Qwert. Ein Prinz-Kaltbluth-Roman in 43 Aventiuren ist ein im November 2025 erschienener phantastischer Roman von Walter Moers, der Teil seiner Zamonien-Reihe ist. Erstmalig spielt die Handlung nicht auf dem Kontinent Zamonien, sondern in einer Paralleldimension namens Orméa.
Der Titelheld des Romans ist Qwert Zuiopü, der bereits in Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär vorkommt. Er findet sich nach einem Sturz durch ein Dimensionsloch in der Gestalt eines Ritters in der Parallelwelt Orméa wieder. Sie ist an die fiktiven Prinz-Kaltbluth-Romane angelehnt, die unter anderem bereits in Die Stadt der Träumenden Bücher erwähnt wurden, und stellt eine Parodie auf das Genre des Ritterromans dar. Inhalt des Romans sind die Abenteuer, die Qwert als Prinz Kaltbluth in Orméa erlebt.
Handlung Qwert gelangt nach einem Dimensionslochsturz in eine ihm unbekannte Welt. Die für ihn größte Veränderung ist, dass er statt seines gallertartigen Körpers nun den eines erwachsenen Mannes hat, nämlich den des Romanhelden Prinz Kaltbluth. Er trägt dessen silberne Rüstung samt Helm und Schild und das unsichtbare Schwert Tarnmeister, und in kritischen Situationen verwandelt sich der friedfertige Qwert vorübergehend ganz in den tollkühnen Prinzen.
Das geschieht zum ersten Mal unmittelbar nach dem Erwachen, als er auf eine gefesselte Frau trifft. Um sie zu befreien, tötet er den Medusenwächter, ein dreiköpfiges Ungeheuer, das sie bewacht. Doch schnell stellt sich heraus, dass sie in Wirklichkeit eine gefährliche Janusmeduse ist, die zwei Gesichter hat: einmal das eines bezaubernd schönen Mädchens und auf der Rückseite ein zutiefst hässliches, dessen Anblick alle Lebewesen in Stein verwandelt. Sie verlässt Qwert, nachdem sie ihre Absicht verkündet hat, ganz Orméa zu versteinern. Als er erkennt, welchen Fehler er gemacht hat, beschließt er, die Janusmeduse zu finden und unschädlich zu machen.
Zunächst aber muss er sich der Riesengletscherzwerge erwehren, eisigen Riesen, die den toten Medusenwächter rächen wollen. Auf der Flucht vor ihnen springt Qwert in den Endlosen Abgrund. Vor dem sicheren Tod durch einen Fall ohne Ende rettet ihn die Janusmeduse, die begonnen hat, romantische Gefühle für ihn zu entwickeln. Sie packt ihn, entfaltet ihre gewaltigen Schwingen und fliegt mit ihm aus dem Abgrund hinaus, verliert ihn aber wenig später. Qwert stürzt in den tödlichen Treibstaub der Modermaare. Im letzten Moment wird er von einem Gnom herausgezogen, der sich ihm als sein Knappe Oyo vorstellt und erklärt, er sei Prinz Kaltbluth schon lange treu ergeben, obwohl Qwert ihn gerade zum ersten Mal trifft. Auch Oyo ist durch ein Dimensionsloch in diese Welt gestürzt; eigentlich ist er der Küstengnom Queekwigg von der Insel Eydernorn aus dem Roman Die Insel der Tausend Leuchttürme. Gemeinsam finden sie das Reitwürmchen Schneesturm wieder, das Reittier von Prinz Kaltbluth, einen vielbeinigen Wurm, der sich erstaunlich vielseitig fortbewegen kann.
Qwert, Oyo und Schneesturm erleben eine rasante Abfolge von Abenteuern: Vor den Riesengletscherzwergen verbergen sie sich in der Seltsamen Schlucht, die sich als Teil eines lebendigen Fleischbergs entpuppt. Sie werden von ihm verschluckt und können sich nur mit Hilfe Schneesturms befreien, der einen giftigen Schnee produzieren kann, welcher die tödlichen Kristallskorpione einfrieren lässt, die den Ausgang bewachen. Sie gelangen in die Stadt der rostigen Gnome unter ihrem Anführer, dem Eisernen Ritter. Dort treffen sie auf einen Erzfeind Prinz Kaltbluths, den Gläsernen Ritter mit seiner Armee aus Kristallskorpionen, und auf die Riesengletscherzwerge. Über die Frage, wer von ihnen Prinz Kaltbluth töten darf, entspinnt sich ein Kampf aller gegen alle, aus dem wiederum die Janusmeduse Qwert rettet. Sie will ihn in ihr Nest mitnehmen; nachdem sie ihm aber versehentlich verraten hat, dass sie vernichtet werden kann, indem sie mit ihrem hässlichen Medusengesicht in einen Spiegel blickt, ist er eine zu große Gefahr für sie und sie setzt ihn im Vergessenen Garten ab, den noch niemand je wieder verlassen hat.
