mini|Jakobskirche Die evangelische Jakobskirche in Bodelshofen, einem Stadtteil von Wendlingen am Neckar im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg, ist die Gemeindekirche der Kirchengemeinde Bodelshofen. Sie gehört zum Kirchenbezirk Nürtingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Jakobskirche ist ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Beschreibung Die kleine, im Kern frühgotische Kirche ist das älteste überlieferte Gebäude im Ort und damit zentrales Zeugnis für die Siedlungs- und Kirchengeschichte Bodelshofens. Der Westturm wurde später gebaut. 1275 wird die Kirche zum Heiligen Jakobus im Liber decimationis (Kreuzzugszehnt) erstmals genannt. Da die Herren von Wernau seit 1482 das Patronat der Pfarrei besaßen, blieb Bodelshofen mit der Jakobskirche während der Reformation katholisch. Erst als Württemberg 1616 die Ortsherrschaft erwarb, wurde auch in Bodelshofen die Reformation eingeführt. Die Kirche war im Mittelalter Sammelstelle für Pilger auf dem Jakobsweg. Im Jahre 2025 musste der gewohnte Storchenring auf der Turmspitze im Zusammenhang mit einer dringenden Dachreparatur endgültig entfernt werden.siehe Gemeindebrief Dezember 2025

Ausstattung Wandmalerei: 1964 wurden bei der Elektrifizierung der Kirche an der Ost- und zum Teil an der Südwand Wandbilder über die Passion Christi aus dem 15. Jahrhundert entdeckt. Erhalten sind noch Gethsemane, Gefangennahme Jesu, Verhör, Geißelung, Dornenkrönung, Kreuztragung, Kreuzigung, Kreuzabnahme und Grablegung.Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance, von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder Die gotischen Wandmalereien veranschaulichen, wie farbig auch ländliche Kirchenräume im Mittelalter ausgestattet waren, sie sind daher von Bedeutung für die Kunstentwicklungen der Wandmalerei in der Region zu Anfang des 15. Jahrhunderts.

Glasgemälde: Neben diesen bedeutenden Wandbildern weist die Kirche noch vier Glasfenster des Künstlers Hans Gottfried von Stockhausen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf: von 1953 ein Chorfenster (vier Gleichnisse: Sämann, Fischfang, Samariter, Verlorenes Schaf – das Fenster kam 1986 in die Südwand); von 1986 das östliche Chorfenster (Christusfenster: vier Ereignisse aus dem Leben Jesu / Geburt, Verkündigung an die Hirten, Pietà, Engel am Grab); von 1988 das Nordfenster (Jakobsmuschel; je zwei Szenen aus dem Alten und Neuen Testament - Hinweis auf die verkündende Tätigkeit des Apostels Jakob); und von 1997 ein Fenster über dem Hauptportal (Erzengel Michael Drachentöter schützt Mutter und Kind). Alle Glasgemälde wurden in der Stuttgarter Glaswerkstatt Saile gefertigt.Werkverzeichnis Stockhausen, Arbeiten im Architekturzusammenhang

Literatur Adolf Schahl: Kunstbrevier Neckarschwaben. Stuttgart 1966, Seite 130.

Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Band Baden-Württemberg I. Berlin, München 1993, Seite 85. Eugen Gradmann: Kunstwanderungen in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart 1979, Seite 83.

Einzelnachweise

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Wendlingen Informationen zur Kirche auf kirchbau.de

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