Die haitianisch-kenianischen Beziehungen beschreiben das bilaterale Verhältnis zwischen der Republik Haiti und der Republik Kenia.

Die im Jahr 1804 von Frankreich unabhängig gewordene Republik Haiti und die 1963 von Vereinigten Königreich in die Unabhängigkeit entlassene Republik Kenia unterhalten seit dem 20. September 2023 diplomatische Beziehungen.

Es wurden keine diplomatischen oder konsularischen Vertretungen im jeweils anderen Land eingerichtet. Haitis Botschafter in Südafrika ist in Kenia nebenakkrediert; ebenso ist der kenianische Botschafter in Havanna/Kuba für Haiti zuständig.

Die Formalisierung der bilateralen Beziehungen erfolgte im Rahmen der Vorbereitung des Aufbaus einer von den Vereinten Nationen gebilligten multinationalen Mission zur Verbesserung der Sicherheitslage in Haiti (MMAS). Die haitianische Regierung hatte um internationale Unterstützung bei der Bekämpfung der Bandenkriminalität gebeten. Kenia erklärte sich bereit, 1000 Polizisten nach Haiti zu entsenden. Der Außenminister Kenias, Alfred Mutua, stellte den Beginn der Mission für den 1. Januar 2024 in Aussicht. Am 20. Januar 2024 erklärte der kenianische Präsident William Ruto, dass vom Verfassungsgericht seines Landes geforderte Vereinbarungen zu Fragen der Gegenseitigkeit der Zusammenarbeit kurzfristig erstellt würden und die Mission dann durchgeführt werde. Mitte Februar 2024 fand in Washington, D.C. ein Treffen auf Ministerebene statt, am Rande dessen die notwendige Vereinbarung vorbereitet wurde. Der haitianische Premierminister Ariel Henry reiste nach Kenia, um das Abkommen am 21. Juni 2024 in Nairobi zu unterzeichnen. Die Entmachtung von Premierminister Henry während der Rückreise aus Kenia nach Haiti führte in Kenia erneut zu Bedenken gegen die Entsendung von Polizisten. Die ersten Einheiten (400 bewaffnete Polizisten) trafen am 25. Juni auf dem Internationalen Flughafen Toussaint Louverture in Port-au-Prince ein.

Mit einem Harmony 4Haiti Concert and Cultural Festival, das im August 2024 in Nairobi veranstaltet wurde, beabsichtigte die Regierung Kenias, die bilateralen Beziehungen durch Einbeziehung kultureller Aspekte zu stärken.

Am 21. September 2024 kam Präsident Ruto zu einem Kurzbesuch nach Haiti und sagte die Entsendung weiterer 600 Ordnungshüter zu. Der erste Gefallene der MMAS war am 23. Februar 2025 zu verzeichnen. Es handelte sich um einen kenianischen Offizier. Im Mai 2025 kursierten Berichte über anonym vorgebrachten Klagen aus dem kenianischen Truppenkontingent. Grund war, dass ausschließlich Kenianer in der gefahrvollen direkten Konfrontation mit Kriminellen eingesetzt würden, während Kontingente aus anderen Ländern Aufgaben des Objektschutzes und des Abtransports von Verwundeten wahrnähmen.

Der kenianische Außenminister erklärte, bei der Mission gehe es zwar vorrangig um „Frieden und Sicherheit in Haiti“, ferner auch um den „Wiederaufbau Haitis – dessen Politik, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Stabilität“. Beobachter vertraten jedoch die Meinung, dass das Engagement Kenias nicht uneigennützig, sondern zur Unterstreichung der Rolle des afrikanischen Lands auf internationaler Bühne zu sehen sei.

Seit Beginn der von Kenia geführten Mission Mitte 2024 blieben Erfolge in Bezug auf die Sicherheitslage in Haiti aus. (Stand Mai 2025)

Weblinks Kenya-Haiti Ralations (Kenyan Foreign Policy)

Einzelnachweise