Langenseifen ist der westlichste Stadtteil der Stadt Bad Schwalbach im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis.

Geographie Langenseifen liegt westlich von Bad Schwalbach auf einem Höhenrücken, der zum Westlichen Aartaunus gehört, jedoch weit nach Westen abzweigt und hoch über die Täler des Dornbachs im Norden und des Fischbachs im Süden aufragt, die schon zum Wispertaunus gezählt werden.Westlicher Aartaunus, Zorner Hochfläche, Katzenelnbogener Hochfläche, Nastätter Mulde und Unterlahnhöhen

Langenseifen ist umgeben von ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen, die von teilweise steil abfallenden bewaldeten Talhängen umrahmt sind.Topografische Karte 1:25.000

Geschichte Überblick Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Langenseifen erfolgte unter dem Namen Langensiven um das Jahr 1270. Langenseifen wird im Jahr 1270 als Langensiven erstmals urkundlich erwähnt.

Es war eines der 15 überhöhischen Dörfer, die nach einer Grenzbeschreibung des Rheingauer Weistum von 1324vgl. Hinterlandswald zum Kurmainzischen Territorium gehörten und außerhalb des Rheingauer Gebücks lagen. Der Mittelpunkt der überhöhischen Dörfer war Bärstadt.

Zur Zeit des Herzogtums Nassau gehörte Michelbach zum Amt Langen-Schwalbach. Nach der Annexion durch Preußen wurde es 1867 dem Untertaunuskreis im Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet.

Seit dem 31. Dezember 1971 ist die bis dahin selbständige Gemeinde Langenseifen nach einer freiwilligen Eingemeindung im Zuge der Gebietsreform in Hessen ein Stadtteil von Bad Schwalbach. Wie für jeden Stadtteil außerhalb der Kernstadt wurde durch die Hauptsatzung auch für Langenseifen ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Langenseifen angehört(e):

1530 und später: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Hohenstein ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Hessen-Rheinfels, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Hohenstein ab 1583: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Hohenstein ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Hohenstein 1806–1813: Kaiserreich Frankreich, Niedergrafschaft Katzenelnbogen (Pays réservé de Catzenellenbogen) ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Langen-Schwalbach ab 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisamt Langen-SchwalbachAbtrennung der Justiz (Justizamt Langen-Schwalbach bis 1854) ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, UntertaunuskreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Langen-Schwalbach) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Untertaunuskreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Untertaunuskreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadtam, Untertaunuskreis, Stadt Bad SchwalbachAm 31. Dezember 1971 als Stadtteil zu Bad Schwalbach. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis, Stadt Bad Schwalbach

Einwohnerentwicklung Einwohnerstruktur Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Langenseifen 465 Einwohner. Darunter waren 15 (3,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 69 Einwohner unter 18 Jahren, 195 zwischen 18 und 49, 108 zwischen 50 und 64 und 93 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 198 Haushalten. Davon waren 48 Singlehaushalte, 75 Paare ohne Kinder und 57 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 42 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 132 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.

Einwohnerzahlen 1587: 14 Hausgesesse

Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1885: 236 evangelische (= 98,74 %), 3 katholische (= 1,26 %) Einwohner • 1961: 194 evangelische (= 79,51 %), 48 katholische (= 19,67 %) Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Ortsbild Das Ortsbild wird von folgenden historischen Gebäuden geprägt: der 1822 am westlichen Ortsausgang erbauten Schule (heute Heimatmuseum), dem Brunnenhaus von 1832 und dem 1839 in der Ortsmitte errichteten Rathaus.

Kapelle mini|Kapelle Langenseifen

Seit 2012 steht die Evangelische Feldkapelle oberhalb des Ortes. Der einzigartige Kuppelbau aus natürlichem Lärchenholz bietet Platz für 60 Personen.Kunst-Kapellen-ProjektKapelle Kirchengemeinde

Ab 2005 wurden Ideen für den ersten Kirchenbau Langenseifens entwickelt. Als erster Schritt sollte ein Altar auf dem freien Feld errichtet werden. Der Bildhauer Holger Walter stellte eine 3,92 m hohe natürliche Basaltlava-Säule auf.Obo: Am Anfang steht der Altarstein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. September 2005, Nr. 211, S. 70. 2007 reiste eine Besuchergruppe aus Island eigens nach Langenseifen, um den „Altar auf dem Feld“ zu besichtigen.Thorsten Stötzer: Altarstein beeindruckt Isländer. In: Wiesbadener Tagblatt, 21. November 2007

Anschließend entwarf Architektin Barbara Schmid die Kapelle, die um die bestehende Skulptur herum gebaut wurde. Die Skulptur steht nun im Gottesdienstraum und kann als Altar genutzt werden. Der ansonsten fensterlose Raum erhält nur durch ein rundes Glasfenster direkt über dem Altar natürliches Licht. Er besitzt eine charakteristische Atmosphäre und wird für verschiedene Veranstaltungen genutzt.Wie ein kleiner Dom. In: FAZ vom 4. Juni 2012, S. 37

Vereine Zum Vereinsleben gehören der Männergesangverein Liederkranz 1896, die Freiwillige Feuerwehr 1934, der Sportverein 1963, der Heimatverein „Bei uns deham“ und ein Seniorenclub.

Wirtschaft und Infrastruktur Tourismus Langenseifen bietet sich Naturinteressierten als Ausgangspunkt für Wanderungen durch den Hinterlandswald im Wispertaunus an. Der Wispertaunus ist einer der waldreichsten Teile des Taunus und wurde zu großen Teilen als FFH-Gebiet ausgewiesen. Zudem ist die ganze Region Teil des Naturpark Rhein-Taunus, der den Menschen eine naturnahe Erholung ermöglichen will.

Verkehr Langenseifen liegt an der L 3374, die in Ost-West-Richtung die kürzeste Verbindung von Bad Schwalbach zum Wispertal nach Geroldstein und Lorch darstellt. Drei Kilometer östlich von Langenseifen hat die Landstraße Anschluss an die Bundesstraße 260, über die man nach Süden Wiesbaden und das Rhein-Main-Gebiet erreichen kann.

Persönlichkeiten Hanns Sinzig (1901–1992), 1948–1966 Landrat des Kreises Altenkirchen

Weblinks

Fußnoten Anmerkungen

Einzelnachweise Einwohnerzahlen der Stadt Bad Schwalbach unter 9. Statistische Angabe 2004–20014, 2007–20017 im Webarchiv.

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