Désiré Bolya Baenga (* 1957 in Kinshasa; † 10. August 2010 in Paris) war ein kongolesischer Romancier und Essayist. Er wurde mit dem Roman Cannibale (1986) bekannt, für den er im selben Jahr den Grand Prix littéraire d’Afrique noire erhielt. Neben mehreren Essays veröffentlichte er zwei ethnologische Kriminalromane.

Leben und Wirken Bolya Baenga war Schüler des Institut d’études politiques de Paris (Sciences Po). Er lebte und arbeitete über viele Jahre in Paris. Er war regelmäßiger Mitarbeiter des Portals Afrik.com. Er starb im Alter von 53 Jahren im 12. Arrondissement von Paris.

In seinen Essays analysierte Bolya Baenga Gewalt- und Ausbeutungsstrukturen in Afrika, darunter Korruption, Kriegsökonomien und das Wirken von Kriegsfürsten und Waffenhändlern. In La profanation des vagins (2005) rückte er die systematische Verwendung von Massenvergewaltigungen als Kriegswaffe gegen Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt. Zuvor veröffentlichte er die Essays L’Afrique en kimono. Repenser le développement (1991) und L’Afrique à la japonaise. Et si l’Afrique était si mal mariée ? (1995). Im Jahr 2002 erschien sein Essay Afrique, le maillon faible. Als Romancier schrieb er die Kriminalromane La Polyandre (1998) und Les cocus posthumes (2001). Für Cannibale erhielt er 1986 den Grand Prix littéraire d’Afrique noire (ex aequo mit Tierno Monénembo).

Einzelnachweise

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