Alioune Blondin Béye (8. Januar 1939 in Bafoulabé, Mali − 26. Juni 1998 nahe Abidjan, Elfenbeinküste) war ein malischer Jurist, Diplomat und Politiker. Er war von 1978 bis 1986 Außenminister seines Landes. Ab Juni 1993 diente er als Sondergesandter des UN-Generalsekretärs für Angola. Er spielte eine Schlüsselrolle beim Zustandekommen des Lusaka-Protokolls vom 15. November 1994. In Bamako trägt die École de maintien de la paix seinen Namen.
Leben Béye wurde 1939 in Bafoulabé im Westen Malis geboren und studierte Rechts- und Politikwissenschaft an der Universität Dijon, wo er 1971 abschloss. Anschließend lehrte er als Professor an der École nationale d’administration in Bamako und wurde als Rechtsanwalt zugelassen. Unter Präsident Moussa Traoré war er zunächst Minister für Jugend, Kunst, Sport und Kultur und wurde 1978 zum Außenminister berufen, ein Amt, das er bis 1986 ausübte. Nach seiner Regierungszeit arbeitete er als Rechtsberater des Präsidentenamts in Bamako und wechselte anschließend zur Afrikanischen Entwicklungsbank, wo er u. a. Generalsekretär und später Leiter der Rechtsabteilung war. Er gehörte zudem der Afrikanischen Kommission der Menschenrechte an. Béye war verheiratet und hinterließ vier Kinder.
Wirken Im Jahr 1993 ernannte UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali Béye zum Sondergesandten für Angola. Als Vermittler brachte er Regierung und UNITA wiederholt an den Verhandlungstisch und trug wesentlich dazu bei, dass in Lusaka am 15. November 1994 das Friedensabkommen unterzeichnet wurde. Als Sondergesandter vertrat er die Vereinten Nationen bei der Unterzeichnung des Lusaka-Protokolls und begleitete in der Folge die politischen Bemühungen zu dessen Umsetzung. Béye verunglückte am 26. Juni 1998 bei einem Flug von Lomé nach Abidjan während des Anflugs nahe Abidjan tödlich. Sein Tod erschütterte den ohnehin stockenden Friedensprozess in Angola. Der Präsident der UN-Generalversammlung sprach den Angehörigen öffentlich sein Beileid aus, und US-Außenministerin Madeleine Albright würdigte Béyes diplomatisches Geschick und Optimismus. Zehn Jahre nach seinem Tod wurde ihm am UN-Hauptquartier in New York mit einer Gedenkfeier gedacht. Für seinen Einsatz erhielt Béye 1997 den Deutschen Afrika-Preis, und in Bamako trägt die Friedensschule seinen Namen.
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