhundert angelegt. Das Gebiet wurde allerdings bereits zu früherer Zeit als Begräbnisstelle genutzt. So wurden in der Nähe Urnen der Lausitzer Kultur gefunden. Seit Gründung der Pfarrei im Jahr 1238 wurden dann Verstorbene christlichen Glaubens bestattet.

Vermutlich wurden hier auch Aufständische des Novemberaufstands begraben. Das mag ein Grund gewesen sein, dass die zaristischen Behörden den Friedhof nach Niederschlagung des Aufstandes 1839 schließen ließen. Eine Marienstatue am Eingang zum Friedhof wurde in Folge von Mitgliedern der Pfarrgemeinde demontiert und im Pfarrhaus versteckt. Erst 1990 wurde die Skulptur in der Werkstatt von Andrzej Koss restauriert und wieder auf dem Friedhof aufgestellt.

1850 wurde der Friedhof wieder eröffnet, vergrößert und mit einer Mauer umgeben. 1876 wurde das Friedhofsgelände erneut erweitert. Viele der Gräber stammen aus dem Jahr 1920 – damals wütete eine Typhusepidemie. Es gibt zwei Gemeinschaftsgräber für verstorbene Fötusse aus nahegelegenen Krankenhäusern.

An der Hauptallee steht ein Obelisk mit einer mit Panzerglas verglasten Glasvitrine mit Einschusslöchern. Die kleine Skulptur im Inneren der Vitrine stellt einen Karren mit Leichen dar, der den Terror des NKWD symbolisiert; ein Werk von Maksymilian Biskupski (* 1958). Am 28. Oktober 1989 wurde in Anwesenheit von Józef Glemp entnommene Erde nahegelegener Hinrichtungs- und Begräbnisstätten (Neuer Friedhof in Służewo an der Ulica Wałbrzyska, Dominikanerkloster von Służewiec, Pferderennstrecke von Służewiec) von Opfern des kommunistischen Terrors in eine von Andrzej Renes (* 1958) angefertigte Kupferurne auf dem Friedhof gebettet.

Grabstätten mini|Gedenkstätte für die Opfer des sowjetischen Terrors Die bekannteste hier begrabene Person ist Krystyna Krahelska (1914–1944), die 1939 für die Skulptur der Warschauer Seejungfer Modell stand, Lieder wie Hey, Jungs, Bajonett aufs Gewehr! komponierte und (als Sanitäterin) in den ersten Stunden des Warschauer Aufstands starb.

Das älteste erhaltene Grab ist das von Franciszek Mrówka, der 1881 starb.

Halina Bortnowska (1931–2024), polnische Theologin und Publizistin Anna Halcewicz (1947–1988), polnische Schauspielerin Wanda Krahelska (1886–1968), polnische Sozialistin und PPS-Aktivistin Edward Romanowski (1944–2007), polnischer Sprinter Andrzej Tomaszewski (1934–2010), polnischer Kunsthistoriker und Architekt Edmund Zieliński (1909–1992), polnischer Eishockeyspieler

Weblinks

Cmentarz Służewski (Stary), Atlas Warszawy, iwaw.pl (polnisch) Website/Friedhofsordnung der Pfarrgemeinde zum Friedhof (polnisch) Znani pochowani na Służewie, Pogrzebowa Warszawa, 2022 (polnisch)

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