Das Helmholtz-Gymnasium Bielefeld ist ein Gymnasium in der ostwestfälischen Stadt Bielefeld in öffentlicher Trägerschaft. Namensgeber ist Hermann von Helmholtz. Die Schule wurde 1896 als Oberrealschule gegründet und erhielt 1948 den Status eines Gymnasiums.

Geschichte Im Jahr 1896 wurde das Helmholtz-Gymnasium in den Räumen der 1878 geschlossenen Gewerbeschule gegründet. 1906 wurde aus der damaligen Realschule eine Oberrealschule, welche 1925 in Helmholtz-Oberschule umbenannt wurde. Vier Jahre später zog die Schule in ihr aktuelles Gebäude in der Ravensberger Straße. 1949 wurde die Oberschule schließlich in ein Gymnasium umgewandelt. Aufgrund von Überfüllung musste die Schule 1955 auf ein Ausweichgebäude zurückgreifen. Von 1945 bis 1948 beschlagnahmten englische Soldaten die Schule und teilten den Keller in zwei Hälften: Die eine Hälfte wurde als Polizeirevier genutzt, die andere wurde zu öffentlichen Duschen ausgebaut. Die Aula wurde als Kinosaal verwendet, welcher hauptsächlich von den englischen Soldaten genutzt worden ist. 1971 sind der gesamte Keller und die Aula wieder zurück an die Schule gegeben worden. Ein Anbau der Schule wurde 1973 fertiggestellt. Seit 1972 handelt es sich beim Helmholtz-Gymnasium nicht mehr um ein Jungengymnasium, sondern um eine koedukative Schule.

1987 bestand auf Seiten des Stadtrates die Bestrebung, das Helmholtz-Gymnasium in eine Gesamtschule umzuwandeln. Die geplante Umwandlung löste eine Protestbewegung aus. Im folgenden Jahr entschied das Verwaltungsgericht Minden, dass keine Umwandlung stattfinden soll. Daraufhin wurde im Jahr 1991 das Helmholtz-Gymnasium in eine Ganztagsschule umgewandelt.

Das Helmholtz-Gymnasium Bielefeld ist eine Eliteschule des Fußballs. Die Schule ist generell vierzügig.

Gebäude Das Helmholtz-Gymnasium besteht aus mehreren Gebäuden, die nicht alle gleichzeitig entstanden sind, sondern nach und nach gebaut wurden. Mittlerweile gibt es zwei große Hauptgebäude und drei Turnhallen. Besonders wichtig ist der sogenannte Altbau. Er hat vier Stockwerke, in dem ein Großteil des Unterrichts stattfindet. Ein Teil des 1929 errichteten Gebäudes steht seit 1989 unter Denkmalschutz, da er im Bauhausstil gestaltet wurde und Merkmale des Expressionismus aufweist. Dort wurden drei Klassenräume in Verwaltungsräume umgewidmet. Mit der Zeit kamen noch andere Räume, Anbauten und Ausstattung hinzu. 1973 wurde der Neubau mit zusätzlichen Klassenräumen errichtet. 1999 kam ein runder Anbau dazu, der sich deutlich von den anderen Gebäuden unterscheidet.

Fächerangebot Das Helmholtz-Gymnasium ist eine Schule mit einer großen Auswahl an Fächern. Es bietet eine Auswahl verschiedener Sprachen an, ab der Oberstufe in Kooperation mit dem benachbarten Cecilien-Gymnasium. Am Ende der 6. Klasse entscheiden die Schüler, welche zweite Fremdsprache sie neben Englisch erlernen möchten. Zur Wahl stehen Französisch und Latein. Am Anfang des zweiten Halbjahres der 8. Klasse wählen die Schüler ihr Differenzierungsfach für die 9. Klasse, in dieser wird anschließend auch die Wahl für das Differenzierungsfach für die 10. Klasse durchgeführt wird. Zudem werden schon früh Fächer im MINT-Bereich unterrichtet, wie zum Beispiel Physik, Informatik, Biologie, Erdkunde, Mathematik und Chemie.

Als eine Sportschule des Landes Nordrhein-Westfalen bildet der Sportunterricht ein Schwerpunktthema im Schulalltag. Das Abitur kann man zum Ende der Klasse 13 ablegen, die Prüfung zur mittleren Reife wird in Klasse 10 durchgeführt. Des Weiteren nimmt die Schule am europäischen Erasmusprogramm teil und fördert die Zusammenarbeit mit ausländischen Schulen in Europa.

