Moritz Ernst Lesser (* 10. März 1882 in Berlin; † 27. Oktober 1958 in Lissabon) war ein deutscher Architekt, Kunstsammler und Ingenieur.

Leben Lesser war der Sohn des Bankiers Iwan Lesser (1850–1924) und seiner Frau Hulda geb. Rappaport (1857–1950). Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule in Charlottenburg machte er sich 1907 als Dipl. Ing. und Architekt selbstständig und hatte ein Atelier für Architektur und Bauausführung in der Ansbacher Straße 9, wo das 1876 gegründete Bankgeschäft seines Vaters seinen Sitz hatte. In den 1920er Jahren war er als Architekt der neuen Sachlichkeit in Berlin viel beschäftigt, insbesondere mit Entwürfen für Kaufhäuser und Hotels. Um 1920 verlegte er sein Atelier in die Kurfürstenstraße 131 und um 1929 in die Hohenzollernstraße 6. 1932 ließ er dort seine Einrichtung und seine umfangreiche Sammlung versteigern. Als er im November 1933 als jüdischer Architekt Berufsverbot erhielt, ging er nach Lissabon ins Exil.Bremer Passagierlisten. passagierlisten.de

Sein Grab befindet sich auf dem Deutschen Evangelischen Friedhof in Lissabon.

Familie Moritz Ernst Lesser hatte zwei Geschwister. Die Schwester Elsa (1878–1976) war verheiratet mit dem jüdischen Arzt Erich Seligmann (1880–1954). Der Bruder Willy (1887–1951)Grabstelle Willy Lesser. findagrave.com hatte ebenfalls ein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule absolviert und 1915 mit der Dissertation Die Geschäftsstadt Berlin in baulicher, städtebaulicher und wirtschaftlicher Hinsicht am Vorabend des Weltkrieges abgeschlossen. 1912 heiratete Lesser die geschiedene Isabela Füchse, geb. Goldfeder (1886–1975)Standesamt Charlottenburg I, Heirats-Register 1912, Urkunde Nummer 850. Sie hatten den Sohn Fred Richard (1914–1997) und die Tochter Maja.

Werke (Auswahl) mini|Eden-Hotel 1911–1912: Eden-Hotel, Budapester Straße / Kurfürstenstraße / Nürnberger Straße (im Zweiten Weltkrieg zerstört) 1912–1913: Bavariahaus mit Kino („UT/Union-Theater“, ab 1928 „Bavaria-Lichtspiele“ und ab 1934 „Ufa Friedrichstraße“), Friedrichstraße 180 (im Zweiten Weltkrieg zerstört) 1914–1929: Produktions- und Lagergebäude für die Mahala-Problem-Zigarettenfabrik, Greifswalder Straße 212/213 (zusammen mit Ernst L. Freud) 1918–1919: Großes Schauspielhaus (Mitwirkung am Entwurf, bis Hans Poelzig im Mai 1919 die künstlerische Oberbauleitung übernahm) 1926: Deutsche Herold-Versicherung, Taubenstraße 42–43 (zusammen mit Leopold Stelten, Denkmalschutz) 1929: Umbau des Hauses Kurfürstenstraße 131 für die Zentralverwaltung der Engelhardt-Brauerei 1929–1930: Wohnanlage Albrecht-Achilles-Straße (Denkmalschutz) 1931: Eigenes Sommerhaus, Potsdam-Sacrow, Am Hamphorn 5 (1930 an den Regisseur Erik Chanell verkauft, der den Garten von dem Gartenarchitekten Hermann Mattern und der Gartenarchitektin Herta Hammerbacher neu gestalten ließ)Moritz Ernst Lesser. Deutsche Digitale Bibliothek; abgerufen am 2. September 2025. 1932–1933: Wohnhaus für Herbert Gericke, Am Großen Wannsee 4A (Denkmalschutz)

Publikationen

Weblinks

Einzelnachweise

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