mini|hochkant|Wappen der „Grafen von Rheda“ im Wappenbuch des Westfälischen Adels Rheda ist der Name eines bereits im Hochmittelalter erloschenen westfälischen Edelherrengeschlechts.
Geschichte Der Erste des Geschlechts, der den Namen Rheda führte, war Widukind von Rheda († 1189/1191), Sohn des Edlen Everwin (urkundlich 1142–1166), Vogt des Stifts Freckenhorst, und der Luttridis von Schwalenberg, die 1185 bereits Witwe war und 1198 noch lebte. Widukind nennt sich 1173 und 1188 „von Rheda“ (advocatus de Rhethe), weil er die Burg Rheda, Zentrum der Herrschaft Rheda, innehatte. 1169 erscheint er, offenbar in Nachfolge seines Vaters, als Vogt des Stifts Freckenhorst sowie als Vogt der Klöster Liesborn, Herzebrock und Clarholz. Widukind war Mitgründer des Klosters Marienfeld. Neben Widukind hatten die Eheleute noch eine Tochter namens Gertrudis, die 1193 und noch 1207 Äbtissin des Stifts Freckenhorst war.Schwieters (1993), S. 117. Fahne (1858), S. 331 behauptet dagegen fälschlicherweise, dass Gertrudis eine Tochter des Widukind war.
Eine namentlich nicht bekannte Schwester von Everwin soll Ehefrau des Edelherrn Hermann I. von Lippe gewesen sein. Über diese Ehe soll die Herrschaft Rheda und die Vogtei über Freckenhorst nach dem kinderlosen Tod von Widukind auf dem Dritten Kreuzung vor Akkon an die Edelherren von Lippe gefallen sein. Auch Hermann I. von Lippe erscheint als advocatus in Freckenhorst. Ebenso 1193 sein Sohn Ritter Bernhard II. von Lippe, Gründer der Städte Lippstadt und Lemgo.Schwieters (1993), S. 117. Fahne (1858), S. 331 behauptet dagegen fälschlicherweise, dass Gertrudis die Ehefrau Hermanns I. gewesen sei. Diese wiederum seien die Eltern des Paderborner Bischofs Simon I. von Paderborn gewesen. Simon war jedoch Sohn des Edlen Hermann II. zur Lippe und der Oda von Tecklenburg, Tochter des Grafen Simon I. von Tecklenburg und der Gräfin Oda von Berg-Altena.
Wappen Blasonierung: In Silber ein schwarzer rechtsspringender Löwe. Der schwarz-silbern bewulstete Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein grüner Pfauenschweif.Spießen (1901–1903), S. 105.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 331 (Google Bücher). Julius Schwieters: Nachrichten über Freckenhorst, Warendorf 1993, S. 117. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 105 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 259 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht