Edgar Edson Mwakabela, bekannt unter dem Pseudonym Sativa, ist ein tansanischer Bürgerrechtler, der im Juni 2024 entführt, schwer misshandelt und nach vier Tagen mit Schussverletzungen im Katavi-Nationalpark lebend aufgefunden wurde. 2025 schilderte er der BBC detailliert, wie er verschleppt, verhört, über mehr als 1.000 km transportiert, beschossen und mit zertrümmertem Kiefer zurückgelassen wurde.
Leben Mwakabela lebt in Daressalam und ist im Stadtteil Mbezi (Distrikt Ubungo) ansässig, wo er unter dem Kurznamen „Sativa“ vor allem auf X (vormals Twitter) bekannt wurde. Zum Zeitpunkt der Entführung am 23. Juni 2024 war er 27 Jahre alt. In einigen Dokumenten wird sein Vorname als „Edger“ wiedergegeben.
Nach seinem Verschwinden am 23. Juni 2024 in Daressalam wurde Mwakabela am 27. Juni 2024 verletzt im Katavi-Nationalpark entdeckt, nachdem er eigenen Angaben zufolge zur Straße gekrochen war, wo ihn Anwohner und Wildhüter fanden. Laut behandelnden Ärzten erlitt er insbesondere eine Kieferfraktur sowie weitere Verletzungen, die nach der Erstversorgung in Katavi eine Verlegung nach Daressalam erforderlich machten. Im Aga-Khan-Krankenhaus in Daressalam wurde sein Kiefer operiert; kurz darauf wurde er aus der stationären Behandlung entlassen und sollte zur Nachsorge erneut einbestellt werden. Präsidentin Samia Suluhu Hassan ließ nach öffentlichem Druck und Besuchen von Politikern die Operations- und Behandlungskosten in Höhe von 35 Mio. TSh übernehmen.
Wirken Mwakabela war vor seiner Entführung ein prominenter Teilnehmer tansanischer Online-Diskurse; sein Verschwinden löste auf X die landesweite Kampagne #WhereIsSativa aus, in deren Folge Spenden für medizinische Hilfe organisiert wurden. Er erklärte mehrfach, er sei zunächst in einer Werkstatt der Polizeistation Oysterbay festgehalten, danach in mehrere Landesteile verbracht und schließlich im Katavi-Nationalpark ausgesetzt worden. Sicherheitsbehörden kündigten Untersuchungen an, während Menschenrechtsorganisationen und Juristen eine unabhängige Aufklärung forderten. Die Regierung bestreitet, Kritiker gezielt zu verfolgen; Mwakabela schilderte gegenüber der BBC, ein Schuss habe seinen Schädel durchdrungen und seinen Kiefer zertrümmert, bevor ihn die Täter zurückließen, was seine Überlebensgeschichte landesweit bekannt machte.
Im September 2024 setzten seine Anwälte den Generalstaatsanwalt, den Polizeichef und das Innenministerium per gesetzlicher Fristsetzung über die Absicht in Kenntnis, Schadenersatz in Höhe von 5 Mrd. TSh wegen Folter und unmenschlicher Behandlung einzuklagen. Parallel dazu berichteten nationale Medien fortlaufend über seinen Gesundheitszustand und die politischen Reaktionen, darunter Besuche bekannter Oppositionspolitiker sowie den Transport nach Daressalam und die Operation.
Einzelnachweise
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