Im Vergessenen Garten, der voller grellfarbiger Riesengewächse ist, glaubt Qwert seinem Knappen Oyo wieder zu begegnen. In Wirklichkeit handelt es sich aber um ein Janusmännlein, das Oyos Gestalt angenommen hat, um Qwert dem Hölzernen Ritter auszuliefern, einem Wesen in Form eines riesenhaften beweglichen Pflanzengestrüpps. Der Hölzerne Ritter gibt Prinz Kaltbluth die Schuld daran, dass er zur Pflanze geworden ist, und will ihn im Duell besiegen. Vorher verrät er ihm aber noch, dass beim Blick einer Janusmeduse in einen silbernen Spiegel nur ihre böse Seite stirbt und sie sich in eine Muse verwandelt.
Vor dem aussichtslosen Duell mit dem Hölzernen Ritter wird Qwert abermals von der reuigen Janusmeduse gerettet, deren Namen, Jadusa, er ebenfalls erfahren hat. Auf dem Weg zu ihrem Nest will sie unterwegs noch ein Dorf versteinern, wird dabei aber vom Eisernen Ritter und den rostigen Gnomen gefangen genommen. Bei ihnen findet Qwert auch Oyo und Schneesturm wieder und erfährt, dass der Eiserne Ritter ebenfalls per Dimensionslochsturz aus Zamonien, nämlich den Katakomben von Buchhaim aus Die Stadt der Träumenden Bücher gekommen ist. Er lässt Jadusa in eine ausbruchsichere Medusenkutsche sperren, um sie quer durch Orméa zum Endlosen Abgrund zu bringen und dort hineinzustürzen. Qwerts Gegenvorschlag, es mit dem silbernen Spiegel zu versuchen, lehnt er ab. Qwert schließt sich dem Transport an, in der Hoffnung, nun seinerseits Jadusa retten zu können.
Der Weg führt sie durch Creatopolis, die Hauptstadt von Orméa. Bei einem Spaziergang durch die Stadt stoßen Qwert und Oyo abermals auf die Riesengletscherzwerge, die zwar bei jeder Begegnung kleiner werden, aber immer noch gefährlich sind. Auf der Flucht vor ihnen überqueren Qwert und Oyo eine Brücke, die sich als riesige Ruinenraupe entpuppt, und entkommen nur knapp. Sie irren ratlos umher, bis sie einen rostigen Gnom treffen, der sie mit einer Luftgondel auf die Spitze eines Turms bringt. Dort stellt sich aber heraus, dass er in Wirklichkeit das Janusmännlein ist. Es enthüllt ihnen den Plan, ganz Orméa zu versteinern, indem Jadusa befreit werden und viele neue Medusen ausbrüten soll. Der Turm ist eine Ruinenzeckenfalle, die das Janusmännlein vor seinem Abflug öffnet, um Qwert und Oyo von den darin gefangenen Ruinenzecken töten zu lassen. Im letzten Moment erscheint Schneesturm, lässt die Ruinenzecken erfrieren und bringt die beiden vom Turm herunter und zum Eisernen Ritter zurück.
In der Folge durchqueren sie die Blutrote Wüste, die vom Nomadenvolk der Kamelianer bewohnt ist. Diese ähneln aufrecht gehenden Dromedaren und sind für ihre Gastfreundschaft berühmt, werden aber von Dornigen Tentakeln bedroht, die aus dem Wüstenboden aufschießen. Bei einem Angriff zahlreicher Dorniger Tentakel scheint schon alles verloren, als Qwert erkennt, dass alle Tentakel Arme eines einzigen Lebewesens sind, und in einem tollkühnen Angriff den Haupttentakel mit Tarnmeister aufschlitzt und so das Monster tötet. Geleitet wird er dabei, wie schon in früheren Situationen, von einer Erzählerstimme in seinem Kopf, die ihm sagt, was Prinz Kaltbluth jetzt tun wird. Als der Anführer der Kamelianer das hört, erklärt er, das müsse die Stimme des Einsamen Denkers sein, aus dessen Gedanken ganz Orméa hervorgegangen sei, und rät ihm, sich zum Höchsten aller Türme, dem Sitz des Einsamen Denkers, zu begeben.
