Darja Zymbaljuk (; * 1990 in Mykolajiw) ist eine ukrainische Wissenschaftlerin im Bereich der Umweltgeisteswissenschaften (Environmental Humanities) und Künstlerin.

Leben und Wirken Darja Zymbaljuk wurde 1990 in Mykolajiw geboren. Von 2007 bis 2009 besuchte sie das United World College of the Adriatic in Duino. 2013 schloss sie am Kenyon College in Gambier ihren B.A. in Kunst und Modern Languages magna cum laude ab.

Seit der russischen Invasion in der Ukraine erforscht Zymbaljuk die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Krieges. 2015 war sie Mitgründerin und Teilnehmerin des Kunstprojekts Donbas Odyssey. Auf Basis von Interviews mit Binnenvertriebenen wurden darin kognitive Karten der von Russland besetzten Orte in den Regionen Luhansk und Donezk erstellt. Von 2015 bis 2017 absolvierte Zymbaljuk den Erasmus-Mundus-Master Crossways in Cultural Narratives an der Universität Bergamo, der Universität Perpignan und der University of St Andrews. 2021 promovierte sie an der University of St Andrews mit der Dissertation "Multispecies Ruptures: Stories of Displacement and Human-Plant Relations from Donbas, Ukraine". Von 2022 bis 2023 war sie Max-Hayward-Stipendiatin am St Antony’s College der University of Oxford.

Im Sommer 2024 nahm Zymbaljuk zusammen mit Katja Butschazka, Nikita Kadan, Schanna Kadyrowa, Lessja Chomenko, Oleksij Saj, Alewtyna Kachidse und anderen an der Ausstellung Kunst und Leben in Zeiten des Krieges im Württembergischer Kunstverein Stuttgart teil. Im September 2024 trat sie eine Stelle als Assistant Professor am Department of Slavic Languages and Literatures der University of Chicago an.

Zymbaljuk arbeitet an der Schnittstelle ökologischer, dekolonialer und feministischer Methodologien und der künstlerischen Forschung. Sie befasst sich mit der Geschichte der Regionen Donezk und Luhansk sowie mit den Verbindungen zwischen russischem Kolonialismus und dem Überfall auf die Ukraine. In ihrem Buch Ecocide in Ukraine: The Environmental Cost of Russia's War. dokumentiert sie, wie Russland die Umwelt zerstört, darunter die Überschwemmungen nach der Kachowka-Staudammsprengung.

Werke (Auswahl) Video Botanical Documentation of Existence (2023) Displaced Garden (2025)

Essays Lockdown and Locked In: Houseplants and COVID-19. Spring, 2020. Erasure: Russian Imperialism, My Research on Donbas, and I. Kajet Journal, 2022. Kakhovska dam destruction is part of the climate emergency. openDemocracy, 2023. I Dream of Seeing the Steppe Again: Plant Stories in the Context of Russia’s War on Ukraine of Russia’s War on Ukraine. In: Narrative Culture: The Stories Plants Tell. Band 10, 2023. The Unlikely Species Entangled in Ukraine's Resistance to Russia, BBC Future Planet, 2024.

Publikationen Ecocide in Ukraine: The Environmental Cost of Russia's War. Polity Press, Cambridge 2025, ISBN 978-1509562510.

Auszeichnungen 2023: Mary Zirin Prize, Association for Women in Slavic Studies

Weblinks Darja Zymbaljuk (englisch)

Einzelnachweise

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