mini|Karte von Mid-Wilshire Mid-Wilshire ist ein Stadtteil (Neighborhood) der US-amerikanischen Millionenstadt Los Angeles. Bekannt sind die Museen in dem Viertel entlang der Miracle Mile am Wilshire Boulevard.

Lage

Mid-Wilshire liegt in der Region Central Los Angeles und umfasst seinerseits die ausgewiesenen Gebiete Little Ethiopia, Miracle Mile, Park La Brea, Park Mile und Wilshire Vista. Im Süden reicht das Viertel bis zum Pico Boulevard und im Osten a den Crenshaw Boulevard. Ab dem Crenshaw Boulevard bildet bis zum La Brea Avenue der Wilshire Boulevard die Nordgrenze, die hier entlang des La Brea Avenue nach Norden abknickt. Die 3rd Street führt dann vom La Brea Avenue bis zur Fairfax Avenue entlang der Nordgrenze. Die Fairfax Avenue grenzt Mid-Wilshire dann im Westen ab. Mid-Wilshire ist von Arlington Heights, Beverly Grove, Carthay, Fairfax, Hancock Park, Koreatown, Mid-City und Windsor Square umgeben.Mid-Wildhire im Projekt Mapping L.A. der Los Angeles Times

Ab Herbst 2025 wird Mid-Wilshire durch die U-Bahnlinie D der Los Angeles Metro Rail erschlossen, die vom bisherigen Endpunkt Wilshire / Western westwärts Richtung Beverly Hills verlängert wird und dabei mit Wilshire / La Brea und Wilshire / Fairfax zwei Stationen in Mid-Wilshire erhält.

Nachbarschaften in Mid-Wilshire Little Ethiopia mini|Geschäfte in Little Ethiopia 2008 Little Ethiopia zwischen Pico Boulevard und Olympic Boulevard entlang der South Fairfax Avenue gilt als die kleinste ausgewiesene ethnische Enklave in Los Angeles und ist die einzige für Bewohner eines afrikanischen Landes und seiner Kultur. Hier finden sich äthiopische Restaurants und Geschäfte. Nach dem Putsch der marxistischen Derg 1974 gegen Haile Selassie und dem folgenden Äthiopischer Bürgerkrieg blieben viele Äthiopier in der Diaspora zurück und Flüchtlinge aus Äthiopien strömten hinzu. In den USA siedelten sich diese Exil-Äthiopier vor allem in Washington, D.C. und Los Angeles an. 1988 verlegte Fekere Gebre-Mariam mit der Vision eines äthiopischen Geschäftsviertels sein Restaurant Rosalind in ein Gewerbegebäude des heruntergekommenen SoFax, dem bald andere Geschäfte und Restaurants folgten. Trotz der auch hier spürbaren Folgen der Unruhen in Los Angeles 1992 und einer Rezession in den 1990er hielt sich eine äthiopische Präsenz und der Straßenabschnitt wurde als Little Ethiopia, Ethiopian Restaurant Row, oder Little Addis bekannt. 2002 wies der Stadtrat den Abschnitt offiziell als Little Ethiopia aus.Little Ethiopia im Los Angeles Almanac

Miracle Mile mini|Gebäude der May’s Company, heute Teil des Academy Museum of Motion Pictures Im Westen liegt das Gebiet der Miracle Mile, welches zahlreiche Gebäude im Stil des Art déco und des Colonial Revival hat.History of Miracle Mile/Carthay Circle bei der Los Angeles Conservancy Gründer der Miracle Mile war der Immobilienunternehmer A.W. Ross, der 1921 ein Grundstück entlang des damals noch unbefestigten Wilshire Boulevard von der Fairfex Avenue bis zur La Brea Avenue zwischen Ölquellen und Feldern kaufte. Er sah mit dem sich entwickelnden Hollywood weiter nördlich, Beverly Hills weiter westlich und weiteren Wohngebieten im Süden den im Zeitalter des Automobils kommenden Bedarf für ein Einkaufsviertel namens Wilshire Boulevard Center. Der heutige Name soll entstanden sein, als ein Gesprächspartner Ross sagte, dass wenn man ihm glaube, würde das ja eine Miracle Mile (Wundermeile) sein. Zum glamourösen Einkaufsviertel entwickelte sich das Gebiet aber erst, nachdem am 15. März 1929 das Kaufhaus Desmond's im elfstöckigen Art déco Wilshire Tower an der Dunsmuir Avenue eröffnete. Dem folgten bald weitere Warenhäuser mit jeweils ausgedehnten Parkplätzen, unter anderem May’s (1940) an der Ecke zu Fairfex. Jedoch kam das Viertel mit dem Aufstieg der Einkaufszentren (Malls) in Vororten herunter und wurde in den 1980ern selbst vom Präsidenten der Miracle Mile Residential Association als Slum bezeichnet. Dem folgte ein erneuter Aufstieg mit der Ansiedlung von Museen und Bürohochhäusern, die heute das Bild entlang des Wilshire Boulevard prägen.Nathan Masters: How the Miracle Mile Got Its Name: A Brief History of L.A.'s Unlikely Retail District, KCET (heute PBS SoCal) vom 11. April 2012

