Heinz Müller-Olm (* 17. Juli 1907 in Berlin; † 5. Februar 1993) war ein deutscher Bildhauer. Er schuf in den 1930er und 1950er Jahren mehrere Skulpturen, Grabmäler und Kriegerdenkmale, die heute unter Denkmalschutz stehen. In Mainz finden sich seine Werke noch heute in ortsbildprägender Lage. Er schuf das Goldene Ross auf dem Dach des heutigen Landesmuseums Mainz und den Brunnen auf dem Leichhof zu Füßen des Mainzer Doms.

Leben und Wirken Heinz Müller wuchs ab seinem zweiten Lebensjahr in Nieder-Olm auf. Seine Eltern Christina und Jakob Müller starben früh, so dass er von seinen Großeltern aufgezogen wurde. Sein Interesse an der Kunst wurde vom Nieder-Olmer Maler Jean Metten geweckt. 1924 bis 1928 studierte Müller an der Kunstgewerbeschule Mainz. Anschließend wechselte er 1928 bis 1931 an die Akademie der bildenden Künste München mit Zwischenstationen in Rom und in der Sommerakademie in Salzburg. In München wurde er unter anderem auch von Hermann Hahn unterrichtet.

1932 heiratete er Margarete Hilsdorf (1909–1986) und richtete ein provisorisches Atelier in Nieder-Olm ein. In den Jahren 1933 bis 1935 wurde er mit einem Ausstellungsverbot belegt. Er wurde nicht in die Reichskulturkammer aufgenommen. Als Soldat in den Jahren 1940 bis 1945 wurde er zweimal verwundet. Sein Atelier wurde bei Bombenangriffen zerstört. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft gründeten Heinz Müller und Jean Metten eine private Kunstschule in Nieder-Olm.

Müller beteiligte sich direkt nach Kriegsende an mehreren Ausstellungen moderner Kunst. Ab Oktober 1946 lehrte er als Dozent für Bildhauerei an der Staatlichen Bau- und Kunstschule Mainz im damals wegen seiner Lage Pulverturm genannten Gebäude. Müller-Olm gestaltete 1962 die seit 1963 vom Land Rheinland-Pfalz verliehene Sportplakette. 1974 bis 1979 hatte er eine Professur an der Fachhochschule Mainz inne. Zu seinen Schülerinnen und Schülern gehörten Inge Blum, Heinz Hemrich und Reinhold Petermann.

Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Margarete heiratete er die Bildhauerin Inge Blum.

Aus Verbundenheit mit seinem Heimatort nannte er sich Heinz Müller-Olm und signierte oftmals mit HMO.

Kunstwerke im öffentlichen Raum (Auswahl)

1930 Gedenktafel Wilhelm Holzamer, Pariser Straße 113, Nieder-Olm 1931 Traubenmadonna (Sandstein), Nieder-Olm 1933 Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten, Sörgenloch 1936 Kreuzigungsgruppe (Muschelkalk), Nieder-Olm 1937 Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkriegs (Basalt-Lava), Nieder-Olm 1938, 1955 Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten des Ersten und Zweiten Weltkriegs, Stadecken-Elsheim 1946 Marienfigur (Terrakotta), Nieder-Olm 1956 Ehrenmal vor der katholischen Kirche für die Gefallenen und Vermissten (Kunststein), Ober-Olm 1957 Kranichbrunnen (Bronze mit farbigen Mosaiksteinen), Mainz 1957 Auferstehung (Bronze), Nieder-Olm 1959 Spielende Kinder (Bronze), Nieder-Olm 1960 Stresemann-Büste, Institut für Europäische Geschichte (Bronze, Sandstein), Mainz 1960 Brunnenanlage (Muschelkalk), Glanzstoff-Werke, Kelsterbach 1962 Wasserspielplatz im Volkspark (Beton, abgebrochen), Mainz 1962 Relief am Haus der Jugend (Beton), Mainz 1964 Brunnen an der „Alten Pforte“ (Beton), Nieder-Olm 1965 Fries an der Akademie der Bildenden Künste am Holztor (heute Gebäude R der Hochschule Mainz), Mainz 1968 Relief an der Pfarrkirche St. Thomas von Aquin (Kunststoff), Langen-Oberlinden 1968 Madonna (Kunststoff), Langen-Oberlinden 1968 Hauptportale und Tabernakelfiguren, Langen-Oberlinden 1972 Buchstabenplastik Gymnasium, Mainz-Gonsenheim 1978 Figurengruppe „Diskussion“ (Alu-Guss), Nieder-Olm 1978 Goldenes Ross auf dem Dach des Landesmuseums Mainz, Mainz 1979 Bubenbrunnen am Bismarckplatz, Mainz 1980 Leichhofbrunnen, Mainz 1990 Historie auf einem Bronzering (ringförmiges Bronzerelief), Ober-Olm

Ehrungen 1977: Gutenbergstatuette 1978: Bundesverdienstkreuz am Bande 1987: Mainzer Stadtsiegel in Silber Benennung der Professor-Müller-Olm-Straße in Nieder-Olm

Einzeldenkmäler

Literatur Beiträge in der Mainzer Allgemeinen Zeitung: 1. Juli 1977, 9. Februar 1978, 6. Januar 1979, 17. Juli 1982, 18. Februar 1993, 15. Juli 1997. Clarissa Kupferberg: Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen. Heinz Müller-Olm: Plastik, Zeichnungen. Ausstellungskatalog, Ausstellung im Brückenturm, Galerie der Stadt Mainz, Mainz 1977. Gottfried Borrmann: Heinz Müller-Olm, Vorbild als Künstler und Lehrer, in: Vierteljahresheft Mainz, Heft 3, 2. Jhg. 1982, S. 82 f. Hanneli Müller (Hrsg.): 100. Geburtstag Heinz Müller-Olm. Heimat in Nieder-Olm, Nieder-Olm 2007. Heinz Müller-Olm: Nestor und Mentor der Künstler, in: Consens: das Seniorenmagazin der Stadt Mainz. Mainz, 4/2007, S. 16. Reiner Steffan: Seine Kunst galt bei Nazis als „entartet“: Nieder-Olmer Bildhauer Prof. Heinz Müller-Olm international anerkannt, in: Mainz-Bingen: Heimat-Jahrbuch. Nr. 52, 2008, S. 211–214. Dieter Krienke (Bearbeiter): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 18.3: Kreis Mainz-Bingen. Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim. Werner, Worms 2011, ISBN 978-3-88462-311-4. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Mainz-Bingen (PDF; 7,9 MB). Mainz 2024.

Weblinks

Heinz Müller-Olm bei regionalgeschichte.net

Siehe auch Liesel Metten

Einzelnachweise

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