Das Castello di Montalto, auch Castello Trivento genannt, ist eine Burgruine aus dem 9. Jahrhundert in Tramonti in der italienischen Region Kampanien. Sie liegt in den Ortsteilen Paterno Sant’Elia und Paterno Sant’Archangelo auf dem Gipfel des Monte Montalto (auch Monte Trivento), der zu den Bergen der Monti Lattari gehört. Sie diente der Verteidigung der Republik Amalfi auf dessen Nordseite.
Beschreibung Von der Burg ist nur wenig erhalten geblieben, aber der Weg dorthin bietet bemerkenswerte landschaftliche und geschichtliche Einblicke. Das Gelände ist von der Provinzstraße 2 aus zu erreichen, die nach Sambuco di Ravello führt. Heute ist das Gelände ein Ruinenfeld.
Geschichte Die Festung, die vermutlich zu Zeiten des Herzogtums Amalfi erbaut wurde, war 1127 Schauplatz einer bitteren Schlacht: Die Normannen unter der Führung von Admiral Georg von Antiochien griffen die Festung an, die vom Kastellan Giovanni Scalvo mit seiner großen Garnison von Bogenschützen und Armbrustschützen verteidigt wurde. Zunächst gelang es den Tramontanern, das damals letzte Bollwerk zu verteidigen, auf das das Herzogtum Amalfi nach der Kapitulation der Festungen Capri und Li Galli die Hoffnungen auf sein Überleben setzte; in der Folge verdoppelten die Normannen die Zahl der Angreifer und auch diese Festung fiel trotz des heftigen Widerstandes der Bürger von Tramonti in die Hand des Feindes. Die Kapitulation, gefolgt von der des benachbarten Ravello am Monte Brusara besiegelte die Aufgabe von Amalfi an die Normannen und den Niedergang der glanzvollen Seerepublik. In den folgenden Jahren fiel Tramonti von den Normannen an die Staufer und ihr Heerlager wurde von Kaiser Friedrich II. in die Liste der Castra exempta aufgenommen; die Ernennung der Kastellane für die Burgen auf dieser Liste oblag ausschließlich dem Souverän. In der Regierungszeit Friedrichs II. sollte die Burg bei einem feindlichen Angriff den Städten Tramonti, Maiori und Agerola Schutz bieten.
1349 schenkte Johanna I. von Neapel die Burg ihrem Seneschall Niccolò Acciaiuoli.
1422, während des Krieges zwischen Alfons V. von Aragón und Ludwig III. von Anjou, befahl Königin Johanna II. von Neapel Luca di Treccia und Artaldo de Luna, Tramonti zurückzuerobern; den beiden gelang es, die Burg einzunehmen und zu plündern. Nach dem Tod von Alfons V. lehnte sich Eleonora Orsini gegen den neuen König, Ferdinand I., auf und schaffte es, Tramonti gegen ihn aufzubringen; 1460 schaffte es König Ferdinand, den Gehorsam der Familien von Tramonti friedlich wiederzugewinnen, mit Ausnahme dessen der Familie Cesarano, den er erzwingen musste, indem er die Festung Montalto erstürmte. 1461 erteilte der König ein Privileg, von dem er die Cesaranos wegen des Widerstandes gegen ihn ausnahm. So wurde das Castello di Montalto zugunsten des Castello di Santa Maria la Nova aufgegeben, dessen Bau im Auftrag von Raimondo Orsini um 1457 begonnen wurde.
Kastellane des Castello di Montalto und ihre zugewiesenen Wachen Giovanni Sclavo (um 1127), seine Anwesenheit während der normannischen Belagerung der Festung ist gesichert. Orlando (um 1269), wird in einem Dokument von 1269 zusammen mit 4 Wachen erwähnt. Raimondo di Braza (um 1274), auf ihn bezieht sich ein Dokument von 1274. In einem Dokument von 1277 und einem weiteren von 1278 verlangte der Hof des Hauses Anjou, dass der Kastellan Giovanni di Suessione, Pietro Raimondo und Bernardo di Montolio als Soldaten willkommen hieße. Ponzio d’Avignone (um 1278–1286), wird in einem Dokument von 1278 zusammen mit 4 Wachen erwähnt, deren Zahl sich 1286 auf 16 erhöhte. Guglielmo Stendardo (1290–1308). Tommaso Stendardo (1308–?), Sohn des Guglielmo, zusammen mit 6 Wachen. Filippo Stendardo (?–?), Sohn des Tommaso. Andrea de Miro (um 1422), er wird in einem Dokument von 1422 erwähnt. Pinto Porco (um 142?), er wird in einem Protestbrief des Notars Lisulo erwähnt, der 1424 in den Kerkern der Burg festgehalten wurde. Das Castello di Montalto hatte eine nicht unwesentliche strategische Bedeutung, da in den Belegungslisten der Burg für die Jahre 1268, 1271, 1278, 1280 und 1283 die Zahl der Soldaten unverändert blieb.
Einzelnachweise Memorie storico-diplomatiche dell’antica città e ducato di Amalfi. D. Camardo Pompei: Il Vesuvio e la Peninsola Sorrentina. 1998.
Quellen Crescenzo Paolo di Martino, Maria Carla Sorrentino: Tramonti la terra operosa. Centro di Cultura e Storia amalfitana, Amalfi 2008. ISBN 978-88-88283-30-2.
Kategorie:Erbaut im 9. Jahrhundert Kategorie:Burgruine in Kampanien Kategorie:Burg in Europa Castello di Montalto