mini|Noël Nétonon Ndjékéry Noël Nétonon Ndjékéry (geb. 1956 in Moundou) ist ein tschadischer Schriftsteller. Seine im frankofonen Raum vielbeachtete Prosa verbindet Griot-Traditionen mit historischer Stofflichkeit. Für seinen Roman Il n’y a pas d’arc-en-ciel au paradis erhielt er 2022 den Prix Hors Concours. Im selben Jahr wurde ihm der Grand prix littéraire d’Afrique noire zugesprochen. 2023 gewann er zudem den Prix Lettres Frontière.

Leben Ndjékéry wurde 1956 in Moundou im Süden des Tschad geboren und wuchs dort auf. Er schildert seine Kindheit als die eines Garnisonskindes in einer von der französischen Armee geprägten Stadt; sein Vater war ehemaliger „tirailleur sénégalais“. Bereits als Jugendlicher begann er zu schreiben und nennt die Tradition der Griots als prägende Quelle. Er studierte Mathematik und lebt seit rund vier Jahrzehnten in der Schweiz. 2017 erhielt er für sein Gesamtwerk den Grand Prix littéraire national du Tchad.

Wirken Ndjékérys Erzählen bewegt sich zwischen mündlicher Tradition und reflektierter Geschichtserzählung, etwa in Au petit bonheur la brousse (2019) und Il n’y a pas d’arc-en-ciel au paradis (2022). Er selbst betont, dass Literatur die eigene Geschichte aus dem eigenen Empfinden heraus erzählen müsse. Il n’y a pas d’arc-en-ciel au paradis erzählt über mehrere Generationen hinweg von der transsaharischen Versklavung bis in die Gegenwart. Kritiken hoben die Verbindung von poetischer Sprache und historiografischer Genauigkeit hervor. Mit Le Pique-bœuf sur la bosse du zébu (2022) veröffentlichte er zudem drei aus dem mündlichen Erbe gespeiste Erzählungen. In L’Angle mort du rêve (2024) verfolgt er die satirisch gebrochene Odyssee eines Lausanner Ingenieurstudenten und spiegelt dabei Wissenschaftsfaszination und nationale Selbstbilder wider. Seine Arbeit fand breiten Widerhall in den frankofonen Medien.

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Tschader Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Mann