Nach der Ankunft am Endlosen Abgrund erscheinen, noch bevor die Medusenkutsche mit Jadusa in den Abgrund gestürzt werden kann, kurz hintereinander der Gläserne Ritter mit seinen Kristallskorpionen, die Riesengletscherzwerge und der Hölzerne Ritter. Alle drei Parteien fordern das Recht, Prinz Kaltbluth zu töten, und die Janusmeduse für sich. Im Duell tötet der Hölzerne Ritter den Gläsernen Ritter, Skorpione und Gletscherzwerge flüchten, aber bevor es zum Kampf des Hölzernen mit dem Eisernen Ritter kommt, schieben die rostigen Gnome die Medusenkutsche in den Abgrund. Ohne zu überlegen, springen Qwert und Oyo hinterher. Es gelingt ihnen, sich an der Kutsche festzukrallen, sie im Fallen zu öffnen und Jadusa zu befreien. Sie trägt die beiden aus dem Abgrund heraus und fliegt mit ihnen zu ihrem Nest im Medusenwald.
Dort eröffnet sie ihnen, dass sie die letzte überlebende Meduse ist, dass sie aus den Nestern der bereits getöteten Medusen alle Meduseneier eingesammelt hat und sie jetzt mittels eines selbst konstruierten Brutofens ausbrüten wird, um ganz Orméa zu einer Welt der Medusen zu machen. Qwert und Oyo sollen ihr dabei helfen. Qwert erkennt jedoch, dass der silberne Schild von Prinz Kaltbluth als Spiegel dienen kann, und mit einer List gelingt es ihnen, Jadusa mit ihrem bösen Gesicht in den silbernen Spiegel blicken zu lassen. Sie verwandelt sich in eine Muse namens Jamusa. Das hat zur Folge, dass auch aus den Eiern statt Medusen lauter kleine Musen schlüpfen und alle jemals von Jadusa versteinerten Lebewesen wieder lebendig werden.
Nachdem Qwert und Jamusa festgestellt haben, dass durch die Verwandlung ihre Liebe abgekühlt ist, brechen Qwert und Oyo zum Höchsten aller Türme auf. Unterwegs werden sie von Massen fliegender Flederfrösche bedrängt, in denen sie zu versinken drohen. Gerettet werden sie vom plötzlich auftauchenden Schneesturm, der die Flederfrösche einfriert. Er trägt sie den Turm hinauf, der aussieht wie ein riesenhafter Elfenbeinzahn. Auf halber Höhe müssen sie eine labyrinthische Struktur durchqueren, in der ein feuerspeiender, gepanzerter Riesendrache ihnen den Weg versperrt. Oyo besiegt ihn, indem er in das Drachenmaul springt und von innen die Luftröhre durchtrennt. Zum Dank schlägt Qwert ihn zum Ritter.
Ganz oben im Turm finden sie den Einsamen Denker, der niemand anders ist als der aus den Zamonien-Romanen bekannte Lindwurm und Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, der ebenfalls durch ein Dimensionsloch gestürzt und in einem Arbeitszimmer in der Turmspitze aufgewacht ist, das er nicht wieder verlassen kann. Der Raum enthält eine vollständige Sammlung aller 3333 Prinz-Kaltbluth-Romane von Zamoniak Graf Klanthu zu Kainomaz, die Hildegunst seitdem alle gelesen hat. Ebenso wie Qwert sich nach seinem Dimensionssturz in der Person des Prinz Kaltbluth wiederfand, war Mythenmetz in das Gehirn dieses Trivialautors geraten und begann weitere Prinz-Kaltbluth-Romane zu schreiben. Nachdem aber in den Turm der feuerspeiende Riesendrache eingezogen war, den Mythenmetz sich vorher ausgedacht hatte, wurde ihm allmählich klar, dass alles, was er schrieb, in Orméa Wirklichkeit wurde. So wurde er als der Einsame Denker zum Schöpfer großer Teile von Orméa. Seine Stimme war es auch, die sich in Qwerts Kopf manifestierte, wenn dieser zu Prinz Kaltbluth mutierte. Allerdings führen seine phantastischen Ideen nach ihrer Niederschrift ein Eigenleben und lassen sich nicht mehr beeinflussen. Mythenmetz ist daher zu dem Schluss gekommen, dass er die katastrophalen Entwicklungen in Orméa nur stoppen kann, indem er diese Welt wieder verlässt. Zu diesem Zweck hat er ein Dimensionsloch in die Blutrote Wüste geschrieben.