mini|St.-Martin-Kirche Mertendorf mini|Sr.-Crucis-Kirche Görschen mini|Untermühle in Wetterscheidt
Mertendorf ist eine Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Wethautal und liegt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.
Geografie Mertendorf liegt ca. 6 km südöstlich von Naumburg (Saale) an der Wethau. Als Ortsteile der Gemeinde (13) sind ausgewiesen:
Geschichte Die Gemeinde wurde 1030 als Martindorf erstmals urkundlich erwähnt. 1178 erkaufte der Abt des Klosters Pforta 18 Hufengüter des Orts mit allen Zubehörungen. Später erwarb das Kloster auch die Grundherrschaft über die restlichen Güter des Ortes. 1353 verkaufte Heinrich von Busleben an das Kloster Pforta seine Besitzungen zu Mertendorf und Punkewitz mit aller Gerichtsbarkeit.Carl Peter Lepsius: Schulpforta und die dazu gehörigen Ortschaften. In: ders.: Kleine Schriften. Beiträge zur thüringisch-sächsischen Geschichte und deutschen Kunst- und Alterthumskunde, Band 2. Creutzsche Buchhandlung (R. Kretschmann), Magdeburg 1854, S. 119–165, darin S. 143: Die Pfortaschen Amtsdörfer. 4. Mertendorf (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek). Nach der Säkularisation des Klosters Pforta im Jahr 1540 gehörte Mertendorf mit dem Nachbarort Punkewitz als Exklave von 1543 bis 1815 zum kursächsischen Schulamt Pforta.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 34–35. Ihre Steuern mussten die beiden Exklavenorte jedoch ins kursächsische Amt Weißenfels zahlen.Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande, S. 164 Im 18. Jahrhundert wurde in der Gegend um Mertendorf Braunkohle entdeckt.
Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Mertendorf zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Naumburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem der Ort bis zur Auflösung des Kreises und dessen Eingliederung in den Kreis Weißenfels im Jahr 1932 gehörte.
Die genauen Eingemeindungsdaten von Punkewitz und Wetterscheidt nach Mertendorf sind unbekannt, sie lagen jedoch vor 1950. Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Scheiplitz eingegliedert. Der Ort wurde am 1. Januar 1963 nach Görschen umgegliedert.
Von 1952 bis 1994 lag Mertendorf im Kreis Naumburg (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 1994 gehört die Gemeinde zum Burgenlandkreis.
Am 1. Januar 2010 fusionierten die vormals selbständigen Gemeinden Mertendorf (mit den Ortsteilen Punkewitz und Wetterscheidt), Löbitz (mit den Ortsteilen Utenbach, Cauerwitz und Seiselitz) sowie Görschen (mit den Ortsteilen Droitzen, Rathewitz und Scheiplitz) zur neuen Gemeinde Mertendorf.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 701 2005 706 2010 1.778 2015 1.662 2020 1.632 Jahr Einwohner 2021 1.595 2022 1.580 2023 1.593 2024 1.538 2025 1.534
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Mertendorf besteht aus 12 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wählergemeinschaft Schönes Wethautal 27,8 % 3 39,1 % 5 Für die Zukunft unserer Dörfer – – 31,0 % 4 Einzelbewerber Maik Schumann – – 12,4 % 1 CDU 35,2 % 4 9,9 % 1 Die Linke 12,5 % 2 7,6 % 1 Wählergemeinschaft Gemeinde Löbitz 17,6 % 2 – – SPD 4,1 % 1 – – Einzelbewerberin Sofie Barth 2,8 % – – – Insgesamt 100 % 12 100 % 12
Bürgermeister 2009–2016: Klaus-Dietmar Maurer
2016–2023: Armin Kunze seit 2023: Hartmut Friedland
Kunze wurde bei der Bürgermeisterwahl am 25. September 2016 mit 50,3 % der gültigen Stimmen mit vier Stimmen Vorsprung gegenüber seinem Mitbewerber Hartmut Friedland gewählt.
Friedland wurde am 17. September 2023 mit 76,9 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 17. September 2023 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Sehenswürdigkeiten
St.-Crucis-Kirche in Görschen St.-Martins-Kirche in Mertendorf Dorfkirche in Löbitz Kriegerdenkmal an der Kreuzung Wettaburger Straße – Straße des Friedens
Verkehr Zur Bundesstraße 180, die nördlich der Gemeinde von Naumburg (Saale) nach Zeitz verläuft, sind es ca. 2 km. Mertendorf war seit 1900 Haltepunkt an der Bahnstrecke Naumburg–Teuchern. Der Personenverkehr wurde im Dezember 2011 eingestellt.
Vereine SV Mertendorf, die Fußballmannschaft spielt in der Saison 2026/27 in der Kreisoberliga Burgenland Pfingstgesellschaft Mertendorf e. V., 1980 gegründet
Persönlichkeiten Karl August von Schauroth (1755–1810), österreichischer Reitergeneral, in Großgestewitz geboren Eugen Diederichs (1867–1930), Verleger, in Löbitz geboren Ursula Vehrigs (1893–1972), Malerin, in Mertendorf geboren Wolf Krötke (1938–2023), Theologe, Pfarrer in Görschen
Literatur Louis Naumann: Mertendorf und Punkewitz: Aus Erbzinsregistern d. Domkapitels, Heuneburg 1937
Weblinks
Mertendorf auf der Website der Verwaltungsgemeinschaft Wethautal
Einzelnachweise
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