mini|Logo "American Visionary Art Museum" mini|American Visionary Art Museum Das American Visionary Art Museum (AVAM) ist ein Kunstmuseum und Bildungszentrum in Baltimore im Bundesstaat Maryland. Das Museum ist auf die Erhaltung und Ausstellung von Art brut spezialisiert und zeigt Werke von künstlerischen Außenseitern und Autodidakten.Claudia Dreifus: How Do You Make a Museum for Outsider Artists?. In: The New York Times vom 15. März 2017. Abgerufen am 5. September 2025

Geschichte und Gebäude mini|American Visionary Art Museum, Hauptgebäude Die Museumsgründung ging auf die Initiative von Rebecca Hoffberger zurück, die für das Programm „People Encouraging People“ zur Wiedereingliederung psychisch Kranker in die Gesellschaft im Sinai Hospital in Baltimore tätig war und auf die Kunstwerke der Patienten des Programms aufmerksam wurde. Nachdem sie sich in Lausanne in der Schweiz mit dem Konzept der Collection de l’Art Brut beschäftigt hatte, begann sie das Museum in Baltimore zu planen.Sophia Salganicoff: Pushing the Boundaries: A Look at Visionary Approaches to the Arts. Not Your Average Art Museum. In: National Endowment for the Arts, 2018, Nr. 3.

Die Stadt übergab 1989 die Baurechte für ein am Südufer des „Inner Harbor“ gelegenes Grundstück am Key Highway 800 im Stadtteil Federal Hill. Durch Spenden und finanzielle Unterstützung führender Baltimorer Philanthropen kamen in den folgenden Jahren die für den Museumsbau benötigten 7,5 Millionen Dollar zusammen. Das Museum liegt an einem Park und besteht aus drei nebeneinander liegenden Gebäuden zwischen der Covington Street und dem Key Highway. Das Hauptgebäude wurde vom Architektenteam Rebecca Swanston und Alex Castro entworfen, nach deren Plänen das ehemalige Bürogebäude der Baltimore Copper Paint Company aus dem Jahr 1913 umgebaut und um einen halbrunden Anbau erweitert wurde. Das American Visionary Art Museum (AVAM) wurde von Rebecca Hoffberger und ihrem Ehemann LeRoy Hoffberger († 2013) 1989 gegründetLauren Eller: American Visionary Art Museum Inspires Hope & Imagination. In: Baltimore Fishbowl vom 26. Juli 2016. Abgerufen am 5. September 2025 und im November 1995 eröffnet.Kevin E. Johnson: The American Visionary Art Museum: A Beloved Baltimore Institution. In: Baltimore Architecture Foundation vom 17. Juni 2021. Abgerufen am 5. September 2025Marcus Dieterle: Baltimore’s American Visionary Art Museum named second best art museum in the nation by USA TODAY. In: Baltimore Fishbowl vom 24. Februar 2023. Abgerufen am 5. September 2025

Da die vorgeschlagene Höhe für das Museum abgelehnt wurde, bestand nicht genügend Platz für die Sammlungen und Programme des Museums im Haupthaus, so dass zwei nebenliegende Gebäude hinzukamen: eine Skulpturenhalle mit dem zur Covington Street liegenden Garten und das 2004 für das Museum umgebaute „Jim Rouse Visionary Center“, ein historisches Lagerhaus für Whiskey. Der Raum wurde als gemeinschaftlicher Treffpunkt und Ort für große Veranstaltungen und besondere Anlässe entworfen. In den Gebäuden befinden sich Ausstellungsflächen, Büros, Unterrichtsräume und Veranstaltungssäle.Encyclopedia of American Folk Art. Taylor & Francis 2004, ISBN 978-1-1359-5615-8, S. 16–17 Das Museum und seine Erweiterungen wurden mit zahlreichen Design- und Baupreisen ausgezeichnet, darunter dem National Award for Excellence des Urban Land Institute (ULI). Rebecca Hoffberger war bis April 2022 Direktorin und Hauptkuratorin des Museums. Die Leitung als Direktorin übernahm nach ihr Jenenne Whitfield, gefolgt von Ellen Owens ab Juni 2025.Kerry Folan: AVAM’s New Director Wants to Keep the Museum Weird and Welcoming. In: Baltimore Magazine vom 4. September 2025. Abgerufen am 5. September 2025

