Die Trauben-Katzenminze (Nepeta racemosa), auch Traubige Katzenminze genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Katzenminzen (Nepeta) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie ist in Westasien und im Kaukasusraum verbreitet.
Beschreibung mini|links|Habitus mini|Unterseite gegenständiger, gestielter Laubblätter mini|Zygomorphe Blüte aus unterschiedlichen Richtungen in Detail Vegetative Merkmale Die Trauben-Katzenminze ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 40 Zentimetern. Sie kann polsterartig, sowohl niederliegend als auch aufsteigend wachsen. Die Stängel sind grau und flaumig bis filzig behaart.
Die gegenständig angeordneten Blatt (Pflanze)|Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreiten sind rundlich-herzförmig und etwa 1,5-mal so lang wie breit. Die Blattoberseiten sind wenig behaart. Die Blattunterseiten sind grau und flaumig bis filzig behaart.
Generative Merkmale Die Blüten sind in einem endständigen ährigen Blütenstand angeordnet.
Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kronröhre überragt den Blütenkelch. Der Kelch ist 5 bis 9 Millimeter lang und dicht weich behaart. Die blaue Blütenkrone ist 7 bis 14 Millimeter lang. Die Unterlippe besitzt keine dunkelblauen Punkte.
Die Klausenfrüchte sind oft gut entwickelt.
Vorkommen Nepeta racemosa ist in Westasien und im Kaukasusraum verbreitet. Es gibt Fundortangaben für die östliche Türkei, den nordwestlichen Iran, Armenien sowie Aserbaidschan. Da die Art als Zierpflanze gehalten wird, ist sie in Mitteleuropa auch selten verwildert in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und in Südtirol.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Systematik Die Erstveröffentlichung von Nepeta racemosa erfolgte 1785 durch Jean-Baptiste de Lamarck in Encyclopédie méthodique. Botanique. Band 1, S. 711. Das Artepitheton mussinii ehrt den russischen Naturforscher Apollos Apollossowitsch Mussin-Puschkin (1760–1805). Synonyme für Nepeta racemosa sind Nepeta mussinii und Nepeta mussinii (Kurt Sprengel) publizierte 1805 diesen Namen in: Gartenzeitung (Halle), Band 2, Seite 134; daher auch der Trivialname Mussins Katzenminze.
Je nach Autor gibt es wenige Unterarten: Nepeta racemosa subsp. crassifolia : Sie kommt nur im Iran vor. Nepeta racemosa subsp. haussknechtii : Sie kommt im Irak, Iran und im Kaukasusraum vor. Nepeta racemosa subsp. racemosa: Sie kommt von der Türkei bis zum Iran vor.
mini|Blütenstand der Sorte Bloemen van Nepeta racemosa ‘Walker's Low’
Nutzung Die Sorten der Trauben-Katzenminze werden in den gemäßigten Gebieten als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet. Die Sorten blühen von April bis in den Oktober hinein.
Einzelnachweise Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freilandschmuckstauden, Verlag Eugen Ulmer & Co., 5. Auflage 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 643 ff. Jens G. Rohwer: Lamiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage, Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 690. Leo Victor Felix Henckel von Donnersmarck: Adumbrationes plantarum nonnullarum horti halensis academici selectarum. 1806, S. 15. eingescannt. Kurt Sprengel: Rechenschaft von der Aussaat und Aernte im botanischen Garten 1805. In: Gartenzeitung (Halle), Band 2, S. 129–136 (1. Teil). eingescannt.
Weblinks
Kategorie:Lippenblütler