1965 wurde das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) an der Miracle Mile eröffnet, nachdem es aus den Räumlichkeiten des Natural History Museum of Los Angeles County herausgewachsen war. Es bestand zu dieser Zeit aus dem Ahmanson Building für die Präsentation der eigenen Sammlung, der Lytton Gallery (heute Hammer Building) für Sonderausstellungen und dem Bing Theater. 1986 wurde das Museum durch das Anderson Building (später Art of the Americas Building) für zeitgenössische Kunst und 1988 den Pavillon für japanische Kunst ergänzt. Das dreistöckige Broad Contemporary Art Museum kam 2008 und zwei Jahre später der Lynda and Stewart Resnick Exhibition Pavilion hinzu.Elison Trinidad: April 1965 - L.A. County Museum of Art Opens on Wilshire Boulevard, PBS SoCal vom 24. September 2014 mini|Craft & Folk Art Museum 2014 Das seit 2019 als Craft Contemporary firmierende Craft & Folk Art Museum ist ein gemeinnütziges Museum. Die Betreiberin hatte zuvor seit 1965 in dem Gebäude die Galerie mit Cafe The Egg & the Eye betrieben.LA’S Craft & Folk Art Museum Changes Name to Craft Contemporary, ArtForum vom 17. Januar 2019 Die Galerie hatte 1966 Aufsehen mit einer Ausstellung mit Werken von Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Man Ray und anderen erregt. Das Gebäude, eines der wenigen verbliebenen historistischen Bauwerke an der Miracle Mile, wurde 1995 renoviert.Craft and Folk Art Museum, LA Conservancy mini|Präriemammutskelett in der Sammlung des George C. Page Museums 1977 wurde dann das George C. Page Museum auf den dem LACMA benachbarten La Brea Tar Pits eröffnet, in dem aus den Asphaltgruben geborgene eiszeitliche Fossilien präsentiert werden.Elison Trinidad: April 1977 - George C. Page Museum Opens at La Brea Tar Pits, PBS SoCal vom 16. September 2014 Das Museum beherbergt über eine Millionen Ausstellungsstücke von Präriemammuten, Säbelzahnkatzen und anderer Großfauna, aber auch etwa Fische und Pflanzen.La Brea Tar Pits in der Encyclopædia Britannica mini|Petersen Automotive Museum Das Petersen Automotive Museum eröffnete 1995 in dem letzten, 1965 für Seibu im Stile der Nachkriegsmoderne errichteten, Kaufhaus an der Miracle Mile. Die Fassade wurde 2013 für $ 20 Millionen vollständig umgestaltet.Petersen Automotive Museum, LA Conservancy Vor dem Museum wurde 1997 Notorious B.I.G. erschossen.Eric Lichtblau/Chuck Philips/Cheo Hodari Coker: Gangsta rap performer Notorious B.I.G. slain, The Los Angeles Times vom 10. März 1997

Das Academy Museum of Motion Pictures eröffnete im September 2021 an der Miracle Mile.Adam Rathe: Inside an Unforgettable Night at the Academy Museum of Motion Pictures Opening Gala, Town and Country vom 27. September 2021 Das Museum war seit 2012 in Planung gewesen, die Eröffnung hatte sich aber ständig verzögert – zuletzt durch die COVID-19-Pandemie.Robin Pogrebin: Movie Museum Rethinks Exhibitions in Response to a Changing World, The New York Times vom 6. Juni 2021 Das von Renzo Piano entworfene Museumsgebäude verbindet die alte Fassade des Mays-Kaufhauses mit einem von Piano gestalteten Kubus, auf dessen Dach sich eine große Terrasse mit Blick auf die Hollywood Hills befindet.Christopher Hawthorne: Can 11th-hour updates save Renzo Piano’s design for troubled Academy Museum?, The Los Angeles Times vom 26. Oktober 2017 Das $ 482 Millionen teure Gebäude verfügt über eine Ausstellungsfläche von etwa 28.000 Quadratmetern (300.000 Quadratfuß) und beherbergte zum Zeitpunkt der Eröffnung eine Sammlung, die mehr als 13 Millionen Objekte umfasste.