Partnerschaften Die Schule pflegt diverse, enge Partnerschaften, die ihr Angebot erweitern. Zu den Partnerschaften zählen Zusammenschlüsse in den Bereichen Musik, Sport, Internationalem und Sprache, städtische Partnerschaften und die Kooperation mit dem benachbarten Ceciliengymnasium.

Sprache und internationale Kooperationen Um auch das sprachliche Angebot der Schule neben dem normalen Fächerangebot hochzuhalten, unterstützt das Helmholtz-Gymnasium eine enge Zusammenarbeit mit den Spracherweiterungsanbietern Cambridge für Englisch sowie Delf für Französisch. Die Aussteller der internationalen Sprachzertifikate bieten dabei keine eigenen Unterrichtsstunden an, weshalb die Schule Vorbereitungskurse selbständig eingeführt hat. Die Kurse können dabei bereits schon ab dem 7. Schuljahr besucht und auf unterschiedlichen Leistungsniveaus durchgeführt werden. Die Cambridge Zertifikate werden von der Cambridge Universität ausgestellt, während die Delf Bescheinigungen von französischen Sprachministerium zertifiziert werden.

Erasmus-Programm Das Helmholtz-Gymnasium wurde 2021 von dem Pädagogischen Austauschdienst als offizielle Organisation des Erasmus Programmes akzeptiert und erhält eine garantierte Förderung bis 2027. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen dabei von ökologischen Aspekten der Nachhaltigkeit bis zur Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport. Austauschfahrten fanden nach Ungarn, Bois-le roi (Frankreich) und Neapel (Italien) statt. Für besonders gute Projektarbeit wurde das Helmholtz-Gymnasium mit dem Erasmus+ Quälitätssiegel ausgezeichnet.

Städtische Partnerschaften Da die Stadt Bielefeld Trägerin des Helmholtz-Gymnasiums ist, bestehen Kooperationen mit weiteren städtischen und landeseigenen Einrichtungen. Mit der Universität Bielefeld arbeitet das Helmholtz im Rahmen naturwissenschaftlicher Projekte z. B. „Kolumbus Kids“ zusammen. Das Helmholtz pflegt auch mit dem Theater Bielefeld eine Partnerschaft, welche vor allem darauf beruht, dass Schüler das Theater im Rahmen der Theater AG besuchen und auch Vorstellungen besuchen. Mit dem Stadtarchiv Bielefeld besteht ebenfalls eine Partnerschaft. Das Stadtarchiv wird als hier außerschulischer Lernort angegeben. Diese Partnerschaft besteht seit 2016.

Persönlichkeiten mini|230x230px|Der Schulhof und Anbau von der Straße aus gesehen.

Schüler Dieter Kastrup (* 1937 – † 2025), Jurist und Diplomat Jürgen Kellermeier (* 1939 – † 2009), Journalist Volker Schiek (* 1950), Jurist und Politiker Reinhold Hedtke (* 1953), Sozialwissenschaftler, Soziologe und Autor Thorsten Imkamp (* 1967), Mathematiker, Physiker, Gymnasiallehrer, Buchautor, Honorardozent und Webvideoproduzent Wiebke Esdar (* 1984), Politikerin (SPD) Tom Brüntrup (* 1997), Politiker (CDU) Jomaine Consbruch (* 2002), Fußballspieler Arne Schulz (* 2003), Fußballspieler Lehrer Heinrich Becker (* 1881 – † 1972), Museumsleiter Manuel Hornig (* 1982), Fußballspieler

Literatur

Helmut Henschel: 15. April 1896: Das heutige Helmholtz-Gymnasium nimmt den Unterricht auf, Bielefeld 2026, online verfügbar. Gerd Kranzmann: Eine Schule für die Industriestadt Bielefeld. Die Errichtung der lateinlosen höheren Bürgerschule (Oberrealschule) im Jahre 1896, in: Ravensberger Blätter (1987, Heft 1), S. 17–24, online verfügbar. Reinhard Vogelsang: Geschichte der Stadt Bielefeld, Band 1: Von den Anfängen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, 2., verbesserte Auflage, Winkel, Bielefeld 1989, ISBN 3-88049-128-3. Reinhard Vogelsang: Geschichte der Stadt Bielefeld, Band 3: Von der Novemberrevolution 1918 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, 1. Auflage, Verlag für Druck-Grafik Gieselmann, Bielefeld 2005, ISBN 3-923830-11-4.

Einzelnachweise

Kategorie:Gymnasium in Bielefeld Bielefeld Kategorie:Eliteschule des Fußballs Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1896 Kategorie:Ehemalige Jungenschule