mini|Gallagher, 2007 Gallagher (* 24. Juli 1946 in Fort Bragg, North Carolina; † 11. November 2022 in Palm Desert, Kalifornien; bürgerlich Leo Anthony Gallagher Jr.) war ein US-amerikanischer Komiker, der in den 1980er Jahren durch seinen Einsatz von Requisiten und Beobachtungskomik einer der bekanntesten Comedy-Darsteller in den Vereinigten Staaten war. Seine berühmteste Nummer war der „Sledge-O-Matic“, ein großer hammerähnlicher Gegenstand, mit dem er verschiedene Dinge – insbesondere Wassermelonen – zerschlug. Über mehr als dreißig Jahre trat er jährlich zwischen 100 und 200 Mal auf und zerstörte dabei tausende Melonen.

Leben Gallagher wurde als Sohn von Leo Anthony Gallagher Sr. in Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina geboren und stammte aus einer Familie mit irischer und kroatischer Herkunft. Bis zum Alter von neun Jahren lebte er in Lorain, Ohio, doch aufgrund seines Asthmas zog die Familie nach South Tampa in Florida, wo er die Henry B. Plant High School besuchte. Er schloss sein Studium an der University of South Florida im Jahr 1970 mit einem Abschluss in Chemieingenieurwesen ab. Er belegte ein Nebenfach in Englischer Literatur.

Im Jahr 1980 heiratete er Deedra Kay Higgins, die Ehe wurde geschieden. Ab dem 5. März 1988 war er in zweiter Ehe mit Geralyn Ann Hines verheiratet. Er hatte zwei Kinder, darunter Aimee Rose Gallagher.

Gallagher sagte in einem Interview, er habe „fast sein gesamtes Vermögen durch Spekulationen am Aktienmarkt verloren“ und scherzte, er sei „pleite“. Sein langjähriger Manager widersprach dem jedoch als komödiantische Übertreibung und fügte hinzu: „Wir sollten alle so pleite sein wie Leo.“

Während eines Auftritts am 10. März 2011 in Rochester, Minnesota, brach Gallagher auf der Bühne zusammen und hielt sich die Brust. Er wurde ins Saint Marys Hospital gebracht, wo ein leichter Herzinfarkt diagnostiziert wurde.

Ein Jahr später, am 14. März 2012 kurz vor einem Auftritt in Lewisville, Texas, verspürte Gallagher erneut starke Brustschmerzen. Sein Manager erklärte, der Komiker habe einen „leichten bis ernsten“ Herzinfarkt erlitten und sei in ein künstliches Koma versetzt worden, während Ärzte versuchten, die Ursache seiner Herzprobleme zu ermitteln. Nach dem Einsetzen von zwei Koronarstenta wurde Gallagher am 18. März aus dem Koma geholt. Er erholte sich rasch und begann, mit seiner Familie zu sprechen. Seine Managerin Christine Sherrer erklärte, er atme selbstständig, bewege sich und mache bereits wieder Witze.

Gallagher starb am 11. November 2022 im Alter von 76 Jahren an Organversagen in Palm Desert, Kalifornien.

Karriere Nach dem College arbeitete Gallagher als Roadmanager des Komikers und Musikers Jim Stafford. Gemeinsam reisten sie 1969 nach Kalifornien, wo Gallagher beschloss, selbst aufzutreten. Er entwickelte seinen eigenen Comedy-Stil, während er regelmäßig im Comedy Store und im Ice House auftrat. Zweimal trat er in der Sendung The Tonight Show mit Johnny Carson auf, obwohl Carson Requisiten-Comedy nicht mochte.Episode 145 – Gallagher, WTF with Marc Maron, wtfpod.com Sein erster Auftritt war am 5. Dezember 1975, als er sein Requisit „The Tonight Show Home Game“ vorstellte, und erneut am 9. Mai 1979. Auch bei Gastmoderatoren trat er mehrfach in der Sendung auf. Darüber hinaus war Gallagher in der Mike Douglas Show, der Merv Griffin Show, der Smothers Brothers Comedy Hour und im Playboy Club zu sehen.

Im Gegensatz zu anderen erfolgreichen Stand-up-Comedians seiner Zeit, die in Sitcoms und Filmen zu sehen waren, blieb Gallagher hauptsächlich ein Bühnendarsteller und war regelmäßig auf Tournee. Er sagte einmal, er habe „200 Shows pro Jahr über 35 Jahre“ gespielt. Laut dem Magazin Variety absolvierte er über 3.500 Live-Auftritte während seiner Karriere.