Park La Brea mini|Luftaufnahme von Park La Brea Park La Brea ist eine von der Metropolitan Life Insurance Company in Auftrag gegebene zusammenhängend als Gartenstadt geplante Wohnsiedlung nördlich der Museen der Miracle Mile. Die ursprünglich 1944 fertiggestellte Siedlung sollte höchstens zweistöckige, von den Architekten Earl Heitschmidt und Leonard Schultze geplante, Wohnblöcke in einer modern Interpretation des Colonial Revival Style umfassenen, wobei nur 18 Prozent der Fläche für Wohnbebauung vorgesehen war. Von jeder Wohnung sollte ein Blick auf die von dem Gartenarchitekten Tommy Tomson entworfenen Grünanlagen möglich sein. Es war die einzige Wohnsiedlung der Metropolitan Life Insurance Company in Südkalifornien, die auch andere Wohnsiedlungen wie Stuyvesant Town in New York City und anderen Orten angelegt hat. Während der Nachkriegswohnungsnot wurden dann 1950 im Ostteil Von Park La Brea achtzehn dreizehnstöckige Wohnhochhäuser abweichend von der ursprünglichen Planung errichtet.Park La Brea bei der Los Angeles Conservancy

Park Mile

Park Mile ist ein Abschnitt entlang des Wilhire Boulevard östlich der Miracle Mile. Laut Park Mile Specific Plan der Stadt Los Angeles reicht der Abschnitt von der Highland Avenue im Westen bis zum Wilton Place, einige Blocks jenseits des Crenshaw Boulevard. In der Zone bestehen seit den 1970ern, um den Charakter als Wohngebiet zu erhalten.Ordonance 154653 der Stadt Los Angeles vom 13. November 1980Ordonance 162530 der Stadt Los Angeles vom 30. Juni 1987 Als Wohngebiet ist es arm an Attraktionen, allerdings findet sich hier das Ebell of Los Angeles.Eric Brightwell: Exploring the Planned Course of the Metro Purple Line Extension, PBS SoCal vom 28. August 2013 mini|Ebell of Los Angeles Im Osten von Mid-Wilshire an dem Lucerne Boulevard steht das Veranstaltungszentrum des Ebell of Los Angeles. Es handelt sich beim Ebell um den ältesten und größten Club für Frauen in den Vereinigten Staaten. Der 1894 im Stile der Neorenaissance errichtete Komplex umfasst ein Theater, ein Bücherei, Gärten, Ausstellungs- und andere öffentliche Räume. Dort ist auch eine Sammlung von Möbeln und Kunst untergebracht.Ebell of Los Angeles, Los Angeles Conservancy Die Kunstgalerie des Ebell war einer der ersten Ausstellungsräume für weibliche Künstler in Los Angeles. Die elegant Räumlichkeiten Sind ein oft getter Drehort für Hollywoodfilme. So wurden hier Szenen für Forrest Gump, Die Hochzeits-Crasher oder Der seltsame Fall des Benjamin Button gedreht.Edwin Folven: The elegant Wilshire Ebell Bringing women together for generations, Beverly Press vom 28. September 2023

mini|Scottish Rite Masonic Temple In dem Abschnitt steht nahe dem Punkt, wo der Crenshaw Boulevard auf den Wilshire Boulevard trifft der ehemalige Freimaurer-Tempel des Schottischen Ritus. Das von Millard Sheets entworfene und 1961 errichtete Gebäude ist mit einer fensterlosen mit Travertin und Marmor verkleideten Fassade gestaltet. Geschmückt ist die Fassade mit Skulpturen, Mosaiken von biblischen und historischen Gestalten und mit Symbolen. 2013 erwarben die Brüder Maurice und Paul Marciano den in den 1990ern wegen Mitgliederschwund aufgegebenen Scottish Rite Masonic Temple. Sie ließen das Innere durch Kulapat Yantrasast zu einem Museum für ihre Sammlung zeitgenössischer Kunst umgestalten.Lauren Walter: Inside a 1960s Masonic Temple, a New Art Museum in Los Angeles, National Trust for Historic Preservation vom 12. September 2017 2017 wurde das Museum der Marciano Art Foundation erstmals eröffnet, es folgten Ausstellungen zu Künstlern wie Ai Weiwei oder Yayoi Kusama. Nach Auseinandersetzungen mit dem Mitarbeiterstab um gewerkschaftliche Vertretung schloss das Museum im November 2019 wieder, offiziell aus Besuchermangel.Carolina A. Miranda: Marciano Art Foundation announces it won’t reopen in wake of layoffs following union drive, The Los Angeles Times vom 6. November 2029 Im Sommer 2024 wurde das Museum erneut eröffnet, nachdem es in der Zwischenzeit nur für einzelne Ausstellungen von Künstlern wie Albert Oehlen, Urs Fischer und Anselm Kiefer offen gewesen war.Elisa Carrillo: Is Los Angeles’ Marciano Art Foundation Really Back?, The Observer vom 9. Juli 2024

Wilshire Vista