Museum und Außenfläche Obwohl Rebecca Hoffberger oft als Hauptkuratorin fungierte, hat das Museum keine festen Kuratoren im Team und arbeitet oft mit Gastkuratoren zusammen. Darunter waren unter anderem Simpsons-Schöpfer Matt Groening, Arianna Huffington und Desmond Tutu. Der US-Kongress ernannte das Museum zum Nationalmuseum für visionäre Kunst der USA.American Visionary Art Museum Sculpture Garden. In: naturesacred.org. Abgerufen am 5. September 2025 Im Wettbewerb von USA Today um das beste Kunstmuseum des Landes kam es 2023 auf den zweiten Platz.

Die temporären Ausstellungen nehmen abwechselnd den größten Teil der Galeriefläche des Museums ein. Im Jim Rouse Visionary Center werden unter anderem die Automaten des „London’s Cabaret Mechanical Theatre“, die sich auf Knopfdruck bewegen, ausgestellt.Allison Meier: The Obsessive and Strange Storytelling of the American Visionary Art Museum. In: hyperallergic.com vom 26. Februar 2013. Abgerufen am 5. September 2025

Neben den Dauer- und Wechselausstellungen organisiert das Museum wiederkehrende Veranstaltungen: Regelmäßig findet im Sommer die kostenlose Freiluftfilmreihe Flicks from the Hill statt, die von der aktuellen Themenausstellung des Museums inspiriert ist. Die Besucher können von einem Hügel aus die Filme ansehen, die auf eine große Leinwand unterhalb von Adam Kurtzmans „Giant Golden Hand“ projiziert werden. Das jährliche Baltimore Kinetic Sculpture Race ist ein Straßenlauf mit von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst entworfenen fahrbaren Kunstwerken quer durch Baltimore. Pet Parade am 4. Juli Ausbildungsprogramme

Der Raum zwischen Hauptgebäude und Jim Rouse Visionary Center wurde als zentraler Museumsplatz mit einem „Vogel-Thema“ gestaltet. Dort steht der Phoenix, ein 12 Meter großer Metallvogel von Tom Every, einer seiner kleineren Cello-Vögel sowie Andrew Logans Cosmic Galaxy Egg. Der Künstler David Hess schuf den „Vogelnestbalkon“ AVAM Nest an der Schmalseite des Jim Rouse Visionary Center. An dessen dem Key Highway zugewandten Fassade ist eine Neonschrift mit dem Text „O SAY CAN YOU SEE“ angebracht, der Bicycle Man von Vollis Simpson und auf der zur Covington Street gelegenen Seite die Golden Hand of God von Adam Kurtzman.

Im Skulpturengarten des Museums steht unter anderem seit 2008 eine kaskadenförmige und beleuchtete Springbrunnenwand mit von Ted Ludwiczak geschaffenen Steinköpfen, die jeweils Wasser spucken sowie die aus Holz gefertigten und bemalten Critters von Clyde Jones. Ebenfalls im Garten befindet sich die hölzerne, kunstvoll verzierte Meditation Chapel von Ben Wilson.Cindy Kelly: Outdoor Sculpture in Baltimore. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2011, ISBN 978-0-8018-9722-1, S. 130–140

Ein prägnantes Merkmal des Hauptgebäudes ist das Mosaik „Shining Walls / Shining Youth“ aus Spiegeln, Glas und Fundstücken auf der Fassade. Es entstand im Rahmen des 2001 begonnenen kostenlosen, mehrjährigen, multidisziplinären Ausbildungsprogramms „Community Mosaic Wall Project“ im künstlerischen Bereich für gefährdete und inhaftierte Jugendliche.Youth from the William Donald Schaefer House with direction from various artists. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 6. September 2025 Von 2013 bis 2015 wurde an der Westseite des Hauptgebäudes das Mosaik „Aurora Borealis“ aus Kobaltglas und Kristallen geschaffen. Das verwendete Glas wurde früher aufgrund seiner Verbreitung in der Region auch „Baltimore-Glas“ genannt.Youth from the William Donald Schaefer House with direction from artist-mentor Mari Gardner. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 6. September 2025 Die Architektin Diane Cho, AIA, griff die Gestaltung im Jim Rouse Visionary Center auf und verwendete eine Wand aus recyceltem Kobaltglas.

