Juan de Quintanaortuño, genannt Juan de Ortega, eigentlich Juan de Velázquez, (* um 1080 in Quintanaortuño bei Burgos; † 2. Juni 1163 im heutigen San Juan de Ortega) war ein spanischer Brückenbauer und Heiliger.
Leben Ortega war ein Sohn des spanischen Ritters Vela Velasquez und dessen Frau Estefanía. In jungen Jahren verließ er das Dorf und zog in das Kloster nach Burgos, wo er bei dem heiligen Lesmes von Burgos studierte, der dort ein Hospital (Herberge) für Pilger leitete.
Im Jahr 1094 traf er auf den heiligen Domingo de la Calzada als dieser König Alfons VI. in Burgos aufsuchte. Anschließend begleitete er dem Heiligen als Jünger und Mitarbeiter bei dessen Bauprojekten in der Region La Rioja, beim Bau und der Sanierung von Brücken und befestigten Wegen. Bischof Pedro Nazar von Nájera vollzog vor dem Jahr 1106 seine Priesterweihe.
Um den anhaltenden Konflikte zwischen Königin Urraca und ihrem Gemahl Alfons I. dem Krieger und nach dem Tod des heiligen Dominikus im Mai 1109, beschloss er eine Pilgerreise nach Rom und nach Jerusalem ins Heilige Land anzutreten. Auf seiner Rückreise geriet das Schiff in einen gefährlichen Sturm, der das Leben der Passagiere gefährdete. Quintanaortuño vertraute sich dem heiligen Nikolaus von Myra, dem Schutzpatron der Reisenden, an und gelobte, ihm zu Ehren eine Kirche zu errichten, wenn er aus dieser Situation errettet würde. Die Rettung glückte und so setzte er nach seiner Ankunft in Kastilien den Bau der von Dominikus im Gebiet von Burgos begonnenen Straße fort und begann um 1113/1114 mit dem Bau der Kirche zu Ehren des Heiligen Nikolaus, um sein Gelübde erfüllte. Nach der Fertigstellung im Jahr 1120 zog er sich mit zwei Neffen dorthin zurück und gründete eine Gemeinschaft von Augustiner-Chorherren. Papst Innozenz II. stellte sie 1138 unter seinen Schutz, wodurch sie dem Heiligen Stuhl unterstellt waren. Er ließ an dem Pfad, auf dem die Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela wanderten, eine Herberge errichten. An einem Ort der, wie er selbst in seinem Testament erwähnte, an einem von Dickicht überwucherten, finsteren und gefährlichen Platz lag, der Banditen als Zufluchtsort diente und an dem Reisende bei Tag oder Nacht überfallen wurden.Federico Gallegos Vázquez: San Juan de Ortega. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es).
Des Weiteren baute er mehrere Brücken, so unter anderem in Logroño die Brücke über den Ebro und in Santo Domingo de la Calzada über den Oja. Da er im Brückenbau großes Geschick bewies und zahlreiche Brücken errichtete, erhielt er den Beinamen , was hier nicht „Papst“ bedeutet, sondern „Brückenmacher“.
mini|Kloster San Juan de Ortega
Er ließ auch die Straße zwischen den Orten Atapuerca und Agés anlegen, wo er auch eine kleine Brücke baute, und eine weitere zwischen Atapuerca und dem Kloster Kloster Ortega. Weitere Brücken ließ er in Cubo de Bureba, Santovenia und in seinem Geburtsort Quintanaortuño bauen und die Brücke in Nájera über den Najerilla instandsetzen. Zudem ließ er auch mehrere Brunnen anlegen.
Alfons VII., dessen Beichtvater Juan war, übertrug ihm im Jahr 1142, in Anerkennung seiner Verdienste um die Pilger und der von ihm durchgeführten Bauarbeiten, die königlichen Ländereien zwischen Ortega de Arriba und Ortega de Abajo in den Montes de Oca, wo sich seine Kirche und das Hospital befanden.
Im Jahr 1163 erkrankte er auf einer Reisen durch La Rioja und bat darum, zurück nach Ortega gebracht zu werden, wo er kurz darauf starb.
Rezeption mini|Grab des San Juan de Ortega Juan de Ortega wird als Patron der Bauingenieure und Landvermesser angesehen. Königin Isabella die Katholische soll 1474 ein prachtvolles Grabmal für ihn in Auftrag gegeben haben, das sich in der Klosterkirche befindet.
Literatur Johann von Ortega. In: Sebastian Brunner: Die Kunstgenossen der Klosterzelle. Das Wirken des Klerus in den Gebieten der Malerei, Skulptur und Baukunst. Band 1, Wien 1863, S. 318–319 (babel.hathitrust.org).
Weblinks
Federico Gallegos Vázquez: San Juan de Ortega. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es). Monasterio de San Juan de Ortega monestirs.cat Monasterio de San Juan de Ortega catedraldeburgos.es
Einzelnachweise
Kategorie:Jakobsweg Juan de Ortega Kategorie:Brückenbau-Ingenieur Kategorie:Historischer Jerusalempilger Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren im 11. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1163 Kategorie:Mann