Barnowo (deutsch Barnow) ist ein Dorf im Powiat Bytowski der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es ist der Gmina Kołczygłowy zugeordnet.

Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 31 Kilometer nordnordöstlich der Stadt Miastko und 1,5 Kilometer östlich des Dorfkerns von Kołczygłowy.

Geschichte mini|Ehemaliges Puttkamersches Schloss Barnow (2008) Barnow war ehemals ein altes Lehen und Stammhaus eines Zweigs der Familie Puttkamer. 1380 war der Vorfahre Albert Herr auf Barnow, Versin und Zettin.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel), Fünfter Jahrgang, Perthes, Gotha 1904, S. 643 (Google Books). Bevor es in Konkurs ging, war das Gut Barnow durchgehend im Besitz desselben Puttkamerschen Familienstamms geblieben. Es wurde dann aber am 9. März 1781 von dem jüngeren Sohn des Hauses Versin, Jacob Georg Gottlieb von Puttkamer zu Reinwasser, erblich gekauft.Haus Barnow (puttkamer.org) Laut Vasallen-Tabelle besaß um 1804 der 56 Jahre alte Jacob Georg von Puttkamer Barnow nebst anderen Gütern.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 524, Ziffer 26 (Google Books). 1857 kaufte es ein Puttkamer, Lieutenant a. D., von seinem Vater.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 638, Ziffer 32 (Google Books). 1884 wird Oscar von Puttkamer (1830–1894)Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel), Neunter Jahrgang, Perthes, Gotha 1908, S. 588 (Google Books)., Hauptmann a. D. und Kreisabgeordneter, als Besitzer genannt,P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reich, Band I: Provinz Pommern, Nicolai, Berlin 1884, S. 62–63 (Google Books). der das Rittergut noch 1892 besaß und inzwischen Landschaftsrat geworden war.Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 134–135 (Google Books). Von ihm erbte es sein Sohn Henning von Puttkamer (1854–1928), Jurist und 1886–1910 Landrat des Kreises Bütow.

Am 1. Dezember 1913 wurden auf dem 1611,1 Hektar umfassenden Gutsbezirk Barnow 41 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 36 Pferdem, 125 Stück Rindvieh, 275 Schafe und 227 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 23. Kreis Rummelsburg, S. 114–115, Ziffer 65 (Google Books).

Am 1. April 1927 hatte das Gut Barnow eine Flächengröße von 1611 Hektar und 6 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 267 Einwohner. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Barnow in die Landgemeinde Alt Kolziglow eingegliedert.Amtsbezirk Barnow (Territorial.de) Letzter Eigentümer des Guts Barnow vor Kriegsende war 1928–1945 Wilhelm von Puttkamer (1887–1957).

Bis 1945 gehörte die Landgemeinde Alt Kolziglow mit dem Wohnsitz Barnow zum Landkreis Rummelsburg in der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Anschließend wurde das Dorf Teil Polens und in Barnowo umbenannt.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – altes Puttkamerschen Lehen, mit einem Vorwerk einschließlich eines herrschaftlichen Hofs, einer Wassermühle, einigen Kossäten und 14 Feuerstellen (Haushaltungen), eingepfarrt zu Alt Kolziglow in der Stolpschen SynodeLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 783, Nr. 2 (Google Books). 1818 102 mit dem Katen an der Krampitz, adlige Besitzung, zum Kirchspiel Alt Kolziglow gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1: A–F, Halle 1821, S. 62, Ziffer 644 (Google Books). 1825 109 mit einem Katen und einer WassermühleFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 293, Ziffer 6 (Google Books). 1831 123 Dorf mit einer Wassermühle, 15 Häusern, einem Patrimonialgericht, adlige Besitzung, zum Kirchspiel Alt Kolziglow gehörig; dazu Vorwerk Krampitz mit zwei Häusern und 14 EinwohnernGeorg Friedrich Krause: Handbuch zu dem Atlas von Preußen in 27 Karten; oder: geographisch-statistisch-topographische Beschreibung der preußischen Mönarchie. Zweite Hälfte: Verzeichniß sämmtlicher Städte, Flecken, Dörfer, Weiler, Vorwerke etc. der Monarchie. Band I: A – E, Müller, Erfurt 1835, S. 139 (Google Books).1864 228 am 3. Dezember, GutsbezirkKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 7. Kreis Rummelsburg, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 5 (Google Books). 1867 263 am 3. Dezember, Gutsbezirk 1871 278 am 1. Dezember, Gutsbezirk (276 Evangelische, ein Katholik und ein sonstiger Christ)Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, VIII. Kreis Rummelsburg, S. 144–145, Ziffer 61 (Google Books). 1885 233 am 1. Dezember, Gutsbezirk (232 Evangelische und ein Katholik)Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 158–159, Ziffer 60 (Google Books). 1895 268 am 2. Dezember, Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 164–165, Ziffer 57 (Google Books). 1910 265 am 1. Dezember, Rittergut, mit einem Elektrizitätswerk und einer MühleBarnow, Rittergut, Kreis Rummelsburg, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Barnow (meyersgaz.org). 1925 267 RittergutKurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 399, 9. Kreis Rummelsburg, Ziffer 2 (Google Books). 2011 387 GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017

Kirche Kirchspiel bis 1945 Die vor 1945 in Barnow anwesenden Einheimischen waren größtenteils evangelischer Konfession. Die evangelischen Einwohner gehörten zum evangelischen Kirchspiel Alt Kolziglow.

Das katholische Kirchspiel war in Rummelsburg i. Pom.

Kirchspiel seit 1946 Die seit 1945 und Vertreibung der Einheimischen hier lebende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch und gehört der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Hier lebenden evangelische Kirchenglieder werden von der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen betreut. Das zuständige Pfarramt ist das der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp).

Söhne und Töchter des Ortes Henning von Puttkamer (1854–1928), preußischer Landrat des Kreises Bütow, Gutsherr auf Barnow und Alt Kolziglow

Literatur Der Kreis Rummelsburg – Ein Heimatbuch (Kreisausschuss des Kreises Rummelsburg, Hrsg.), Pommerscher Buchversand, Hamburg 1979.

Weblinks

Amtsbezirk Barnow (Territorial.de)

Fußnoten Herrmann A. L. Degener: Wer ist’s, Degener, Leipzig 1905, S. 667 (Google Books).

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