mini|hochkant|Samira Nawa (2026) Samira Nawa Amini (geboren am 30. März 1988 in Aalborg) ist eine dänische Politikerin der sozialliberalen Partei Radikale Venstre und seit 2019 Mitglied des dänischen Parlaments (Folketing). Seit dem 3. November 2022 ist sie stellvertretende Vorsitzende der Radikale-Venstre-Fraktion im Folketing. Nawa ist seit Juni 2026 Ministerin für Klima, Energie und Versorgung in der Regierung unter Mette Frederiksen.
Leben Nawas Eltern flohen während des sowjetischen Krieges in Afghanistan nach Dänemark; sie selbst wurde in Aalborg geboren und wuchs in Roskilde auf. Nawa ist verheiratet und hat Kinder. Sie studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Kopenhagen, wo sie 2014 als cand.polit. abschloss. Während der Studienzeit verband sie Studium, Nebenjobs und ihr politisches Engagement. Vor ihrer Wahl ins Parlament war sie u. a. als (Sonder-)Vollmächtige im dänischen Wirtschafts- und Innenministerium tätig.
Wirken Bei der Folketingswahl 2019 zog Nawa über den Københavns Storkreds für die Radikale Venstre ins dänische Parlament ein. Seit 2022 gehört sie zur Fraktionsspitze und arbeitete als finanz- und steuerpolitische Sprecherin sowie in den Bereichen Klima, Energie und Versorgung. Nach dem Urnengang 2022 wählte die Fraktion Martin Lidegaard zum politischen Leiter; gleichzeitig wurde Nawa zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden bestimmt.
Bei der Wahl vom 24. März 2026 erhielt Nawa 10.372 persönliche Stimmen. Während der Regierungsbildung 2026 bildete sie gemeinsam mit Lidegaard die Verhandlungsdelegation der Radikale Venstre. Mit ihrer Ernennung zur Ministerin für Klima, Energie und Versorgung übernahm sie am 3. Juni 2026 ein wichtiges Ressort der Regierung; bei der Amtsübergabe löste sie Lars Aagaard ab. In der vorangegangenen Wahlperiode hatte sie ein Misstrauensvotum gegen Aagaard mitgetragen; die Amtsübergabe knüpfte dennoch an ein gutes persönliches Verhältnis zwischen beiden an. Zu den im Regierungsprogramm genannten Vorhaben in ihrem Zuständigkeitsbereich gehörten 100 Prozent grünes Gas bis 2030, die Elektrifizierung des Bahnnetzes und ein offensiver Ausbau der Offshore-Windenergie. Nach der Veröffentlichung der Regierungsausschüsse erhielt Nawa Sitze im Koordinationsausschuss und im Wirtschaftsausschuss der Regierung. Durch ihre mehrjährige Tätigkeit als Sprecherin für Klima, Energie und Versorgung kannte sie vor ihrem Amtsantritt bereits Teile des Ministeriums. Inhaltlich betont sie die Bedeutung internationaler Fachkräfte für den dänischen Arbeitsmarkt und setzt auf engen Dialog mit der Wirtschaft. Kurz nach ihrer Ernennung zur Ministerin machte sie Gebrauch von der Möglichkeit, sich während der Ministertätigkeit als Abgeordnete im Folketing vertreten zu lassen. Für sie rückte Maria Georgi Sloth nach.
Obwohl Nawa politisch vor allem mit Wirtschafts-, Steuer-, Finanz- und Klimathemen hervorgetreten ist, wurde ihre familiäre Herkunft wiederholt Gegenstand öffentlicher Debatten. Im September 2025 nahm Nawa in einem ausführlichen Interview Stellung zu einer in Berlingske erschienenen Kommentarattacke, die ihr politisches Wirken über ihre muslimische Minderheitenherkunft in Frage stellte, und wandte sich dagegen, auf ihre Herkunft reduziert zu werden. Zugleich betonte sie, dass religiöse Gesetze nicht über den demokratischen Gesetzen stehen dürften und dies mit dem liberalen demokratischen System unvereinbar sei.
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