Bei der Abberufungswahl des Gouverneurs von Kalifornien im Jahr 2003 kandidierte Gallagher als unabhängiger Kandidat und belegte Platz 16 von 135 Bewerbern mit 5.466 Stimmen. Arnold Schwarzenegger entschied die Wahl für sich und löste Gray Davis ab.Special Statewide Election — Statement of Vote, California Secretary of State, 2003-10-07. Abgerufen am 30. April 2013.

Im Juli 2012 war Gallagher in einem Fernsehspot für die Autoversicherung Geico zu sehen, in dem er seine Sledge-O-Matic-Nummer wiederholte.

Trotz schwerer Herzprobleme in seinen 60ern und frühen 70ern war er bis 2020 weiter auf Tournee, als ihn die COVID-19-Pandemie zum Aufhören zwang.

Stil Gallagher bezeichnete sich selbst als den „Wizard of Odd“ („Zauberer des Absonderlichen“) und war bekannt für „wortgewandte Wortspiele“ und scharfsinnige Beobachtungskomik. Seine berühmteste Nummer war der Einsatz des „Sledge-O-Matic“, eines großen Holzhammers, mit dem er verschiedene Lebensmittel und Gegenstände zerschlug – meist gipfelnd in einer Wassermelone. Zu seinen bevorzugten Zielen gehörten auch Orangen, Hüttenkäse, Sandkuchen, Bohnen, Cheeseburger, Zahnpastatuben, Videospiel-Controller und Weintrauben. Die Sledge-O-Matic-Nummer, ein Beispiel für physische Requisitenkomik, war eine Parodie auf die unbeabsichtigt komischen Werbespots für das Küchengerät Veg-O-Matic des US-amerikanischen Herstellers Ronco, das in den Vereinigten Staaten von Mitte der 1960er- bis in die 1970er-Jahre stark beworben wurde. Das Publikum wurde oft mit Ponchos ausgestattet oder wusste, dass Regenmäntel nötig waren, um sich vor herumfliegenden Überresten zu schützen. Die erste Reihe seiner Shows nannte er „Death Row“ (). Seine Show beinhaltete zahlreiche weitere Requisiten, darunter ein großes Trampolin, das wie ein Sofa gestaltet war. Gallagher schrieb seine Witze selbst und reiste mit bis zu 15 großen Requisitenkisten.

Sledge-O-Matic mini|Gallagher zerschlägt einen Kuchen mit dem „Sledge-O-Matic“

Obwohl die Nummern von Auftritt zu Auftritt variierten, beendete Gallagher seine Shows in der Regel mit seiner berühmten „Sledge-O-Matic“-Routine, die traditionell mit dem folgenden Vorspann begann:

Gallagher holte dann einen großen, meist hölzernen Hammer hervor – etwa in der Größe eines Vorschlaghammers – und schlug damit auf die Äpfel ein, wobei Fruchtstücke ins Publikum flogen. Zuschauer in den ersten Reihen waren meist vorbereitet und brachten Regenschirme, Regenmäntel oder Plastikplanen mit. Fans nannten das Erlebnis „Gallagherizing“. Die gesamte Nummer war von Teleshopping-Werbesendungen inspiriert, die neuartige Haushaltsprodukte anpriesen und deren Popularität in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren ihren Höhepunkt erreichte.

Kontroversen Im Juli 1999 trat Gallagher in Cerritos, Kalifornien, auf und verwendete dabei Stereotype, die als beleidigend gegenüber Mexikanern empfunden wurden. Im Januar 2011 verließ Gallagher den Podcast WTF von Komiker Marc Maron, nachdem dieser wiederholt Fragen zu den kontroversen Witzen stellte. Gallagher hatte zuvor erklärt, dass es sich um fünf Witze in einer zweistündigen Show gehandelt habe, die er „auf der Straße gehört“ habe. In einem späteren Interview zu dem Vorfall warf Gallagher Maron vor, „immer die Gegenseite zu vertreten“. In späteren Jahren wurde Gallaghers Programm wegen häufiger Homophobie, paranoider Untertöne und rassistischer Inhalte kritisiert.

Verletzungen im Publikum mini|Gallagher signiert den Kopf eines Fans Bei einigen Gelegenheiten erlitten Zuschauer während Gallaghers Auftritten Verletzungen.

