Mit der Nacht kommt der Tod (Originaltitel: Dead of Night) ist ein für NBC produzierter, US-amerikanischer Episodenfilm mit Mystery- und Horrorelementen von Regisseur Dan Curtis aus dem Jahr 1977. Das Drehbuch stammt hauptsächlich vom Science-Fiction-Autor Richard Matheson. Die erste der drei Geschichten ist eine Adaption der Kurzgeschichte Second Chance von Jack Finney von 1956. Die dritte Geschichte (Bobby) wurde 1996 von Curtis für Trilogy of Terror II neu verfilmt.

Handlung Der Film besteht aus drei Geschichten mit unabhängiger Handlung:

Second Chance Der College-Student Frank restauriert einen Oldtimer (einen „1926 Jordan Playboy“), der bei einem Unfall mit einem Zug zerstört wurde. Als er mit dem Wagen fährt, wird er in die Vergangenheit versetzt. Dort verhindert er den Unfall und kehrt in die Gegenwart zurück, wo er feststellt, dass die geretteten Personen seine zukünftigen Großeltern sind.

No Such Thing as a Vampire Eine Frau namens Alexis erwacht immer wieder mit Blutstichen im Hals. Der Verdacht fällt auf Vampirattacken. Ihr Ehemann inszeniert ein Komplott gegen einen Mann, den er verdächtigt, eine Affäre mit Alexis zu haben, und benutzt den Vampirmythos zu seinen Zwecken.

Bobby Alma, deren Sohn Bobby ertrunken ist, versucht ihn mittels okkulter Magie zurückzubringen. Bobby erscheint zwar, verhält sich aber zunehmend bedrohlich. Es stellt sich heraus, dass nicht Bobby nicht mehr derselbe ist und sich an Alma rächen will.

Entstehung Bereits 1969 war eine Fernsehserie namens Dead of Night vorgesehen, die jedoch abgesehen von einem Pilotfilm (A Darkness at Blaisedon) nicht verwirklicht wurde.

Nach ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit bei The Night Stalker (1972) und Trilogy of Terror (1975) arbeiteten Dan Curtis und Richard Matheson hier erneut zusammen. Curtis produzierte (und führte zusätzlich Regie) und Matheson schrieb die drei Episoden.

Die Geschichte Second Chance basiert auf Jack Finneys gleichnamiger Kurzgeschichte, während No Such Thing as a Vampire und Bobby auf Material von Richard Matheson beruhen.

Für das Make-up war Frank Westmore verantwortlich, ein Mitglied der bekannten Westmore-Make-up-Familie, zu der auch Michael Westmore gehört.

Für den vermeintlichen 1926er Jordan Playboy der ersten Episode wurde in Wirklichkeit ein 1927er Buick verwendet.

Besetzung und Synchronisation

Darsteller Rolle Synchron­sprecherSecond Chance Ed Begley Jr. Frank E. J. André Mr. McCauley Ann Doran Mrs. McCauley Christina Hart Helen McCauley No Such Thing as a Vampire Patrick Macnee Dr. Gheria Anjanette Comer Alexis Elisha Cook Jr. Karel Horst Buchholz Michael Oliver RohrbeckBobby Joan Hackett Alma Lee H. Montgomery Bobby Veröffentlichung Der Film hatte seine Premiere am 29. März 1977 auf dem US-Sender NBC.

Es gibt eine DVD und eine Blu-ray, die als Bonusmaterial den Kurzfilm A Darkness at Blaisedon (1969) enthält, der als Pilotfolge für die nicht verwirklichte Fernsehserie Dead of Night vorgesehen war. Darin reist ein Team von Ermittlern mit übersinnlichen Fähigkeiten herum und löst Rätsel.

Kritiken Kritiker bewerten den Film als solides, wenn auch im Rahmen des TV-Anthologie-Formats begrenztes Werk. Der Film baue auf typischen Motiven des Horrors und Übernatürlichen auf und verbinde diese mit Thriller-Elementen. Die ersten beiden Geschichten gelten als mittelmäßig, teils vorhersehbar und weniger gruselig, wohingegen die dritte als die stärkste des Films gelobt wird, auch dank der Darstellerleistung, dem unheimlichen Telefonanruf des Vaters und dem furchteinflößenden Finale. Insgesamt wird der Film als kurzweilig und unterhaltsam beschrieben, dessen bleibender Eindruck jedoch fast ausschließlich auf die letzte Geschichte zurückzuführen ist.Der Filmdienst kritisiert: „Reizlose Aneinanderreihung von drei fürs Fernsehen produzierten Horror-Geschichten.“

Die US-Horrorwebsite Dread Central befand 2009, das von allen Geschichten Bobby die wirkungsvollste sei, aber selbst sie brauche zu lange, um auf den Punkt zu kommen. Die beiden anderen Geschichten werden als mittelmäßig beschrieben und mit vergesslichen Twilight-Zone-Folgen verglichen. Immerhin seien die schauspielerischen Leistungen großartig und die zweite Geschichte habe eine schöne Wendung. Insgesamt könne man den Episodenfilm nur Curtis- oder Matheson-Komplettisten empfehlen.

Die Horrorwebsite Bloody Disgusting würdigte 2021 Bobby als denkwürdigste unter den drei Geschichten. "Bobby ist nicht mehr derselbe – oder vielleicht doch?" Autor Matheson halte an der Regel Weniger ist mehr fest. Er deute den Missbrauch von Bobby durch seine Mutter an, ohne ihn ausdrücklich auszusprechen. Er vertraue darauf, dass das Publikum die Zusammenhänge selbst erkenne – und sobald das geschehe, lasse einen die Geschichte nicht mehr los. Das Ende von Bobby sei ebenso perfekt wie erschreckend.

Das Slant Magazine lobte 2025, wie bereits Curtis’ früherer Film Trilogy of Terror steigere sich auch dieser Film langsam bis zu seinem einprägsamsten und erschreckendsten Segment. Second Chance sei eine freundliche und gut gemeinte Erzählung, die hervorragend zur Fernsehserie Unglaubliche Geschichten aus den 80ern gepasst hätte. No Such Thing as a Vampire sei deutlich düsterer und härter. Das herausragende Segment sei jedoch das beklemmende Bobby.

The Movie Buff bedauerte 2026, dass Anthologiefilme weitgehend von der Bildfläche verschwunden seien und empfahl den Film als sehenswert für Horrorfans und für alle, die die Werke von Matheson schätzen. Er sei leicht konsumierbar und jede der drei Geschichten funktioniere gut. Zwar gebe es einige langsamere Passagen, die offensichtlich das Material strecken sollten, doch langweilig werde der Film nie.

Weblinks

Mit der Nacht kommt der Tod bei IMDb

Einzelnachweise

Kategorie:Horrorfilm Kategorie:Episodenfilm Kategorie:Vampire im Film Kategorie:Zeitreisen im Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmtitel 1977