Der Hirschkopf () ist ein Berg in der Glocknergruppe der Hohen Tauern in Österreich. Der Gipfel liegt etwa vier Kilometer westlich der Ortschaft Rauris, an der Grenze der Gemeinden Rauris und Taxenbach.

Lage und Umgebung Der Berg stellt die höchste Erhebung des nordöstlichsten Kamms der Glocknergruppe dar. Dieser am etwa fünf Kilometer südlich befindlichen Breitebenkopf ansetzende Kamm verläuft vorwiegend in Nord-Süd-Richtung und trennt das Wolfbachtal im Westen vom Raurisertal im Osten, beides südliche Seitentäler des Salzachtales. Der südliche Nachbargipfel des Hirschkopfs ist der knapp 1,5 km entfernte Reißrachkopf, der nördliche der Baukogel, der etwa gleichweit entfernt ist.

Etwa 1,8 km südöstlich des Hirschkopfs befindet sich die Jack-Hochalm und die Bergstation der Hochalmbahn.

Geologie Der Gipfel des Hirschkopfs wird durch einen einige hundert Meter mächtigen Kalkphyllitzug aufgebaut. Da die regionale geologische Struktur des Wolfbachtales und der beiden begrenzenden Kämme ein relativ gleichmäßiges Ost-West-Streichen aufweist, findet sich der Kalkphyllit auch beim gegenüber, auf der anderen Seite des Wolfbachtales liegenden Berg, der Schreckalpshöhe. Darunter befindet sich eine 800 bis 900 m mächtige Rauriser Phyllitabfolge, die in ihren liegenden Abschnitten in Kalkphyllit übergeht.

Das Kalkphyllitgestein im Gipfelbereich und an der Westflanke des Hirschkopfs ist auffallend stark zerrüttet. Das Gestein ist in Kluftkörper zerlegt, deren Kantenlängen von wenigen Metern bis zu zehn Meter betragen. Die in Nord-Süd-Richtung streichenden Klüfte sind oft bis zu mehreren Metern geöffnet. Weiterhin gibt es eine senkrecht zu diesen streichende Kluftschar in Ost-West-Richtung. Unterhalb der Felswände der Westseite des Hirschkopfs befindet sich ein Areal mit Bergsturzblockwerk, dessen Blöcke Kantenlängen von mehreren Metern aufweisen, was darauf hindeutet, dass die Bergsturztätigkeit (Bergzerreißung) andauert.

Der felsige Gipfelbereich des Hirschkopfs wirkt labil und offensichtlich nicht in Ruhe befindlich. Die Klüftung ist dabei wesentlich stärker als an anderen Kalkphyllitaufschlüssen in diesem Gebiet, so dass diese kaum alleine durch die bei diesem Gestein übliche starken physikalische Verwitterung zu erklären ist. Möglicherweise spielt die Hangtektonik hier eine Rolle, denn an der Westflanke des Hirschkopfes gibt es eine Massenbewegung, die durch ein glazial verändertes Gleichgewicht verursacht sein dürfte.

Alpinismus Der kürzeste Anstieg startet bei der Bergstation der Hochalmbahn (1780 m). Von dort folgt man dem Weg zur Gstatter Hochalm, der recht flach in Richtung Norden führt. Von dort steigt man westwärts hinauf in die Scharte zwischen Reißrachkopf und Hirschkopf. Von der Scharte folgt man dem Steig nordwärts, der meist am Grat oder rechts davon zum Gipfel führt. Dieser letzte Abschnitt verlangt allerdings Trittsicherheit.

Die Besteigung des Hirschkopfs kann im Rahmen einer Überschreitung des Kamms zwischen Baukogel im Norden sowie Reisrachkopf im Süden erfolgen. Dabei erfordert insbesondere der Abschnitt zwischen Baukogel und Hirschkopf Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Einzelnachweise Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Österreich: Hirschkopf in der Austrian Map (Österreichische Karte 1:50.000).

Sepp Brandl, Marc Brandl: Gasteinertal. Großarltal – Raurisertal – Nationalpark Hohe Tauern. 58 ausgewählte Wanderungen. Rother Bergverlag, München 2022, ISBN 978-3-7633-4021-7. S. 148f Johannes Kleberger: Bericht 1978 über geologische Aufnahmen und hangtektonische Beobachtungen im Gebiet des Wolfbachtales auf Blatt 154, Rauris. In: Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt. Wien 1979, S. A139-A141 (online) Johannes Kleberger: Zur Geologie des Wolfbachtales (Salzburg/Österrefch) unter besonderer Berücksichtigung der Massenbewegungen. Dissertation, Salzburg 1982, S. 9, 193ff (online)

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