Bei einer Show im Coach House in San Juan Capistrano am 29. September 1990 wurde eine Frau im Publikum von einem schweren Plüschpinguin am Kopf getroffen, der einen Feuerlöscher enthielt. Sie verklagte den Komiker später auf 13.000 US-Dollar für medizinische Kosten, 20.000 US-Dollar für Verdienstausfall sowie auf Strafschadensersatz in Höhe von über 100.000 US-Dollar. Der Fall kam 1993 vor Gericht, wobei die Jury letztlich zugunsten von Gallagher entschied – nach einem turbulenten Verfahren, bei dem Gallagher selbst aussagte und angeblich ebenso viele Lacher erzielte wie bei seinen Shows. Der vorsitzende Richter William Froeberg sagte später: „[…] in sieben Jahren auf der Richterbank habe ich viele Charaktere gesehen, aber keinen so theatralischen […] Es war unterhaltsam. Sicherlich nicht langweilig.“

Bei einem Auftritt auf der Washington County Fair in Hillsboro am 8. Juli 2010 stürmte eine Frau die Bühne, rutschte auf herumliegenden Gegenständen aus und musste mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Rechtliche Auseinandersetzung mit dem Bruder Anfang der 1990er-Jahre bat Gallaghers jüngerer Bruder Ron um Erlaubnis, Shows mit Gallaghers berühmter Sledge-O-Matic-Nummer aufführen zu dürfen. Leo erteilte die Erlaubnis unter der Bedingung, dass Ron – der Leo stark ähnelte – und dessen Manager in Werbematerialien deutlich machten, dass es sich um Ron Gallagher und nicht um Leo Gallagher handelte. Ron trat typischerweise in kleineren Veranstaltungsorten auf als Leo. Nach einigen Jahren begann Ron, seine Show unter dem Namen „Gallagher Too“ oder „Gallagher Two“ zu vermarkten. In manchen Fällen wurde die Werbung so gestaltet, dass nicht klar war, dass nicht der ursprüngliche Gallagher auftrat.

Leo reagierte zunächst lediglich mit der Bitte, dass sein Bruder die Sledge-O-Matic-Nummer nicht verwenden solle. Ron setzte seine Touren als „Gallagher Too“ jedoch fort und nutzte weiterhin die Routine. Im August 2000 verklagte Leo seinen Bruder wegen Markenrechtsverletzung und irreführender Werbung. Die Gerichte entschieden letztlich zugunsten von Leo und erließen eine einstweilige Verfügung, die Ron untersagte, in kleinen Clubs und Veranstaltungsorten eine Show aufzuführen, die seinen Bruder imitierte. Die Verfügung untersagte Ron auch, absichtlich eine Ähnlichkeit mit Leo herzustellen.

Vermächtnis In den 1980er-Jahren nutzten Forscher der Loma Linda University Gallaghers Comedy in einer wissenschaftlichen Studie, um die Wirkung von Lachen auf den Körper zu untersuchen. Sie entnahmen zehn Medizinstudenten Blutproben, während diese Gallagher live sahen, und stellten fest, dass die Anzahl der weißen Blutkörperchen anstieg. Die Wissenschaftler erklärten, dass Lachen offenbar das Immunsystem stärkt.

Im Jahr 2004 wurde Gallagher von Comedy Central auf Platz 100 der besten Stand-up-Comedians aller Zeiten gewählt. Gallagher war mit dieser niedrigen Platzierung unzufrieden und sagte gegenüber The Oregonian: „Ich habe mir die anderen Leute angesehen und versucht, jemanden zu finden, den ich überhaupt kenne. Wie kann ich hinter Leuten liegen, von denen ich noch nie gehört habe? […] Ich habe 13 einstündige Shows für Showtime gemacht, die auf Videokassette erhältlich sind. Ich habe die Ein-Mann-Show im Kabelfernsehen erfunden.“

Gallagher wurde von Paul F. Tompkins im Film Weird: The Al Yankovic Story aus dem Jahr 2022 dargestellt.

Bei der Bekanntgabe seines Todes sagte sein Manager, dass Gallagher zwar Kritiker hatte, aber „ein unbestreitbares Talent und eine amerikanische Erfolgsgeschichte“ gewesen sei. Vier Monate nach seinem Tod erschien Gallagher in der Folge Stan Fixes a Shingle der US-amerikanischen Fernsehserie American Dad!.

Auszeichnungen Gallagher wurde zwischen 1983 und 1989 insgesamt fünf Mal für den CableACE Award nominiert und gewann ihn 1984 für sein Bühnenprogramm Gallagher: The Maddest.

Filmografie (Auswahl) An Uncensored Evening (1980) Cosmos (1980) Mad as Hell (1981) Two Real (1981) Totally New (1982) That’s Stupid (1982) Stuck in the Sixties (1983) The Maddest (1983) Melon Crazy (1984) Over Your Head (1984) The Bookkeeper (1985) The Messiest (1986) Overboard (1987) We Need a Hero (1992) Smashing Cheeseheads (1997) Messin’ Up Texas (1998) Sledge-O-Matic.com (2000) Tropic of Gallagher (2007) Gotham Comedy Live (2014)

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