Ausstellungen (Auswahl) 1995/1996: Tree of LifeTree of Life. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 1996/1997: Wind in My Hair (unter anderem mit Vollis Simpson)Wind in My Hair. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 1997/1998: The End is Near!The End is Near! In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 1998/1999: Love: Error and Eros (unter anderem mit Damian Le Bas, Delaine Le Bas)Love: Error and Eros. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 1999/2000: We are Not Alone - Angels and Other AliensWe are Not Alone - Angels and Other Aliens. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2000/2001: Treasures of the Soul: Who is Rich? (unter anderem mit Grace Bashara Greene)Treasures of the Soul: Who is Rich? In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2001/2002: The Art of War and Peace (unter anderem mit Damian Le Bas, Esther Nisenthal Krinitz)The Art of War and Peace. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2002/2003: High on LifeHigh on Life High on Life. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2003/2004: Golden Blessings of Old Age & Out of the Mouths of Babes (unter anderem mit Theodore „Ted“ Ludwiczak)Golden Blessings of Old Age & Out of the Mouths of Babes. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2004/2005: HolyH20: Fluid UniverseHolyH20: Fluid Universe. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2005/2006: Race, Class, Gender ≠ Character (unter anderem mit Delaine Le Bas)Race, Class, Gender ≠ Character. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2006/2007: Home & BeastHome & Beast. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2007/2008: All Faiths BeautifulAll Faiths Beautiful. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2008/2009: The Marriage of Art, Science and PhilosophyThe Marriage of Art, Science and Philosophy. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2009/2010: Life, Liberty & the Pursuit of Happiness (unter anderem mit Serge Vollin)Life, Liberty & the Pursuit of Happiness. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2010/2011: What Makes Us Smile?What Makes Us Smile? In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2011/2012: All Things Round: Galaxies, Eyeballs & KarmaAll Things Round: Galaxies, Eyeballs & Karma. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2012/2013: The Art of Storytelling: Lies, Enchantment, Humor, and Truth (unter anderem mit Esther Nisenthal Krinitz)The Art of Storytelling: Lies, Enchantment, Humor, and Truth. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2013/2014: Human, Soul & Machine: The Coming Singularity!Human, Soul & Machine: The Coming Singularity! In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2014/2015: The Visionary Experience: Saint Francis to FinsterThe Visionary Experience: Saint Francis to Finster. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2015/2016: The Big Hope Show.The Big Hope Show. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 4. September 2025 2017: The Art of Storytelling: Lies, Enchantment, Humor & Truth (unter anderem mit Calvin und Ruby Black, Béatrice Coron, Esther Nisenthal Krinitz, Chris Roberts-Antieau, Mars Tokyo) 2019–2021: The Secret Life Of Earth: Alive! Awake!A trip to AVAM; stories from the network. In: naturesacred.org. Abgerufen am 5. September 2025

Sonderausstellungen: 1998: Figure dell’anima (unter anderem mit Johann Garber, Johann Hauser) 2010–2012: Out of this World: Centennial Celebration of Eugene Von Bruenchenhein.Out of this World: Centennial Celebration of Eugene Von Bruenchenhein. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 5. September 2025 2012–2013: Gretchen Feldman: Love Letter To Earth (1934-2008)Gretchen Feldman: Love Letter To Earth (1934-2008). In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 5. September 2025 2013–2014: A Very Visionary Star-Spangled SidewalkA Very Visionary Star-Spangled Sidewalk. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 5. September 2025 2013–2014: Frank Bruno: A Life Devoted to The EndFrank Bruno: A Life Devoted to The End. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 5. September 2025