mini|Nepalesische Demonstranten vor dem Büro der Stadtverwaltung von Bharatpur Die Proteste in Nepal 2025 waren groß angelegte Proteste und Demonstrationen in ganz Nepal im September 2025. Sie hatten ihren Ursprung in der Frustration der Öffentlichkeit über Korruption durch Regierungsbeamte sowie in Vorwürfen der Misswirtschaft öffentlicher Gelder. Die Aufstände wurden durch ein landesweites Verbot zahlreicher Social-Media-Plattformen zusätzlich angeheizt. Die Regierung versuchte auch mit anderen autoritären Mitteln, die Demonstrationen niederzuschlagen, bspw. Polizeigewalt. Mindestens 76 Demonstrierende wurden getötet und mehr als 2.100 wurden verletzt. Die Proteste waren dennoch erfolgreich und führten zum Rücktritt der Regierung. Sie wurden überwiegend von Studierenden und jungen Bürgern der Generation Z organisiert und werden daher genau so wie ähnliche Proteste in anderen Ländern weltweit als Gen-Z-Proteste bezeichnet.

Bei einer Umfrage zu möglichen Wunschkandidatinnen und -kandidaten zur Nachfolge auf Discord landete die Juristin und frühere Präsidentin des Obersten Gerichtshofs Sushila Karki auf Platz eins. In der Folge wurde sie von den Gen-Z-Vertretern für das Amt vorgeschlagen und am 12. September 2025 vom Staatspräsidenten Ram Chandra Paudel als Interims-Premierministerin eingesetzt.

Ablauf Anfang September wurden Demonstrationen von den Sicherheitskräften gewaltsam niedergeschlagen. Dabei setzte die Polizei Tränengas und Gummigeschosse ein. Ersten Berichten zufolge kamen mindestens 19 Menschen ums Leben, einem offiziellen Bericht zufolge gab es mehrere hundert Verletzte.

Am 8. September hob die Regierung das Verbot sozialer Medien auf. Nach der Tötung von Demonstranten trat Innenminister Ramesh Lekhak unter Berufung auf seine moralische Verantwortung zurück.mini|Staatsanwaltschaft nach Protesten der Generation Z in NepalAm 9. September wurde bei massiven Demonstrationen gegen die Regierung in einer Hetzjagd der Finanzminister und stellvertretende Premierminister Bishnu Prasad Paudel verprügelt und ohne Kleidung in einen Fluss getrieben. Auch die Außenministerin und ihr Ehemann wurden von einem Mob attackiert.

Das Parlament sowie zahlreiche weitere Gebäude wurden niedergebrannt und es kam zu Plünderungen. Auch das Haus des Finanzministers wurde von den Demonstranten in Brand gesetzt. Ebenfalls am 9. September traten auch Landwirtschaftsminister Ram Nath Adhikari und Gesundheitsminister Pradip Paudel sowie 21 Abgeordnete der Rastriya-Swatantra-Partei zurück. Premierminister Khadga Prasad Sharma Oli erklärte ebenfalls seinen Rücktritt als Reaktion auf die Proteste. Er und viele weitere Regierungsmitglieder flüchteten aus dem Land. Auch das Fußball-Freundschaftsspiel am 9. September zwischen Nepal und Bangladesch wurde abgesagt. Die Zahl der Todesopfer war bis zum 9. September 2025 auf 25 gestiegen, während 633 Menschen verletzt wurden.

In mehreren Städten wurden Ausgangssperren verhängt, darunter in Kathmandu, Birgunj, Bhairahawa, Butwal, Pokhara, Itahari und Damak. In Kathmandu wurde die Ausgangssperre durch das Militär durchgesetzt und sollte bis zum Morgen des 11. September aufrechterhalten werden. Laut dem Militär waren die Maßnahmen nötig, da sich „anarchische Einzelpersonen und Gruppen“ unter die Demonstranten gemischt haben sollen, welche „sich an Plünderungen, Brandstiftungen, gezielten Angriffen sowie Vergewaltigungsversuchen beteiligten“.

Nach der Eskalation am Mittwoch distanzierten sich die Vertreter der „Gen-Z“ von Brandstiftung, Vandalismus und Gewalt, da sie keine Mittel der jungen Generation seien. Viele junge Menschen riefen in den sozialen Medien dazu auf, keine Häuser zu beschädigen und keine Straßen zu blockieren.

Am 10. September lag die Zahl der Todesopfer bei mindestens 30.

Am 12. September setzte Staatspräsident Ram Chandra Paudel die frühere Präsidentin des Obersten Gerichtshofs Sushila Karki als Interims-Regierungschefin ein. Sie ist die erste online gewählte Regierungschefin der Welt und die erste Premierministerin Nepals. Noch am selben Tag löste er das Parlament auf und setzte vorgezogene Neuwahlen am 5. März 2026 an.

Stand 13. September 2025 gab es 51 Tote und mehr als 1.300 Verletzte. Die Ausgangssperre wurde in Kathmandu weitgehend aufgehoben, nachdem wieder „Ruhe auf den Straßen Kathmandus eingekehrt“ war (Stand: 13. September).

Koordination Bei der Koordination der Proteste spielten insbesondere Jugendpartizipationsgruppen wie die Nichtregierungsorganisation Hami Nepal eine zentrale Rolle. Diese verwendeten während der Gen-Z-Proteste digitale Plattformen wie Discord-Server und auch Instagram-Kanäle als zentrale Mittel der Organisation. Der offene Zugang zum Discord-Server von Hami Nepal führte dazu, dass sich dort neben Unterstützern auch Trolle sowie Personen beteiligten, die nicht in Nepal ansässig waren.

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Einzelnachweise

Nepal 2025 Kategorie:Aufstand in Asien Kategorie:Konflikt 2025 Kategorie:Geschichte Nepals